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Vor 25 Jahren: Windecken siegt und steigt doch nicht auf

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Die Windecker Fußballer haben es in der Aufstiegsrelegation spannend gemacht. Von vier Spielen verloren sie keines, für den Sprung in die Bezirksoberliga reichte es im Juni 1991 trotzdem nicht. Foto: Jung
Die Windecker Fußballer haben es in der Aufstiegsrelegation spannend gemacht. Von vier Spielen verloren sie keines, für den Sprung in die Bezirksoberliga reichte es im Juni 1991 trotzdem nicht. Foto: Jung

Fußball. Im Juni vor 25 Jahren ist der Büdinger Stadtteil Calbac im Ausnahmezustand gewesen. Die Sportfreunde Windecken gewannen vor 1000 Zuschauern in der Aufstiegsrelegation mit 3:2 gegen den SV Calbach .  Dabei sah es lange Zeit nicht nach einem Sieg aus.

Von Robert Giese

Jede Menge Betrieb herrschte im Juni vor 25 Jahren im Büdinger Stadtteil Calbach. Das beschauliche Örtchen, das damals rund 400 Einwohner zählte, platzte schier aus allen Nähten. Grund dafür war die Aufstiegsrelegation in die Bezirksoberliga Frankfurt-Ost, welche die Fußballer des heimischen SV Calbach gegen den Vertreter des Hanauer Fußballkreises, den SC Eintracht-Sportfreunde Windecken, bestritten.

Über 1000 Zuschauer sorgten für eine beeindruckende Kulisse bei diesem Relegationsspiel, die Infrastruktur vor Ort wurde dabei jedoch an die Grenzen der Belastbarkeit beansprucht. „Der ganze Ort war voller Autos“, erinnert sich Gerd Bauscher, der damals Vorsitzender der Windecker Fußballer war, an den gewaltigen Zuschauerzuspruch.Windecken wird kalt erwischtCalbach schien mit dieser Kulisse anfangs jedoch deutlich besser zurechtzukommen: Die eigentlich favorisierten Gäste wurden bereits in der Anfangsphase kalt erwischt und lagen nach einem Doppelpack des Calbacher Goalgetters Thomas Schamma (10. und 17. Minute) schnell mit 0:2 zurück.Kein gutes Haar ließ der damalige HA-Reporter Hans-Dieter Puth an der Abwehrleistung der Windecker: Er bescheinigte dem Team zwar ein „technisch versiertes Spiel“, Schramma sei von der Gäste-Defensive beim ersten Tor allerdings nur „mickrig attackiert“ worden.Schiedsrichter patzenAuch das Schiedsrichtergespann kam nicht gut weg: Beim 2:0, das Schramma aus „deutlicher Abseitsposition“ erzielt habe, hätten die Unparteiischen um Oberliga-Schiedsrichter Grieben wohl in die Sonne geschaut, mutmaßte Reporter Puth spöttisch.Nach weiteren guten Chancen für die Platzherren berappelten sich die Windecker noch vor der Pause, verkürzten erst durch einen von Libero Wörner verwandelten Handelfmeter, ehe sie noch vor dem Seitenwechsel durch Heßberger zum 2:2-Ausgleich kamen.Calbach hat nur wenig entgegenzusetzenIn der zweiten Hälfte hatten die Gastgeber ihr Pulver dann offensichtlich verschossen, denn die zunehmend erschöpft wirkenden Calbacher hatten den Gästen nur noch wenig entgegenzusetzen. So konnte Müller per „sehenswertem Volleyschuss“ in der 53. Minute das Siegtor erzielen.Der umjubelte Sieg der technisch überlegenen Gäste aus Windecken nach einer deutlichen Leistungssteigerung hatte auf den Aufstieg in die Bezirksoberliga allerdings keinen Einfluss – den verpassten die Gäste in dieser Saison nämlich.Happy-End gibt es ein Jahr späterFür die Windecker Fußballer gab es ein Jahr nach der Partie vor Rekordkulisse allerdings dennoch ein Happy-End: „In der Saison darauf“, erinnert sich Bauscher, „hat es mit dem Aufstieg dann geklappt.“Für Windecken spielten: Goldermann – Wörner – Lilienthal, Wirth, Hamburger – Walther, Heßberger, Uffelmann (55. Weyland), Puschkasch – Müller, KrämerTore: 1:0 und 2:0 Thomas Schamma (10./17.), 2:1 Wörner (40./HE), 2:2 Hessberger (44.), 2:3 Müller (53.) – Schiedsrichter: Grieben (Rumpenheim) – Zuschauer: 1050 – Zeitstrafen: Uffelmann (18.), und Hamburger (84.)

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