Offensivpower: Besart Beqiraj (am Ball), Dominic Bernard (hinten) und Yannick Wolff (nicht im Bild) schossen 40 der 57 TSV-Tore. Archivfoto: TAP

Fußball

KOL: TSV Niederissigheim steht vor entscheidenden Wochen

Fußball. Von nun an bleibt kaum Zeit für Verschnaufpausen. Fünf Spiele in 14 Tagen stehen ab Sonntag für den TSV Niederissigheim an, der dann zum Auftakt einer Serie von vier Heimspielen auf Safakspor Hanau trifft.

Von David Lindenfeld

Fünf Partien, die darüber mitentscheiden werden, ob die Niederissigheimer am Ende der Saison auf dem Aufstiegs-Relegationsplatz in der Kreisoberliga landen. Den belegt derzeit der VfR Kesselstadt mit der gleichen Punktzahl, aber zwei Spielen mehr.

„Alles andere wäre ja absolut verkehrt“, entgegnet TSV-Trainer Peter Schmidt auf die Frage, ob Platz zwei nun das Ziel sei. Vor der Saison hatten die Issigheimer noch tiefgestapelt – auch mit Blick auf die große Konkurrenz um den Aufstieg und die namhaften Gruppenliga-Absteiger aus Hochstadt und Bischofsheim, die sich nun aber beide im Abstiegskampf befinden. Nach zwei Dritteln einer bisher starken Saison befindet sich der TSV nun aber in einer Situation, in der man nicht darum herumkommt, höhere Ziele anzupeilen: „Die Jungs haben Bock darauf“, sagt Schmidt, der jedoch betont: „Druck auf die Mannschaft werden wir von Vereinsseite aber auf keinen Fall aufbauen. Wir müssen nicht auf Platz zwei landen.“ Frei nach dem Motto: alles kann, nichts muss.

TSV ist körperlich am Limit

Psychologisch sei es ein Vorteil, dass man zwei Spiele weniger habe und trotzdem punktgleich sei. „Der Druck ist bei Kesselstadt. Vor allem mit dem Kader, den sie haben“, sagt Schmidt, dessen Team sich im Gegensatz zum VfR noch zwei Ausrutscher im Endspurt erlauben kann. Dass es zu solch einem Patzer in den nächsten beiden Wochen kommt, ist nicht unwahrscheinlich: Der TSV geht seit Wochen auf dem Zahnfleisch, ist „körperlich am Limit.“ Das machte sich zuletzt auch in den mit Mühe und Not gewonnenen Spielen gegen Roßdorf und Hüttengesäß bemerkbar.

Marcel Mandausch und der ehemalige Kapitän Azer Obradovic fehlen seit der Winterpause aus privaten und beruflichen Gründen. Mit Tim Linzbach, Spielmacher Iljaz Ibrahimi und Mittelfeldmotor Sven Reuter, der mittlerweile wieder genesen ist, mussten wichtige Stützen zuletzt verletzungsbedingt passen. Patrick Enzmann hat den Verein zudem verlassen. Entgegen aller Widrigkeiten setzt Schmidt weiter auf Optimismus: „Wir sind trotzdem guter Dinge und wollen nicht klagen. Klagen gibt es nur über den Platz“, sagt der TSV-Coach mit Blick auf die schlechten Verhältnisse des Rasens.

„Die wirft so schnell nichts um.“

Um in der Vorbereitung wenigstens einmal pro Woche in der Halle in Kilianstädten und auf dem Kunstrasenplatz auf der Ronneburg mit dem Ball trainieren zu können, gab der Verein in der Winterpause rund 1000 Euro aus. Auch die Arbeit eines Fitnesstrainers nahmen die Niederissigheimer in Anspruch. „Wir haben schon viel investiert, aber man muss einfach sagen, dass die Gruppe auch einen unglaublichen Charakter hat. Die wirft so schnell nichts um.“

Unabhängig davon, ob die Investitionen in der Winterpause mit dem Aufstieg belohnt werden, wird Schmidt ab Sommer nicht mehr an der Seitenlinie stehen. Die Entscheidung sei endgültig. Der Nachfolger steht schon fest: Mit Vedran Vrancic übernimmt der jetzige Co-Trainer das Amt.

Klub plant „zweigleisig“

Der 31-Jährige hatte sich in der Hinrunde schwer am Knie verletzt und war zuvor die „verlängerte Hand“ des Trainers auf dem Platz. Schon jetzt leite Vrancic rund 60 Prozent der Trainingseinheiten, da Schmidt oft beruflich eingespannt ist. Auch die Kabinenansprache hält der künftige Coach schon ab und zu. „Ich werde dem TSV in irgendeiner nicht näher definierten Art weiter zur Seite stehen und sonntags immer da sein“, sagt Schmidt, der aber „nicht in irgendeine sportliche Funktion reingepresst werden will“.

Da noch nicht klar ist, ob der Aufstieg gelingt, plant der Klub derzeit „zweigleisig“: „Wir wollen den Kader in der Breite mit drei oder vier jungen Spielern verstärken“, sagt Schmidt, der zudem optimistisch ist, dass das überragende Angriffstrio um Yannick Wolff, Dominic Bernard und Besart Beqiraj, das gemeinsam 40 der 57 Issigheimer Treffer erzielt hat, auch in der kommenden Spielzeit für den TSV auf Torejagd geht.

TSV mit eigenem „Büffeltrio“

„Von unserem Büffeltrio“, wie Schmidt die drei Offensivkräfte in Anlehnung an die drei Topstürmer von Eintracht Frankfurt bezeichnet, „haben zwei schon zugesagt, aber wir sind guter Dinge, dass wir alle drei halten können.“ Sollten die fünf Spiele in den nächsten beiden Wochen erfolgreich verlaufen und der Aufstieg über die Relegation in die Gruppenliga wirklich gelingen, könnten sich die Chancen nochmals verbessern.

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