Umzingelt: Die Kilianstädter Moritz Kessler (links) und Nico Nozal nehmen Langen-Bergheims Janis Roncoletta in die Zange. Im Sturm profitiert der SVK von einem gelernten Torwart. Archivfoto: TAP

Fußball

KOL: SV Kilianstädten dank Hegenauer auf Kurs

Fußball. Wenn Trainer aus der Fußball-Bundesliga über ihre Spieler sprechen, fällt hin und wieder das Wort „polyvalent“. Dann geht es um Fußballer, die flexibel einsetzbar sind. Mit Manuel Hegenauer hat auch der SV Kilianstädten einen solchen Akteur in seinen Reihen, der der Inbegriff dieses Spielertyps zu sein scheint.

Von David Lindenfeld

„Manuel ist jemand, den du überall hinstellen kannst“, sagt sein Trainer Holger Wagner, der weiß wovon er spricht: Gekommen ist Hegenauer, der seine zweite Saison in Kilianstädten spielt, als gelernter Torwart vom SV Gronau. Interesse, weiter im Kasten zu stehen, hatte er damals aber nicht. Also stellte Wagner ihn in der vergangenen Kreisoberliga-Spielzeit zunächst in die Innenverteidigung, ehe er ihn kurz darauf ins Mittelfeldzentrum vorzog, aus dem heraus Hegenauer in der vergangenen Saison sieben Treffer erzielte.

In der Vorbereitung machte der Coach sich dann Gedanken, wie er die aufgrund der Verletzungen von Mario Klöppel und Christian Merten entstandene Lücke im Sturmzentrum sinnvoll schließen könne. Die Wahl fiel auf Hegenauer, der seither in der Spitze des SVK für Furore sorgt: Sieben von 13 möglichen Spielen hat er bisher absolviert. Zwölf Treffer hat der zum Torjäger umfunktionierte Torwart seitdem erzielt.

Flexibilität im Angriffsspiel sei ein Vorteil

Die Statistik zeigt: Ist Hegenauer mit dabei, läuft es im Offensivspiel deutlich runder als ohne ihn. In den sechs Partien, in denen Hegenauer nicht eingesetzt wurde, erzielte Kilianstädten gerade einmal sieben Tore. Mit Hegenauer waren es 23 Treffer in sieben Partien. Zugeschnitten sei das Spiel aber nicht auf ihn, sagt Wagner: „Davon bin ich kein Freund.“ Schließlich wolle er sich und den Erfolg der Mannschaft nicht von einem einzelnen Spieler abhängig machen.

Es ist vor allem die Flexibilität, die Hegenauer im Angriffsspiel mitbringt, von der der SV Kilianstädten profitiert. „Er kann eigentlich alles. Ihn kann man schicken, er ist als langer schlaksiger Stürmer mit seiner Größe aber auch sehr kopfball- und zweikampfstark“, sagt Wagner, der aber betont, dass das Spiel seiner Mannschaft keine One-Man-Show ist: „Dass er so viele Tore schießt, liegt natürlich auch an der Mannschaft, die ihn füttert und ihn sehr gut in Szene setzt.“

„Wir versuchen gerade, auch herauszubekommen, woran es liegt“

Wagner ist bisher zufrieden mit der Saison, in der der SVK mit fünf Siegen und acht Niederlagen auf Kurs in Richtung des ausgegebenen Ziels Klassenerhalt ist, wenngleich er anführt, dass die Mannschaft fünf oder sechs Punkte mehr haben könnte. Gegen Wolfgang verlor Kilianstädten zu Hause trotz der besseren Chancen unglücklich 0:1. Auch bei den Niederlagen gegen Langen-Bergheim und Roßdorf wäre deutlich mehr drin gewesen.

Die Unbeständigkeit ist derzeit das große Thema beim SVK, der wie beim 5:1 gegen Bischofsheim und dem 7:1 gegen Hochstadt immer mal wieder Ausreißer nach oben hat – dann aber Spiele gegen direkte Konkurrenten wie Wolfgang oder Langen-Bergheim verliert. „Wir versuchen gerade, auch herauszubekommen, woran es liegt“, sagt Wagner, der zwei plausible Erklärungsansätze parat hat.

„Das ist sehr positiv und gut für den Verein.“

Einerseits sei zum Beispiel der eine oder andere Neue in der Mannschaft, der erst ins Spiel integriert werden musste. „Keine Hochkaräter aus der Gruppen- oder Verbandsliga, sondern Spieler aus der Kreisliga A, die es mal in der Kreisoberliga versuchen wollen. Das braucht Zeit.“ Andererseits konnte der Coach noch nicht einmal die selbe Aufstellung ins Rennen schicken wie am Spieltag zuvor. Immer wieder fehlen wichtige Stützen wie Kapitän Florian Luley, der Probleme mit dem Knie hat – mal spielt, mal pausiert und nun länger auszufallen droht.

Dafür habe sich seine Mannschaft bisher gut geschlagen. Das liegt auch daran, dass einige ehemalige Spieler den Sprung aus der eigenen Jugend in die Mannschaft geschafft haben und ihr Potenzial zeigen. „Das ist sehr positiv und gut für den Verein. Wir haben auch ein paar Abgänge gehabt, aber die ganz gut kompensiert, denke ich“, sagt Wagner. Überzeugt ist er vor allem von Innenverteidiger Justin Bröll, der aus der A-Jugend des FC Erlensee kam und bisher in der Regel gesetzt ist.

​​Gute Defensive sei wichtig

Bröll und der Rest der Mannschaft trifft mit Eintracht Oberissigheim im Heimspiel am Sonntag auf einen Gegner, der für Wagner ein Kandidat für die ersten drei Plätze ist. „Wir haben Respekt, aber keine Angst“, sagt der Trainer, der von dazu gewonnenem Selbstvertrauen nach zuletzt zwei Siegen in Serie spricht.

Wichtig wird vor allem sein, dass die Mannschaft zunächst defensiv wenig zulässt. Vorne soll dann ein zum Stürmer umfunktionierter Torwart weiter für Furore und Tore sorgen.

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