Verteidiger mit Torriecher: Durch einen Zufall ist Daniel Cimen, eigentlich rechter Verteidiger, zum brandgefährlichen Stürmer beim TSV 1860 Hanau geworden. Foto: TAP

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Kreisliga A: Aushilfsstürmer Daniel Cimen wird zur Tormaschine

Fußball. Sechs Tore in einem Spiel – was in der Bundesliga nur Dieter Müller gelang, schaffte in der Kreisliga A am vergangenen Wochenende Daniel Cimen vom TSV 1860 Hanau. Der 32-Jährige erzielte beim 9:0 (3:0)-Kantersieg über den FSV Bischofsheim II sechs Tore. Dabei spielte Cimen zu Saisonbeginn noch als rechter Verteidiger.

Von Robert Giese

Zum Stürmer mit überragender Torquote wurde Cimen vor rund einem Monat dann eher zufällig: „Im Spiel beim Dörnigheimer SV konnte ich aus beruflichen Gründen erst zur Halbzeit kommen und wurde dann als Stürmer eingewechselt“, erzählt der 32-Jährige. Für diese Einwechslung dürfte sich 1860-Trainer Hakim Kaya im Nachhinein ordentlich auf die Schulter geklopft haben, denn Cimen schlug ein wie eine Granate, markierte innerhalb von neun Minuten vier Treffer und sorgte somit fast im Alleingang dafür, dass sein Team nach dem 2:2-Pausenstand noch mit 7:2 gewann.

Treffsicherheit kommt nicht von ungefähr

„Er wollte schon länger mal vorne spielen“, erinnert sich Kaya, „und gegen Dörnigheim hatte er dann gleich einen super Auftritt.“ Gute Argumente also, den Rechtsverteidiger weiterhin als Stürmer auflaufen zu lassen, doch die Abschlussstärke des 32-Jährigen kommt nicht von ungefähr. „Ich habe zwar meist auf der rechten Seite gespielt, teilweise auf der Außenbahn, im Mittelfeld oder eben als rechter Verteidiger“, erzählt Cimen, „aber als ich bei Hochstadt in der Gruppenliga gespielt habe, wurde ich dort häufiger als Stürmer eingesetzt.“

Die wiederentdeckten Torjägerqualitäten des langjährigen Rechtsverteidigers kommen für 1860 gerade recht, denn beim Tabellenvierten hakte es in dieser Saison zuweilen in der Offensive. „Wir haben zwar erfahrene Spieler, nutzen unsere Chancen aber oft nicht“, so Kaya zur Situation des A-Ligisten – zumindest, bis Cimen im Sturm spielte. Dort hat der 32-Jährige in den vergangenen fünf Partien nicht weniger als ein Dutzend Treffer erzielt, darunter gleich zwei Hattricks.

Cimen lobt seine Mitspieler

„Einen Sechserpack – das habe ich noch nie geschafft, auch nicht in der Jugend“, freut sich Cimen, „dafür musste am Sonntag alles zusammenkommen.“ Denn nicht nur Cimen selbst überzeugte gegen die zweite Mannschaft der Bischofsheimer, das gesamte Team habe sehr gut gespielt, wie Kaya und Cimen unisono betonen. „Sie haben mich ordentlich mit Bällen gefüttert“, lobt der Torjäger seine Mitspieler, nur dadurch habe er so häufig einnetzen können.

Dass überhaupt so viele Tore fielen, hängt in den Augen von 1860-Coach Kaya aber auch mit der Spielweise der Bischofsheimer zusammen: „Gegen uns stellen sich viele Teams hinten rein, da fallen dann nicht so viele Tore. Aber Bischofsheim wollte mitspielen“, so Kaya – doch seine Mannschaft habe dominiert, wodurch das Spiel fast ausschließlich in der gegnerischen Hälfte stattfand.

1860 trifft 18 Mal in zwei Spielen gegen Bischofsheim

Das Hinspiel gegen Bischofsheim endete auch schon mit einem 9:1-Kantersieg für 1860, zum Lieblingsgegner der Hanauer wird der FSV deshalb aber noch nicht: „Ich glaube, das war einfach Zufall“, sagt Kaya und lacht; Cimen lief damals übrigens noch als Verteidiger auf und blieb ohne Treffer.

Der Goalgetter will derweil gerne weiterhin Tore am Fließband erzielen: „Ein festes Ziel habe ich nicht, aber ich möchte schon so viele schießen wie möglich.“ Ansprüche will der 32-Jährige aus seiner Torgefährlichkeit aber nicht ableiten und „da spielen, wo der Trainer mich aufstellt – auch wenn ich mich als Stürmer gerade sehr wohl fühle.“

Nach Cimens Sechserpack sieht Kaya allerdings wenig Anlass, etwas an der Aufstellung zu ändern: „Er bleibt erstmal Stürmer, es sei denn“, ergänzt der Hanauer Trainer und lacht, „wir bekommen einen besseren.“

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