Gute Freunde sind heute Gegner: Andreas Jäger will mit Eintracht Oberrodenbach gegen seinen Trauzeugen Thomas Maurer (linkes Foto) sowie gegen Kumpel Carsten Krämer (rechtes Foto) gewinnen. Fotos: Privat

Fußball

KOL: Wolfgang-Legende Andreas Jäger zu Gast bei Freunden

Fußball. Wenn Andreas Jäger mit Eintracht Oberrodenbach am Donnerstagabend (19.30 Uhr) zum Kreisoberliga-Spiel zum SV Wolfgang reist, kehrt der Trainer der Oberrodenbacher seine frühere Wirkungsstätte zurück, denn Jäger war in Wolfgang über viele Jahre nicht nur Spieler, sondern auch in zig Funktionen im Vorstand tätig.

Von Robert Giese

Mit der Rückkehr an den Sportplatz „In den Tannen“ verbindet der jetzige Trainer des Tabellenzehnten einige ganz besondere Erinnerungen.

Über 500 Spiele für den SV Wolfgang

Über ein Jahrzehnt, von 2001 bis 2015, lief Jäger für den SV Wolfgang auf, brachte es auf rund 500 Spiele und war unter anderem auch Abteilungsleiter, im Spielausschuss und kurze Zeit auch Trainer des SVW. Rund 15 Jahre bei nur einem Verein zu verbringen, sind im schnelllebigen Fußballgeschäft eine Seltenheit, doch beim SV Wolfgang liefen die Uhren generell etwas anders, wie Jäger betont: „Der Verein setzte sehr auf Kontinuität und das Umfeld hatte viel Geduld“, in all seinen Jahren in Wolfgang hatte Jäger zum Beispiel nur zwei verschiedene Trainer, „das ist schon außergewöhnlich.“

Diese Kontinuität färbte auf viele Bereiche ab, denn auch die Mannschaft war keine zusammengewürfelte Truppe, sondern „ein eingeschworenes Team. Da standen Kumpels auf dem Platz, es haben viele Freunde zusammen gespielt.“ Dadurch war es auch möglich, dass der Verein sich über viele Jahre in der heutigen Kreisoberliga hielt. „Da ist mit wenig Mitteln schon sehr viel erreicht worden, und das Umfeld hat das auch anerkannt“, meint Jäger rückblickend.

Prägend war für Jäger vor allem die lange Zeit unter Trainer Wolfgang Kaufmann, der viele Jahre für den SVW an der Seitenlinie stand. „Von ihm habe ich viel gelernt – und mir auch für meine eigene Trainerkarriere einiges abgeschaut“, verrät Jäger, der in Wolfgang schließlich sogar selbst einmal für ein halbes Jahr den Trainerposten übernahm.

Abstieg in Kreisliga A der bitterste Moment

Zwei Ereignisse während seiner Zeit beim SVW haben sich dem heutigen Oberrodenbacher Coach besonders deutlich ins Gedächtnis gebrannt: „Einerseits war das der Abstieg in die Kreisliga A“, erinnert sich Jäger, „als wir in der Relegation zu Hause verloren haben und dann abgestiegen sind. Das war schon ein sehr bitterer Moment, auch wenn wir in den Jahren davor schon häufiger um den Klassenerhalt gekämpft haben.“

Nach drei Spielzeiten in der Kreisliga A folgte dann das wohl schönste Erlebnis in Jägers Zeit beim SV Wolfgang, denn das Team wurde 2014 Meister und kehrte in die Kreisoberliga zurück. „Beim SV Wolfgang gab es insgesamt nur vier Meisterteams, da war es schon etwas Besonderes, einem davon anzugehören“, so Jäger, der sich gern an diese Momente erinnert.

Abschied fiel Jäger sehr schwer

Entsprechend schwer sei ihm nach all den Jahren der Abschied gefallen: „Es war ein schwerer Schritt, dort wegzugehen, aber ich denke, dass es dem Verein gut getan hat, dass ein paar neue Leute ans Ruder gekommen sind.“ In Jägers Augen, der neben seiner Spielerkarriere auch viele Funktionen im Vorstand übernommen hatte, werde der Verein weiterhin gut geführt, „das ist ihnen hoch anzurechnen“.

Nach Jägers Abschied musste der SVW zwar wieder den Abstieg in die Kreisliga A hinnehmen, konnte im vergangenen Sommer aber erneut die Rückkehr in die Kreisoberliga feiern. Weil auch Eintracht Oberrodenbach in dieser Saison wieder in der Kreisoberliga spielt, ergibt sich für Jäger damit die Möglichkeit, für einen Abend in seine sportliche Heimat zurückzukehren: „Ich komme nach Hause“, beschreibt der langjährige SVW-Spieler seine Gefühlslage vor dem Spiel heute Abend.

Jäger trifft auf Trauzeuge Thomas Maurer

Besonders freut Jäger dabei, auf viele alte Freunde zu treffen, unter anderem auf seinen Trauzeugen Thomas Maurer, der im SVW-Trikot mit der Nummer 13 aufläuft. Gastgeschenke will der Oberrodenbacher Trainer aber trotz seiner Verbundenheit mit Wolfgang nicht mitbringen: „Ich muss erst einmal auf mein Team schauen, und wir haben keine Punkte zu verschenken“, stellt Jäger klar, dem ein knapper Sieg auf dem Hartplatz in Wolfgang am liebsten wäre. „Aber ich weiß selbst am besten“, ergänzt der langjährige SVW-Spieler, „wie schwer es ist, dort zu gewinnen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema