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Mit der 50-Kilometer-Meisterschaft schrieb Rodenbach 1995 Laufgeschichte.

Zahlreiche neue Rekorde aufgestellt

Erste 50-Kilometer-Meisterschaft: Vor 25 Jahren wurde in Rodenbach Leichtathletik-Geschichte geschrieben

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Zu einer Premiere mit gewaltiger Resonanz kam es im April 1995 in Rodenbach, denn dort veranstaltete der SSC Hanau-Rodenbach die ersten deutschen Meisterschaften über 50 Kilometer.

Mehr als 600 Athleten stellten sich dieser Herausforderung und sorgten für ein wahres Rekord-Festival mit Weltklassezeiten, bei dem zahlreiche neue Bestleistungen aufgestellt wurden. Ins Leben gerufen hatte die Meisterschaft Harry Arndt, der nicht nur dem SSC vorstand, sondern auch der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung.

Auf einem flachen, asphaltierten Rundkurs durch den Rodenbacher Wald, den die Athleten fünfmal bewältigen mussten, stellte der SSC damals aus dem Stegreif das „größte Ultramarathon-Erlebnis aller Zeiten im Straßenlauf“ auf die Beine, wie unsere Zeitung damals beeindruckt anmerkte.

Internationales Teilnehmerfeld in Rodenbach

Denn zur ersten deutschen Meisterschaft über die 50 Kilometer reiste nicht nur die deutsche Elite in Form der Nationalmannschaften der Frauen und Männer an, sondern auch zahlreiche Läufer aus dem Ausland: Sowohl aus den Nachbarstaaten als auch aus Marokko oder Großbritannien kamen Läufer nach Rodenbach.

Zum Favoritenkreis zählte dabei das Ehepaar Maria und Kazimierz Bak, die für MTP Hersbruck an den Start gingen – Kazimierz hielt unter anderem die deutschen Rekorde über 100 und 50 Kilometer. Nach dem Startschuss um 10 Uhr übernahm der deutsche Rekordhalter daher bei bestem Wetter auch gleich die Führung, lief die ersten zehn Kilometer in 33:20 Minuten und ließ seine ärgsten Verfolger damit 100 Meter hinter sich. In der Folge baute der 39-Jährige, der eine Woche zuvor den London-Marathon gelaufen war, aber merklich ab, musste seine Konkurrenten ziehen lassen und schließlich sogar aufgeben.

Brite siegt mit drei Minuten Vorsprung

Den Sieg bei den Männern sicherte sich stattdessen überlegen der Brite Shane Downes, der nach 2:55:45 Stunden ins Ziel im Rodenbacher Waldstadion lief und dabei knapp drei Minuten Vorsprung auf Michael Sommer (EK Schwaikheim) hatte, der sich aber zumindest noch mit dem deutschen Rekord trösten konnte.

Von den Lokalmatadoren schlug sich Ulrich Amborn von der LG Offenbach als Neunter am besten, Dr. Stefan Hinze war als 27. der beste Läufer des SSC Hanau-Rodenbach, der in der Mannschaftswertung auf dem zweiten Platz landete. Für ein dickes Ausrufezeichen sorgte derweil Maria Bak, die ihren eigenen deutschen Rekord um sieben Minuten auf 3:16:46 Stunden verbesserte und im Ziel 13 Minuten Vorsprung auf die zweitplatzierte Ricarda Botzon (Harburger TB) aufwies.

Dutzende neue Rekorde aufgestellt

Baks Fabelzeit war indes nicht die einzige Bestleistung an diesem Tag, denn da gleichzeitig auch die deutschen Senioren-Meisterschaften stattfanden, purzelten auch in den Altersklassen zahlreiche Rekorde. Insgesamt stellten die Läufer gleich ein Dutzend neue Altersklassenrekorde auf und sorgten damit dafür, dass mit der ersten deutschen Meisterschaft über 50 Kilometer wahrlich Laufgeschichte geschrieben wurde.

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