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Klasse Hinrunde souverän abgeschlossen: HSG nach 30:22 gegen Friesenheim aber nicht rundherum zufrieden

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Von: Robert Giese

Premierentreffer: Luke Ireland (rechts) erzielt seinen ersten Treffer für die HSG Hanau. Sein Tor bedeutet gleichzeitig den 30:22-Endstand gegen das HLZ Friesenheim/Hochdorf II.
Premierentreffer: Luke Ireland (rechts) erzielt seinen ersten Treffer für die HSG Hanau. Sein Tor bedeutet gleichzeitig den 30:22-Endstand gegen das HLZ Friesenheim/Hochdorf II. © scheiber

Der Ärger war groß bei Can Adanir, dem Torwart der HSG Hanau: Gerade eben hatte ihn der Friesenheimer Felix Kruse überwunden, nachdem der Rechtsaußen zuvor schön freigespielt worden war. Dass sich der Hanauer Schlussmann über das Gegentor ärgerte, zeigte viel über den Spielverlauf gegen das HLZ Friesenheim-Hochdorf, aber auch über das Selbstverständnis der HSG-Handballer, denn Kruse hatte das 3:9 aus Sicht seiner Mannschaft erzielt – und diese hatte zuvor fast 20 Minuten lang gar nicht getroffen.

Hanau – Bis zum 2:2 nach drei Spielminuten war die Welt für Gästetrainer Gabriel Schmiedt noch in Ordnung, doch als Can Adanir wenig später einen Siebenmeter des Tabellenelften parierte, nahm für Friesenheim das Unheil seinen Lauf. Fortan vernagelten die Grimmstädter ihren Kasten förmlich, die Beton-Abwehr der Hanauer kannte mit ihren Gegenspielern keine Gnade und wenn sich die Gäste doch einmal eine gute Chance erarbeiteten, kochte Adanir den Schützen routiniert ab.

In der Offensive lief für die Hausherren alles wie am Schnürchen: Mit ihren Wechseln sorgte die HSG für viel Unruhe in der gegnerischen Abwehr, durch auf den Punkt gespielte Auslösehandlungen kamen die Hanauer immer wieder in gute Wurfpositionen und verwandelten eiskalt. Dabei kam Hanau oft gar nicht erst ins gebundene Spiel, sondern setzte die Friesenheimer vornehmlich durch die zweite Welle wiederholt so unter Druck, dass der Treffer schon fiel, bevor sich die Deckung der Gäste sortiert hatte; bis zu diesem Zeitpunkt war es ein nahezu perfektes Spiel für Hanau.

Gäste steigern sich nach Auszeit kurzfristig

Der Gästetrainer hatte zwischenzeitlich eine Auszeit genommen, die nach einer gewissen Anlaufzeit auch Wirkung zeigte: „Bis zum 2:9 sah es sehr schlecht für uns aus, aber zur Halbzeitpause hin haben wir uns gut aus der Affäre gezogen“, sagte HLZ-Coach Schmiedt, dessen Team bis zum Seitenwechsel auf 10:14 verkürzte.

Hannes Geist hingegen war beim Pausenpfiff nicht mehr ganz zufrieden, denn nach dem hervorragenden Start „wollten wir eigentlich auf dem Gaspedal bleiben, aber das hat nicht ganz so geklappt.“ Der Trainer der Hanauer sprach damit gleich mehrere Schwächen an, die seine Mannschaft nach der furiosen Anfangsphase machte: „In der Abwehr waren wir nicht mehr konsequent genug, und vorne haben wir hier und da zu schnell abgeschlossen.“ Durch die Gegentore konnte die HSG allerdings zeigen, dass sie auch über die Schnelle Mitte äußerst gefährlich sein kann, und revanchierte sich nach Gegentoren mehrmals umgehend.

Sieg der HSG Hanau nie ernsthaft in Gefahr

Kurz nach Wiederanpfiff schmolz der Vorsprung der Gastgeber, die eine Überzahlsituation nicht gut ausspielten, auf drei Treffer zusammen. Doch ernsthaft in Gefahr geriet die Führung der Hanauer nicht. Zwar gelang es der HSG auch im zweiten Durchgang nicht mehr, eine ähnliche Stabilität in die Defensive zu bekommen wie über weite Strecken der ersten Hälfte, und auch im Positionsangriff entwickelten die Grimmstädter nicht mehr so viel Durchschlagskraft wie zuvor, aber ihr Tempospiel war weiter überzeugend: Von Geist, der an der Seitenlinie alles gab, unermüdlich angetrieben, ließen die Hausherren Friesenheim nie zur Ruhe kommen und erzielten mit gutem Umschaltspiel zuverlässig Tore.

Die Friesenheimer steckten keineswegs auf, waren aber nicht in der Lage, diesem Tempohandball erfolgreich Paroli zu bieten. So wuchs die Führung der HSG gerade in der Schlussphase wieder an. Das letzte Wort hatte Luke Ireland, der seinen ersten Treffer für Hanau erzielte – und standesgemäß per Tempo-Gegenstoß zum 30:22 einnetzte.

Trainer der HSG trotz Sieg nicht komplett zufrieden

Das konnte Geist, der trotz des klaren Sieges „nicht wirklich zufrieden war“, zwar nicht ganz damit versöhnen, dass sein Team das hohe Niveau der Anfangsphase nicht hatte halten können, an der Hinrundenbilanz hatte der Trainer der Hanauer aber nichts auszusetzen: „Dass wir nach der Hinrunde 21:5 Punkte auf dem Konto haben, ist wirklich klasse.“ Besser ist derzeit nur Spitzenreiter TuS Ferndorf.

HSG Hanau: Adanir, Tomm; Ahrensmeier (2), Bergold (4/3), Braun (5), Ireland (1), Fulda, Gerst (2), Jusys (2), Marquardt, Ritter (2), Rivic (2), Ruppert (2), Schiefer (4), Strohl (4), Schröder

Schiedsrichter: Mischinger / Näther - Siebenmeter: HSG 3/3, HLZ 3/2 - Zeitstrafen: HSG 1, HLZ 4 - Zuschauer: 380

Von Robert Giese

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