Durchsetzungsvermögen: Die weibliche C-Jugend der SG Bruchköbel spielt in der Oberliga Nord eine gute Rolle und steht im Mittelfeld der Tabelle. Archivfoto: TAP/Per Bergmann

Handball

Jugend-Oberligen: Bisher märchenhafte Saison der König-Truppe

Handball. Den Überraschungsauftritt legt in dieser Saison die A-Jugend der HSG Preagberg in der Oberliga hin. Verlustpunktfrei rangiert das Team von Dirk König an der Tabellenspitze, ist längst Anwärter Nummer eins auf die Meisterschaft. Aber auch die C-Juniorinnen der SG Bruchköbel spielen in der Oberliga Nord eine gute Rolle.

Von Julia MeissGewohnt stark sind die weibliche B-Jugend der JSG Buchberg und die männliche C-Jugend der HSG Hanau unterwegs. Beide stehen in ihrer jeweiligen Oberliga oben, haben aber jeweils eine schwere Restrunde vor der Brust. Die männliche B-Jugend der HSG Hanau hofft derweil, aus dem Formtief in der Restrunde rauszukommen. Recht zufrieden ist die weibliche A-Jugend der JSG Buchberg mit dem bisherigen Saisonverlauf.

Weibliche A-Jugend, JSG Buchberg: Mit Verletzungspech und einer neuen Dimension der Doppelbelastung hat die JSG Buchberg zu kämpfen. „Von daher gesehen sind wir mit dem Saisonverlauf eigentlich zufrieden“, sagt Trainerin Ilse Ruhlandt. Ihre Mannschaft, in der nur fünf nominelle A-Juniorinnen spielen und die B-Juniorinnen immer auffüllen, rangiert mit 8:8 Punkten auf dem fünften Platz. Beim hochkarätigen Sauerland-Cup hat sich die Mannschaft am Wochenende das nötige Selbstvertrauen für die Restrunde geholt. „Es war der Wunsch der Mädels, vor dem Restrundenbeginn nochmal zu spielen. Ein großes Lob geht dabei auch an die Eltern, die teilweise ihre Skiurlaube angepasst haben“, freut sich Ruhlandt über die Unterstützung. Belohnt wurde der JSG-Tross mit dem dritten Platz.

Bereits am Sonntag, 12. Januar, steht für die JSG Buchberg der Punktspielauftakt bei Tabellenführer HSG Bensheim/Auerbach II an (14 Uhr).

Weibliche B-Jugend, JSG Buchberg:Mit Rang zwei stehen die Buchbergerinnen optisch gut da, haben in dieser Saison aber mit der enormen Doppelbelastung und ihrem guten Ruf zu kämpfen. Einerseits füllen die B-Jugendlichen den A-Jugend-Kader auf, andererseits steht Top-Talent Anika Hampel beim FSV Mainz im Drittliga-Aufgebot und ist sogar schon in der Frauen-Bundesliga aufgelaufen. Dazu sind Charlotte Schäfer und Alina Schmitt mit Zweitspielrechten für ihren Heimatverein ausgestattet. „Eigentlich sind wir das mit der Doppelbelastung seit Jahren gewohnt, aber diesmal ist es eine ganz andere Erfahrung“, sagt Trainerin Ilse Ruhlandt, die diesmal ihre Mädels auch für andere Mannschaften abstellt.

Außerdem sind die Buchbergerinnen die Gejagten, aufgrund der starken Ergebnisse der vergangenen Jahre „sind wir die Verfolgten, gegen die jeder gewinnen will“, sieht Ruhlandt dies auch als Erfolg der bisherigen Arbeit. In den ausstehenden sechs Spielen wollen die Buchbergerinnen natürlich an der Spitze bleiben. „Ziel ist es immer, ganz vorne zu sein“, sagt Ruhlandt. Weiter geht es für die JSG am am Sonntag, 26. Januar, mit dem Heimspiel gegen die HSG Twistetal (14 Uhr).

Weibliche C-Jugend, SG Bruchköbel: In der Nord-Staffel belegt die SG Bruchköbel mit 8:8 Punkten den vierten Tabellenplatz und hat drei Punkte Rückstand auf den Tabellendritten HSG Twistetal. Der Vorsprung auf den fünften Rang beträgt zwei Punkte. Wie es das Punktekonto vermuten lässt, haben die Bruchköbelerinnen eine absolut ausgeglichene Hinrunde hingelegt und sich als ernstzunehmender Gegner erwiesen. „Wir sind sehr, sehr zufrieden. Mehr kann man nicht erwarten in der ersten Saison“, sagt Trainer Detlev Haye. Seine Mädels kämen mit dem neuen Handball und dem intensiveren Training gut zurecht. In der Rückrunde sollen vermerht

Spielerinnen aus dem jüngeren Jahrgang eingesetzt werden und mehr Verantwortung bekommen. „Wir wollen schließlich auch nächstes Jahr wieder Oberliga spielen, das ist das Ziel“, Zum Auftakt in das Punktspieljahr 2020 bekommt es die SGB mit einem echten Brocken zu tun: Am Sonntag, 26. Januar, gastiert Tabellenführer HSG Baunatal in der Dreispitzhalle (15 Uhr). Im Hinspiel hatte die HSG beim 32:20 klar die Oberhand behalten.

