Durchgesetzt: Marius Hehn (am Ball, HSG Preagberg) lässt David Wucherpfennig (links) und Mario Stark stehen. Dennoch hieß der Sieger des Jubiläumsspiels zu 50 Jahre TS Großauheim letztlich TV Großwallstadt. Foto: TAP

Handball

50 Jahre TS Großauheim: HSG Preagberg zeigt keine Angst

Handball. Ihr 50-jähriges Jubiläum feierte die Handballabteilung des TS Großauheim am Samstag mit einem Spiel gegen einen äußerst namhaften Gegner, denn in der Sporthalle am Spitzenweg gab sich kein Geringerer als der mehrfache deutsche Meister TV Großwallstadt die Ehre.

Von Robert Giese

Der künftige Drittligist hatte bei seinem Gastspiel viele Stammspieler an Bord und verzückte die über 150 Zuschauer mit zahlreichen Kabinettstückchen, doch die Hausherren verkauften sich sehr ordentlich und zogen sich trotz der 20:43-Niederlage gegen den haushohen Favoriten achtbar aus der Affäre.

Die HSG Preagberg, die jüngst ihren Aufstieg in die Bezirksoberliga feiern konnte, machte den Gästen dabei schnell klar, dass sie keineswegs in Ehrfurcht erstarren wollte: Den ersten Wurf der Unterfranken blockte HSG-Routinier Sascha Möhwald, den Nachwurf parierte Torwart Stefan Dieckmann stark. Nach genau zwei Minuten und zweiunddreißig Sekunden war Dieckmann dann allerdings doch zum ersten Mal geschlagen, als Michael Spatz von Rechtsaußen traf – aber der war schließlich auch vor Kurzem erst Torschützenkönig in der 2. Bundesliga geworden.

Warten auf ersten Torerfolg

Auf ihren ersten Torerfolg mussten die Preagberger noch ein Weilchen länger warten, denn die Hausherren offenbarten in den Anfangsminuten große Probleme mit dem geharzten Ball. Nachdem das Spielgerät mehrmals ausgewechselt worden war – auch die Großwallstädter waren mit dem Grip der Kugel nicht zufrieden – holte der Preagberger Rückraumspieler Marius Hehn im Eins-gegen-eins einen Siebenmeter heraus, den sein Teamkollege Oliver Neumann in der zehnten Spielminute zum 1:5 einnetzte.

Auf der Gegenseite hatte der TVG weniger Mühe, zu Torerfolgen zu kommen, spielte seine Treffer in der Regel aber schön heraus: Auf Distanzwürfe und Einzelaktionen verzichteten die Gäste fast vollständig, sondern setzten stattdessen immer wieder sehenswert ihre Mitspieler in Szene. Großwallstadt bot im Angriff jede Menge fürs Auge, was die Zuschauer eifrig mit Applaus honorierten, noch lauter bejubelten die Handballfans allerdings die Rettungsaktionen ihrer eigenen Mannschaft. Insbesondere Dieckmann im Tor verdiente sich hier immer wieder Szenenapplaus, indem er mehrfach stark parierte.

Wenig Furcht vor großen Namen

Generell zeigten die Underdogs wenig Furcht vor großen Namen – und die hatten die Gäste durchaus in ihren Reihen, denn neben Spatz liefen in Großauheim unter anderem auch Mario Stark, Lars Spieß und Jan Winkler auf. So trickste sich Nicklas Sagorski in einer Szene sehenswert durch die TVG-Deckung und wurde lautstark gefeiert, auch wenn er direkt danach in der Abwehr locker ausgetanzt wurde – aber gegen einen Spieler wie Michael Spatz kann das schon mal passieren.

Beim Stand von 9:21 aus Sicht der Preagberger gingen die Teams in die Kabinen, und obwohl die Partie sehr einseitig war, blieb sie auch nach dem Seitenwechsel äußerst kurzweilig. Dafür sorgten nicht nur die stetig Nadelstiche setzenden Hausherren, sondern auch die Gäste, die nun immer tiefer in die Trickkiste griffen: Spatz und Co. zeigten sich ungemein spielfreudig und verzückten das Publikum mit handballerischen Leckerbissen wie Kempa-Tricks und No-Look-Pässen, die in den meisten Fällen zu spektakulären Toren führten.

Am standesgemäßen 43:20-Sieg der Unterfranken gab es letztlich nichts zu rütteln, der guten Laune in der Halle tat das jedoch keinen Abbruch, schließlich hatten die Großwallstädter alle Register ihres handballerischen Könnens gezogen. Die Hausherren hatten ihrerseits nach Kräften dagegengehalten und hier und da ebenfalls für besondere Momente gesorgt, die im besten Fall noch für die nächsten 50 Jahre im Gedächtnis bleiben werden.

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