Brandgefährlich: Michael Hellwig (am Ball) ist nicht nur FC Mittelbuchens bester Torjäger, sondern steht mit 14 Treffern auch auf dem geteilten zweiten Platz in der Torjägerliste der Kreisliga B. Sowieso befindet sich der FC Mittelbuchen auf einem guten Weg. Foto: Roland Adrian

Fußball

Kreisliga B: FC Mittelbuchen gelingt der Neuanfang

Fußball. Der 1913 gegründete 1. FC Mittelbuchen hat weiß Gott schon bessere Zeiten erlebt. Die Grün-Weißen spielten in der Saison 2013/14 noch in der Hanauer Kreisoberliga. Es folgte der Abstieg in die A-Liga, in der Spielzeit 2017/18 der bittere Gang in die Kreisliga B.

Von Achim Dürr

In der Vorsaison belegte die Mannschaft unter der Regie von Spielertrainer Tolga Cimen den elften Tabellenplatz. An eine zweite Mannschaft war zu dieser Zeit kaum noch zu denken, diese wurde seitens der Verantwortlichen mangels Spieler bereits nach der Spielzeit 2013/14 abgemeldet. Mittlerweile befindet sich der Verein in ruhigem Fahrwasser und kann den Blick langsam wieder nach oben richten.

„Momentan haben wir nur die erste Mannschaft und unser AH-Team. Jugend gibt es bei uns leider nicht“, erklärt Uwe Mohr. Der langjährige Goalgetter, mittlerweile 51 Jahre alt, leitet die Geschicke des Tabellensechsten. Zudem gehören den an der Mehrzweckhalle beheimateten Klub noch zwei Frauenteams (Verbandsliga und Kreisoberliga) sowie vier Mädchen-Mannschaften an.

FCM stand wieder einmal vor einem Neuanfang

Da die Trainingsbeteiligung bei den Männern in der letzten Spielzeit ein katastrophales Ausmaß annahm, sah sich Mohr gezwungen wieder einmal einen Neuaufbau an der Kesselstädterstraße auszurufen. „Eigentlich sollte der schon unter Cimen passieren, aber mit diesen Spielern war an Kontinuität nicht zu denken“, erzählt der Spielausschussvorsitzende. Also was tun? Über den einstigen Trainer und dem Verein noch immer verbundenen Frank Wehr, kam schließlich der Kontakt zu Roger Neumann zu Stande.

Der 47-Jährige war in der vorangegangenen Saison beim 1. FC Hochstadt für dessen zweite Garde zuständig, agierte davor auch schon beim Dörnigheimer SV auf und neben dem Platz. „Seine guten Kontakte, besonders zu Spielern aus Maintal, waren uns bekannt. Die Gespräche mit ihm verliefen dann auch schnell in die erhoffte Richtung“, berichtet Mohr. Es sei jedoch äußerst schwierig gewesen, eine komplett neue Mannschaft auf die Beine zu stellen. „Wenn ich an die Vorbereitung denke, wird mir jetzt noch schlecht. Da gab es in den ersten drei Testspielen um die 30 Gegentore“, blickt Neumann zurück.

Spieler haben wieder Spaß am Training

Mittlerweile kann der 47-Jährige, der wie am Sonntag beim 5:2-Erfolg über die DJK Eintracht Steinheim selbst noch auf dem Platz steht und zwei Treffer besteuerte, auf 18 Kicker zurückgreifen. Die Trainingsbeteiligung sei zufriedenstellend und langsam würde sich auch das zuletzt brach liegende Vereinsleben wieder erholen. „Letzten Donnerstag waren wieder zwei Spieler da, die sich uns eventuell anschließen wollen. Also, das Interesse am FC Mittelbuchen ist wieder geweckt“, freut sich Mohr.

Der Altersdurchschnitt liegt derzeit zwischen 26 und 28 Jahren. In Zukunft soll dieser aber weiter gesenkt werden. Neben Neumann zählt auch Torjäger Michael Hellwig (14 Treffer) nicht gerade zu den Youngstern. Mittelfristig will man in Mittelbuchen auch wieder eine Reserve ins Rennen schicken. Ob es bereits in der nächsten Saison möglich ist, sei derzeit noch nicht abzusehen. „Lasst uns alles mal schön langsam angehen. Wir genießen das Momentum mit Platz sechs und nach der Winterpause sehen wir weiter“, tritt Neumann vorsichtig auf die Euphorie-Bremse.

Für ganz oben reicht es noch nicht

Es fehle zum Sprung nach ganz oben noch an Qualität und Quantität, welches man in den Spitzenspielen deutlich zu spüren bekommen habe. Auch wenn es nur vier Zähler zum Relegationsplatz sind, wagt es derzeit niemand im Lager des FCM vom Aufstieg zu sprechen. Uwe Mohr unterstreicht diese Aussage deutlich: „Wir setzen hier weder Spieler noch Trainer unter Druck. Unser Bestreben ist es, Mannschaft und Verein in vernünftige Bahnen zu führen. Wie es aussieht haben wir den richtigen Weg eingeschlagen, wir brauchen dazu aber eine gewisse Kontinuität.“

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