Eintracht-Stürmer Branimir Hrgota (rechts) im Zweikampf mit dem Hanauer Enis Muratoglu. Foto: Bender

Hanau

Jubiläumsspiel: Hanau 93 verliert 0:13 gegen Eintracht Frankfurt

Fußball. 13 Tore schossen die Bundesliga-Profis der Frankfurter Eintracht bei ihrem gestrigen Gastspiel im Herbert-Dröse-Stadion. Die Mehrzahl der Treffer resultierte aus Geschenken der Spieler des FC Hanau 93. „Wir waren der Gastgeber, der zu nett war“, meinte Slavisa Dacic daher nach dem Spiel.

Von Thorsten Jung

Und: „Die Eintracht war nicht freundlich zu uns.“ Der Hanauer Trainer hatte freilich auch mit der Aussage recht, dass das Ergebnis „ein bisschen zu hoch ausfiel“. Zur Pause hatte es vor offiziell 3840 Zuschauern nur 0:3 gestanden, am Ende hatten die drei Hanauer Torhüter 13 Gegentreffer kassiert, ihre Stürmer, trotz guter Chancen, aber kein Tor erzielt.

Mit einem verschmitzten Lächeln hatte Branimir Hrgota den vom Flutlicht hell erleuchteten Rasen des Dröse-Stadions verlassen. Acht Tore schoss der schwedische Stürmer der Eintracht, der gebürtig aus Bosnien-Herzegowina stammt. Meist stand er goldrichtig und musste den Ball nur ins leere Tor befördern.

Zweifelhafter Strafstoß

Eine halbe Stunde hielt Jens Westenberger den Kasten der 93er sauber. Mehrere Male parierte Hanaus Stammkeeper stark. Gegen die Treffer von Noel Knothe und Marc Stendera war er dann machtlos. Mit dem 0:2 im Rücken zeigte der HFC, dass er nicht ohne Grund an der Tabellenspitze der Verbandsliga steht. Der Anschlusstreffer lag in der Luft. Feta Suljic und Kahraman Damar hätten das 1:2 erzielen müssen.

Für Ärger im Lager der Brüder-Grimm-Städter, bei denen Abwehrchef Daniyel Cimen wegen seiner Traineraufgaben beim FC Gießen fehlte, sorgte kurz vor der Pause ein Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Nicklas Rau. Hrgota fiel nach einer Berührung von Alexander Hagikian viel zu leicht. „Das war viel zu wenig“, meinte der Hanauer Abwehrspieler. „Hrgota ist da mehr in unseren Spieler reingelaufen“, sprang ihm Keeper Westenberger zur Seite.

Acht Wechsel in der Pause

93-Trainer Christoph Prümm eilte in der Pause zum Schiedsrichter. „Nicht in unserer Liga und nicht in der Bundesliga wird das gepfiffen“, sagte er zum Unparteiischen. „Er meinte, er hat das so gesehen“, zuckte Prümm mit den Schultern und fragte mit einem Schmunzeln: „Hat die Eintracht es echt nötig gegen uns so einen Elfmeter zu kriegen?“

Zur Pause wechselten Prümm und Dacic acht Mal. Unter anderem blieb Westenberger in der Kabine. „Man merkt, dass sie schneller abschließen. Ballannahme und direkt kommt der Schuss“, erklärte der Keeper, den Unterschied von Verbands- zu Bundesliga.

Eintracht mit angezogener Handbremse

Die Eintracht wurde in den zweiten 45 Minuten regelrecht zum Tore schießen eingeladen. Sébastien Haller, Jetro Willems und Hrgota bekamen die Bälle teilweise auf dem Silbertablett serviert und mussten nur noch vollenden. „Wir mussten Vollgas geben und die haben mit angezogener Handbremse gespielt“, meinte Hagikian nach seiner Auswechslung.

Die beiden Torhüter Alexander Neubauer und Martin Funk, die jeweils zum Einsatz kamen, konnten einem fast leid tun. „Durch die Auswechslungen haben wir unsere Struktur und Ordnung verloren“, brachte es Dacic auf den Punkt.

Marco Russ veweigert Interviewanfrage

Der Ehrentreffer blieb den 93ern aber verwehrt da Khaibar Amani und Felix Wissel den eingewechselten Eintracht-Schlussmann Felix Wiedwald nicht überwinden konnten.

Nach dem Abpfiff eilten die Profis schnell in die Kabine. Bestnoten beim Autogramme schreiben verdiente sich Haller. Nur auf der Ersatzbank aber ohne Einsatzminute blieb der gebürtige Hanauer Marco Russ, der eine Interviewanfrage des HA sehr bestimmt abwies.

Zu den Highlights zählte eine handvoll junger Eintracht-Fans, die auf der Haupttribüne in der zweiten Halbzeit von Minute zu Minute mehr Stimmung machte. Die Hymne „Eintracht vom Main“ schmetterten sie textsicher.

Hanau 93: Westenberger, Ries, Bicakci, Damar, Hagikian, Sekeric, Muratoglu, Ünal, Suljic, Gogol, Fink (eingewechselt: Neubauer, Funk, Gashi, Kubsch, Skela, Wissel, Di Natale, Crews, Eris, Amani, Mezini, Gschwender)Eintracht: Zimmermann, Falette, Fernandes, De Guzman, Willems, Stendera, Beyreuther, Müller, Allan, Hrgota, Knothe (eingewechselt: Wiedwald, Haller)Tore:0:1 Knothe (31.), 0:2 Stendera (36.), 0:3, 0:4, 0:5, 0:6 Hrgota (42., Foulelfmeter, 58., 60., 68.), 0:7 Haller (72.), 0:8, 0:9 Hrgota (76., 82.), 0:10, 0:11 Willems (85., 87.), 0:12, 0:13 Hrgota (88., 90.) – Schiedsrichter: Rau (Kaichen) – Zuschauer:3840

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