Rudi Völler hat seinen Rückzug von seinem Posten als Sportchef von Bayer Leverkusen angekündigt.
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Rudi Völler hat seinen Rückzug von seinem Posten als Sportchef von Bayer Leverkusen angekündigt.

Völlers angekündigter Bayer-Rückzug

Kommentar: Rudi kann nicht ohne Fußball

  • Thorsten Jung
    vonThorsten Jung
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Rudi Völlers Ende beim Fußball-Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen naht. In der „Sport Bild“ hat der Hanauer Ehrenbürger gestern verkündet, seine Funktion als Sportchef im Sommer 2022 aufzugeben. „An Weihnachten habe ich das Thema mit meiner Frau Sabrina besprochen. Seither steht fest: 2022 ist für mich Schluss. Zumindest in dieser Form“, sagte der Weltmeister von 1990, dessen Karriere als kleiner Bub beim TSV 1860 Hanau begonnen hatte. 1994 war Völler als Spieler nach Leverkusen gekommen. Das sagt unser Sportchef Thorsten Jung zu Völlers angekündigtem Bayer-Rückzug.

„Ich bin schon ein bisschen besessen davon!“ Diese Aussage von Rudi Völler über seine Liebe zum Fußball ist genau ein Jahr alt. Gesagt hat er diesen Satz im großen Interview zu seinem 60. Geburtstag, das er unserer Zeitung exklusiv gegeben hatte. Der nun angekündigte Rückzug von seinem Posten als Geschäftsführer Sport bei Bayer Leverkusen wird für „Tante Käthe“ kein Abschied vom Fußball sein. Der gebürtige Hanauer, der bei Kickers Offenbach den Durchbruch zum Fußball-Profi schaffte, kann nicht ohne Fußball. Zu viel würde dem Weltmeister von 1990 fehlen.

Rudi Völler ist zu jung für die Fußball-Couch

So ist es auch kaum verwunderlich, dass Völler seinen Abschied nicht einfach nur bekannt gab. Gleichzeitig verkündete er, sich vorstellen zu können, in anderer Funktion zur Werkself zurückzukehren. Mit seinen fast 61 Jahren ist er auch viel zu jung, um sich Fußballspiele nur noch von seiner geliebten Couch aus anzusehen.

Nach der Saison 2021/22 soll in vorderster Front aber Schluss sein. Als Völler im April 2020 auf seinen 2022 auslaufenden Vertrag angesprochen wurde, sagte er, er wolle im nächsten Dreivierteljahr „völlig relaxed“ entscheiden, wie es weitergehe. Genau ein Dreivierteljahr später hat er mit seiner Frau unter dem Weihnachtsbaum die Entscheidung getroffen.

Seine Nachfolge hat er ohnehin schon geregelt. Sportdirektor Simon Rolfes übernimmt seinen Posten, Stefan Kießling rückt an Rolfes’ Stelle. „Das ist die Zukunft von Bayer 04 Leverkusen.“

Rudi Völler will vielleicht was Verrücktes machen

Völlers Zukunft als Sportchef geht nun dem Ende entgegen. Nur allzu gerne würde er mit einem Titel gehen. 1993 wurde Bayer Pokalsieger, 1994 kam Völler als Spieler. Seitdem wurde der Verein zu Vizekusen. Es wäre dem großen Fußball-Liebhaber zu wünschen, dass er diesen Makel noch abstreifen könnte. Das letzte Jahr als Macher der Werkself wäre zweifellos der richtige Zeitpunkt dazu.

Und dann? „Es kann aber auch sein, dass ich irgendwann etwas ganz Verrücktes mache“, sagte Völler gestern. Dass er aber etwas Verrücktes ohne Fußball machen wird, ist nicht vorstellbar.

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