Wieder im White-Wings-Trikot: Jonathan Mesghna spielte schon von 2014 bis 2016 in Hanau. Archivfoto: TAP

Basketball

Jonathan Mesghna ist nach drei Jahren zurück in Hanau

Basketball. Jonathan Mesghna als Neuzugang der Ebbecke White Wings zu bezeichnen, ist zwar faktisch richtig. Gefühlt ist sein Wechsel von Regionalliga-Meister Giants Düsseldorf allerdings eine Rückkehr in die Heimat. Von 2014 bis 2016 absolvierte der 29-jährige Small Forward seine erste Profistation in Hanau.

Seitdem hat sich in seiner Karriere einiges getan. Ergo hat sich Mesghna ganz andere Ziele gesteckt als vor fünf Jahren, als er ein Grünschnabel war.

„Es ist für mich keine Überraschung, dass ich wieder in Hanau gelandet bin“, sagt Jonathan Mesghna. „Ein solches Comeback kommt im Sport nicht selten vor. Trotzdem fühlt es sich jetzt nach etwas Besonderem an.“ Der gebürtige Heidelberger ist in Frankfurt aufgewachsen, Familie und Freude wohnen nur 20 Autominuten entfernt.

Trifft im White Wings Kader auf alte Bekannte

Auch im White-Wings-Kader trifft Mesghna auf alte Bekannte: Mit Kapitän Till-Joscha Jönke und Josef Eichler spielte er schon während seiner ersten Zeit bei den White Wings zusammen. Mit Benedikt Nicolay ist er befreundet. Nach Hanau geholt hatte ihn einst Ex-Trainer Ty Shaw. Nach dessen Ausscheiden lernte er Simon Cote und seine offenbar einprägsame Handschrift kennen.

„Als ich zum ersten Mal wieder im Training war, habe ich gemerkt, dass ich das System noch kenne und weiß, worauf der Coach achtet. Es war sehr einfach, mich zu akklimatisieren“, erzählt Mesghna. „Und natürlich weiß ich, wo der nächste Supermarkt ist. Hanau hat sich nicht großartig verändert.“

Anders als Jonathan Mesghna selbst. Als er 2014 in die Main-Kinzig-Halle stiefelte, war ein unbeschriebenes Blatt. Nach mehreren Jahren College-Ausbildung in North Dakota, Maine und Montana fehlte ihm die Erfahrung im Profibereich.

Damals Grünschnabel, heute Ruhepol

Trotzdem gelang ihm ein glänzender Einstand mit einem Punkteschnitt von 10,2. „Ich war schon damals ein ruhiger Spieler, aber jetzt sieht man mir die Ruhe, die ich ausstrahle, mehr an. Das sagen mir zumindest meine Trainer“, sagt Mesghna. „Ich möchte die jüngeren Spieler daran teilhaben lassen.“

Klingt nach einer Führungsfigur in einem White-Wings-Aufgebot, in dem Mesghna (nach Eichler) zweitältester Spieler ist. Auf seinen starken Wurf, seine Athletik und seine US-Grundausbildung kann er sich verlassen.

„Wobei ich jungen Spielern raten würde: Bleibt in Deutschland!“, sagt Mesghna. „Es gibt heute mehr Vereine, die ihren Fokus auf Jugendarbeit legen. Davon können Talente profitieren. Die neu aufgestellten Ligen ProA und ProB sind ein guter Einstieg.“

Zweites Standbein durch Studium der Kommunikationswissenschaften

Dennoch sei es in Nordamerika einfacher, ein Studium mit Leistungssport zu vereinbaren. Er schloss trotz täglichem Training einen Bachelor in Kommunikationswissenschaft ab und schuf sich ein Standbein für die Karriere nach dem aktiven Basketball.

Doch daran denkt Mesghna nicht. Seine ganze Konzentration gilt der zweiten Liaison mit den White Wings. Er will seine verbesserten Defensivqualitäten ausspielen. Sie sind ein Feinschliff, den er sich nach einer durchwachsenen Abschiedssaison in Hanau in zwei schwierigen Jahren bei den Artland Dragons in der ProB und zuletzt bei den Giants Düsseldorf in der Regionalliga geholt hat – gekrönt vom Titelgewinn und dem Aufstieg in die Nordstaffel der zweiten Liga. Mesghna tankte in den vergangenen Monaten viel Selbstvertrauen.

In Quakenbrück Strukturen aus der Bundesliga kennengelernt

Obwohl die Artland Dragons während seiner Zeit eine Klasse unter den White Wings aufliefen, lernte Jonathan Mesghna in Quakenbrück Strukturen aus der Basketball-Bundesliga kennen, die den tiefen Fall des einstigen Vizemeisters und Pokalsiegers überlebt hatten: „Es gibt dort eine Spiel- und Trainingshalle sowie einen Kraftraum im selben Gebäude. Oder einen Physiotherapeuten, der hauptamtlich nur für den Verein arbeitet. Das lässt sich nicht mit Hanau vergleichen.“

Dennoch sahen die White Wings in der vergangenen Saison im direkten Vergleich mit den Dragons, die die ProA-Hauptrunde auf dem elften Rang beendeten, nicht schlecht aus. Ein Grund mehr für Mesghnas Heimkehr. sha

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