Männliche Jugend A, HSG Preagberg:Eine märchenhafte Saison legt die HSG Preagberg hin und ist verlustpunktfreier Spitzenreiter – mit fünf Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten HSG Breckenheim/Wallau/Massenheim. Sensationell ist dabei die Angriffsleistung der HSG: Die Preagberger warfen in den bisherigen zehn Saisonspielen immer mindestens 30 Tore, knackten sogar fünfmal die 40-Tore-Marke.

„Besser geht es nicht“, schmunzelt daher auch HSG-Coach Dirk König. Die Preagberger waren mit dem Saisonziel gesichertes Mittelfeld gestartet, was spätestens nach dem fünften Spieltag keinen Bestand mehr hatte. „Das war das Spiel gegen Holzheim, in dem zwei ungeschlagene Mannschaften aufeinander trafen und wir recht souverän gewonnen haben. Da habe ich mir gedacht, 'okay, jetzt spielen wir oben mit'“, erzählt der Coach.

Natürlich wollen die Preagberger auch am Saisonende ganz oben stehen, schauen aber weiterhin von Spiel zu Spiel. „Wir sehen immer das nächste Spiel als das wichtigste an. Außerdem hatten wir bisher Glück, dass wir von mehreren größeren Verletzungen verschont geblieben sind“, setzt der Übungsleiter auch in der Restrunde auf den ausgeglichenen und breiten Kader. Am Sonntag, 19. Januar, geht der Spielbetrieb für die HSG weiter. Zu Gast ist ab 15.30 Uhr der Tabellenachte SG Wehrheim/Obernhain.

Männliche Jugend B, HSG Hanau: Der Bundesliga-Nachwuchs aus Hanau musste sein Saisonziel revidieren. Eigentlich wollten die Youngster ein Wörtchen im Kampf um die Qualifikation zur deutsche Meisterschaft mitreden, nach acht Partien und einer Ausbeute von 6:10 Punkten sowie dem sechsten von acht Plätzen ist dieses Ziel nicht zu erreichen. „Wir hängen hinter den Erwartungen zurück – keine Frage. Wir hatten eine gute Vorbereitung mit starken Ergebnissen bei Testspielen und Turnieren, waren in der Hinrunde aber nicht in der Lage, die Leistung in den entscheidenden Situationen auf das Parkett zu bringen“, analysiert Coach Etienne Emmert. Genau darum soll es nun in der Restrunde gehen. Die Hanauer haben in der Winterpause den Resetknopf gedrückt und wollen sich selbst beweisen, dass sie es besser können. Bei zwei Spielern stehen noch MRT-Befunde aus, diese könnten also ausfallen.

Die Restrunde startet für die HSG Hanau am Samstag, 25. Januar, mit dem Heimspiel gegen die mJSG Melsungen (15.30 Uhr).

Männliche Jugend C, HSG Hanau:Den Hanauer Youngstern steht eine spannende Restrunde bevor, denn fünf Teams mischen im Kampf um die beiden Qualifikationsplätze zur deutschen Meisterschaft mit. „Unsere Ausgangsposition ist gut“, sagt HSG-Coach Sven Sachtleber. Durch den starken 31:30-Sieg im Spitzenspiel vor der Winterpause gegen die HSG Hochheim/Wicker stehen die Hanauer auf dem ersten Platz. Lediglich kurz nach Saisonbeginn leistete sich die HSG eine kurze Schwächephase und kassierte zwei Niederlagen. Danach warfen die Jungs wieder alles in die Waagschale, sodass sie nach dem letzten Spiel im vergangenen Jahr „am Limit waren“, wie Sachtleber sagt.

Seit gestern ist die trainingsfreie Zeit für die Hanauer vorbei. In der Rückrunde muss das Trainer-Duo Sven Sachtleber/Lukas Rundensteiner allerdings den Ausfall seines Spielmachers verkraften. „Wir sind aber guter Dinge, dass wir die Quali wuppen können“, sagt Sachtleber und wirft einen Blick auf die nächste Saison: Da die B-Jugend der HSG Hanau in der Oberliga im hinteren Tabellenfeld angesiedelt ist, spielen seine Jungs auch „um ihren Oberliga-Platz in der B-Jugend.“ Weiter geht es für die HSG Hanau am Sonntag, 26. Januar, mit dem Heimspiel gegen Tuspo Obernburg (14 Uhr).

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