Volles Haus im Strafraum: Auf dem Sportplatz in Mittelbuchen standen sich zum ersten Mal zwei dritte Mannschaften gegenüber. Germania Dörnigheim III (weiße Trikots) zeigte Gastgaber Hilalspor Hanau III mit einem 8:0-Kantersieg deutlich die Grenzen auf. Foto: Roland Adrian

Fußball

Kreisliga C: Kantersieg bei erstem Duell von dritten Mannschaften

Fußball. Es war eine Premiere im Fußballkreis Hanau: Zum ersten Mal standen sich am Sonntag zwei dritte Mannschaften im Seniorenbereich gegenüber. In der Kreisliga C empfing Hilalspor Hanau III die neu gegründete Drittvertretung von Germania Dörnigheim.

Von Sabrina Kwasniok

Schon im Vorfeld rechneten wohl die Wenigsten mit einem sehr sehenswerten Spiel, denn nur ein paar Zuschauer fanden den Weg zum Sportplatz in Mittelbuchen. Dies muss nicht zwangsweise an dem fußballerischen Können der Mannschaften liegen, denn auch das Wetter lud nicht unbedingt zu einem entspannten Nachmittag auf dem Fußballplatz ein. So regnete es zu Beginn des Spiels zwar noch nicht, doch bereits zur Mitte der ersten Hälfte wurde es recht unbequem auf dem Sportplatz.

Doch das tat der Motivation der beiden Teams keinen Abbruch. Schon vor Beginn der Partie war „We are the Champions.” aus den Kabinen zu hören, gefolgt von wilden Anfeuerungsrufen. Doch bereits nach wenigen Minuten auf dem Rasen war diese Motivation auf der einen Seite des Feldes auch schon wieder verpufft. Bereits nach fünf Minuten gingen die Dörnigheimer Gäste mit 1:0 durch Doan Thanh Son Nguyen in Führung, nachdem die Hanauer den Ball einfach nicht aus der eigenen Hälfte befördern konnten. Was da noch keiner ahnt: Ein Trend zeichnet sich bereits ab.

Rein und gleich wieder raus

Denn auch weiterhin ließen die Abwehrversuche der gastgebenden Mannschaft zu wünschen übrig. Und so geschah es zehn Minuten später erneut: Die Hanauer spielten den Ball zurück in die Füße der Germania und schon stand es nach 15 Minuten 2:0 dank Louis Ingo Bergmann.

Und auch die nächste Hiobsbotschaft ließ nicht lange auf sich warten. Drei Minuten nach dem zweiten Gegentor flog Hanaus nur acht Minuten zuvor eingewechselter Goekhan Dedecan vom Platz. Zunächst wusste niemand am Spielfeldrand warum, denn die Rote Karte durch Schiedsrichter Sven Viehmann kam aus dem Nichts. Doch wie sich herausstellte, ahndete der Referee eine Beleidigung des Hanauers. „Das ist schon eine harte Entscheidung“, so Hanaus Trainer Ömer Demir, „das kenn ich so nicht.“ Und es sollte nicht die letzte Rote Karte für die Heimmannschaft gewesen sein.

Durchatmen und Aufwärmen

Danach zerfiel das Spiel der Hanauer weiter, da die Dörnigheimer weiterhin den Druck hochhielten und die Gegner zu Fehlern zwangen. Und so ging es nach Toren von Dennis Reich und Doan Thanh Son Nguyen mit 5:0 dank gegnerischer Hilfe in die Pause. Durchatmen und Aufwärmen waren angesagt.

Zurück auf dem Platz setzte sich die Verlaufskurve fort. Die Germania bestimmte das Spiel und Hilalspor lief dem Ball hinterher. Und das nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz. Man konnte gar nicht mitzählen, wie oft der Ball während des gesamten Spiels im Aus gelandet ist. Am Ende schossen Louis Ingo Bergmann und Hristijan Naumoski die Gäste zu dem verdienten 0:8-Endstand und vollendeten die starke Vorstellung ihres Teams.

Rote Karte und rote Laterne

Hilalspor hingegen musste kurz vor Schluss noch eine Rote Karte in Kauf nehmen. Eine unsittliche Geste gegenüber dem Schiedsrichter und einem gegnerischen Spieler war diesmal der Grund, warum Furkan Yazici vom Platz verwiesen wurde. Es war bereits die insgesamt vierte Rote Karte für Hilalspor Hanau III in der laufenden C-Liga-Saison.

Zwar konnte man auf beiden Seiten nicht unbedingt von technisch perfektem Fußball reden, denn die Fehlpassquote auf dem Platz war dafür zu hoch, doch die Gäste aus Maintal gingen mit deutlich mehr Engagement und Zielstrebigkeit zu Werke. Das bestätigt auch Hanaus Trainer Ömer Demir: „Ich habe vielleicht nicht das Problem eines kleinen Kaders, doch die Teilnahme am Training und im Spiel lässt doch zu wünschen übrig.“ Das sieht man nicht nur im Spiel, sondern auch damit Blick auf die Statistik:

37 Gegentore haben die Hanauer in dieser Saison schon kassiert und nur neun geschossen. Das bedeutet die rote Laterne für Hilalspor III.

Aufstiegsambitionen bei der Germania

Anders sieht die Lage bei der ambitionierten Mannschaft von Trainer Marcel Woelk aus. Mit einem Torverhältnis von 36:11 hat die Germania fast so viele Tore geschossen, wie die Hanauer bekommen haben. „Wir nehmen die dritte Mannschaft sehr ernst. Wir haben viele junge Spieler, die Lust haben, Fußball zu spielen, und die Dritte als Sprungbrett ansehen”, sagt Marcel Woelk selbst über seine Mannschaft. Das zeigt sich auch in der Tabelle, in der die Gäste weit vor den Gastgebern auf Platz zwei zu finden sind und ihre Aufstiegsambitionen als dritte Mannschaft unter Beweis stellen.

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