Machte auf der Außenbahn auf sich aufmerksam und zählt zum Stammpersonal von Türk Gücü Hanau: Justin Netzband bringt die Klausurphase und das Vorbereitungs‧programm seines Vereins unter einen Hut. Archivfoto: TAP

Fußball

Justin Netzband will mit Türk Gücü vorne angreifen

Auf der rechten Außenbahn verdiente sich Justin Netzband in der vergangenen Saison im Trikot des Gruppenligisten Türk Gücü Hanau Bestnoten.

Von Frank Schneider

Dabei ist der 22-Jährige von Haus aus gelernter „Sechser“. Mit seiner Schnelligkeit war Netzband aber schließlich im Offensivspiel der Hanauer eine Bereicherung und ein Wegbereiter für einige wichtige Tore.

„Ich fühle mich in zentralen Positionen wohler, doch ich spiele dort, wo der Trainer mich aufstellt“, erklärt der Student der Wirtschaftswissenschaften. Nach Anlaufschwierigkeiten schwang sich der von Eintracht-Sportfreunde Windecken an die Rudi-Völler-Sportanlage gewechselte Netzband in der vergangenen Saison vom Ergänzungsspieler zum Leistungsträger auf.

Kurze Hoffnung auf den Aufstieg

Zeitweise sah es sogar so aus, als könne Türk Gücü Hanau noch aktiv ins Rennen um den Aufstieg eingreifen. „Am Ende hat leider ein wenig die Konstanz gefehlt“, erinnert sich der in Frankfurt lebende Netzband. Die Aussichten für die kommende Saison sieht er rosig. Viele Stammspieler der vergangenen Saison seien noch da. „Wir wissen, wozu wir in der Lage sind“, sagt Netzband und denkt insgeheim an den Angriff auf die Spitzenplätze.

Dass der Verein in Sachen Zielsetzung etwas vorsichtiger agiert und lediglich als Vorhaben den Klassenerhalt nennt, kann Justin Netzband verstehen. „Der Verein möchte die Spieler nicht unnötig unter Druck setzen, und das ist ja auch richtig so. Als Sportler strebt man aber immer nach dem Maximum – und das wäre in diesem Fall der Aufstieg.“ Forsche Töne, oder eben gesundes Selbstvertrauen. Netzband erklärt: „Ich kenne keine Fußballer, die in die Runde gehen und sagen, dass sie mit einem Platz im Tabellenmittelfeld zufrieden wären.“

Der 22-Jährige fühlt sich im multikulturellen Kader des Gruppenligisten wohl. „Es ist bei Türk Gücü auch nicht anders als bei anderen Vereinen. In der Kabine und auf dem Feld wird deutsch gesprochen. Das machen die Spieler aus Respekt vor denjenigen, die kein Türkisch können, schon automatisch“, erzählt er.

Wunsch nach verletzungsfreier Saison

„Justin kann immer auch für junge Spieler als Vorbild genommen werden. Seine Leistungen waren über Wochen konstant gut. Auf und neben dem Platz ist er ein einwandfreier Spieler und Mensch“, lobt Spielertrainer Tim Müller. Er wünscht seinem vielseitig einsetzbaren Spieler eine komplette Runde ohne Verletzungen und Krankheiten. Dies war in der vergangenen Saison gerade anfangs nicht der Fall. Auch ein Grund, weshalb Justin Netzband in den ersten Wochen im Team nur schwer Fuß fasste.

Seine fußballerische Entwicklung sieht Justin Netzband noch längst nicht abgeschlossen. Wie weit es für ihn, der im Jugendbereich bei den Offenbacher Kickers spielte, in Ligen gerechnet noch nach oben geht, wird auch von seiner beruflichen Entwicklung abhängen. „Fußball ist mein Ein und Alles und ich versuche immer alles mit meinem Studium unter einen Hut zu bringen, doch im Endeffekt haben der akademische Abschluss und später die berufliche Zukunft Vorrang“, meint der BWL-Student der Frankfurter Goethe-Universität.

Die Tatsache, dass die intensive Vorbereitung auf die Gruppenliga-Saison parallel zur Klausurphase verläuft, erfordert von ihm Disziplin und auch ein gutes Zeitmanagement. „Ich habe lange nicht so einen jungen Mann gesehen, der zielstrebig versucht, alles unter einen Hut zu bekommen, ohne irgendetwas zu vernachlässigen. Justin ist echt ein feiner Kerl“, ist Müller überzeugt, dass Justin Netzband seinen Weg machen wird. Fußballerisch und beruflich.

Das könnte Sie auch interessieren