Jonas Ulshöfer konnte sich zwar insbesondere in der ersten Halbzeit oft gut durchsetzen, am Ende standen er und seine Bruchköbeler Teamkameraden aber mit leeren Händen da. Foto: Kalle.

Bruchköbel

SGB kassiert bittere Heimpleite

Handball. Eine ganz bittere Niederlage musste die SG Bruchköbel am Samstagabend hinnehmen: Beim letzten Spiel des Jahres in der 3. Liga Ost für die SGB unterlag der Aufsteiger dem GSV Eintracht Baunatal am Ende noch mit 29:30 - dabei hatten die Bruchköbeler beim Seitenwechsel noch mit 17:10 geführt.

Von Robert Giese

Die rund 400 Zuschauer in der Dreispitzhalle erlebten einen ganz starken Beginn ihrer Mannschaft, bei der im Angriff zunächst sowohl Jonas Ulshöfer als auch Tegaday Ramos-Nuez aufliefen. Diese ungewöhnliche Aufstellung entpuppte sich gegen den zwar groß gewachsenen, aber nicht sonderlich agilen Mittelblock der Nordhessen aber als passende taktische Maßnahme, denn insbesondere der pfeilschnelle Ulshöfer ließ seine Gegenspieler immer wieder gekonnt ins Leere laufen und netzte fast ungehindert ein.

Doch nicht nur in der Offensive überzeugten die Gastgeber, auch in der Abwehr rief die SGB eine ganz starke Leistung ab: Die Deckung der Bruchköbeler war über weite Strecken der ersten Hälfte schnell auf den Beinen und zwang Baunatal dadurch zu schlechten Würfen, die der in der ersten Hälfte gut aufgelegte Marius Sulzbach meist parierte. Daraufhin leiteten die Hausherren umgehend Konter ein, kamen so zu leichten Toren und führten nach gut zehn Minuten bereits mit 8:2.

Weil die SGB in der Folge immer mal wieder gute Chancen liegen ließ – unter anderem scheiterten die Bruchköbeler zweimal von der Siebenmeterlinie – konnten die Hausherren ihren Vorsprung in der Folge jedoch nicht weiter ausbauen und gingen „nur“ mit einer Sieben-Tore-Führung in die Halbzeitpause; bei noch konsequenterer Chancenverwertung hätte die Führung durchaus zehn Treffer betragen können.

Die Baunataler, die bis dahin ein weitgehend blutleeres Spiel geboten hatten, waren im zweiten Durchgang allerdings wie verwandelt und zeigten nicht nur Kampfgeist, sondern auch die richtigen spielerischen Lösungen: Die Abwehr ließ Ulshöfer nach einer Umstellung nicht mehr so frei schalten und walten wie im ersten Durchgang, der Angriff brachte die SGB-Defensive durch permanente Kreuzbewegungen ins Laufen, bevor die Gästespieler den Abschluss suchten – dadurch stieg die Trefferquote der Nordhessen steil an.

Acht Minuten nach Wiederanpfiff war der Vorsprung der Bruchköbeler auf vier Treffer zusammengeschmolzen, diese zeigten sich nun insgesamt deutlich unsicherer als in der ersten Hälfte: Die Hausherren ließen zwei weitere Strafwürfe liegen und bekamen in der Abwehr schlichtweg keinen Zugriff mehr, auch Sulzbach im Tor gelang kaum noch eine Parade. Fünf Minuten vor dem Schlusspfiff glichen die Gäste aus und gaben damit den Startschuss für eine umkämpfte Schlussphase.

In dieser avancierte Marvin Gabriel zum Matchwinner für Baunatal, denn er legte mit drei blitzschnellen Schlagwürfen in den Schlussminuten immer ein Tor vor, den letzten dieser Treffer konnten die Bruchköbeler in den verbleibenden Sekunden trotz aufopferungsvollem Einsatz nicht mehr egalisieren, sodass die Hausherren zum ersten Mal seit der Amtsübernahme durch Tim Beckmann ohne Punkte blieben.

„Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen“, meinte Gäste-Coach Mirko Jaissle nach dem Abpfiff, „aber am Ende entscheiden da Kleinigkeiten.“ Sein Team sei – auch wegen des permanenten Drucks der Bruchköbeler – in der ersten Halbzeit ganz schwach gewesen, habe sich dann aber gesteigert. Beckmann ärgerte sich hingegen über „zu viele einfache Gegentore in der zweiten Hälfte. Wir haben viel zu viel zugelassen.“

Durch die Heimniederlage muss die SGB auf einem Abstiegsplatz überwintern, hat allerdings nur zwei Punkte Rückstand auf das rettende Ufer.

SG Bruchköbel: Iteb Bouali, Marius Sulzbach; Sebastian Dietrich, Fatih Günes (2), Jonas Heuer (3), Jannik Hoffmann (4), Maximilian Kraushaar (3), Milos Kreckovic (1), Michael Nath, Edi Pjanic, Tegaday Ramos-Nuez (6/4), Jonas Ulshöfer (6), Yannik Woiwod, Sergej Zutic (4/1) – Schiedsrichter: Bittner/Casselmann – Siebenmeter: SGB 9/5, GSV 3/2 – Zeitstrafen: SGB 4, GSV 5 –Zuschauer: 400

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