Burim Gashi, Trainer des FC Hanau 93 II. Archivfoto: TAP

Fußball

Interview: Trainer Gashi über die Hinrunde von Hanau 93 II

Fußball. Als Aufsteiger belegt der FC Hanau 93 II in der Kreisoberliga zur Winterpause Platz eins. Von den vergangenen elf Spielen hat die Mannschaft zehn gewonnen. Im Klub spricht man nun offiziell vom Aufstieg. Ein Gespräch mit Trainer Burim Gashi über die erste Saisonhälfte, neue Spieler und seine Zukunft im Klub.

Herr Gashi, sind Sie vollends zufrieden mit dem Auftreten Ihrer Mannschaft oder gibt es auch Kritikpunkte?

Natürlich habe ich nicht geplant, dass es als Aufsteiger so gut laufen und dass die Kommunikation zwischen erster und zweiter Mannschaft so gut stattfinden wird. Ich bin mit der Punktzahl voll zufrieden. Wir stehen zurecht auf dem ersten Platz. Ich bin nur verärgert über die Spiele gegen Niederrodenbach, Kesselstadt und Wachenbuchen, in denen wir Unentschieden gespielt haben. Die tun immer noch weh. Die zwei Niederlagen waren verdient, weil wir uns da nicht gut angestellt haben.

Abteilungsleiter Giovanni Fallacara hat kürzlich angekündigt, dass der Aufstieg das Ziel ist. Ist das realistisch?

Es sind noch zwölf Spiele zu spielen. Da kann sehr viel passieren. Da wir aber jetzt schon oben stehen, möchten wir diesen Platz auch halten.

Viele Klubs haben kommuniziert, dass sie unbedingt aufsteigen wollen. Wie gehen Sie mit dem Druck um, nun auch zu diesem Kreis zu gehören?

Ich verspüre keinen Druck. Es ist nur geil, da oben zu stehen und Spiele zu gewinnen. Das fühlt sich immer gut an. Mir macht es großen Spaß: Wie die Jungs sich anstellen, wie sie vor dem Spiel fokussiert und konzentriert sind, wie sie die Aufgaben annehmen und wie sie mich akzeptieren, weil ich an der Außenlinie auch nicht so einfach bin. Aber die Jungs wissen ja auch, dass das immer nur eine Hilfestellung von außen sein soll.

Was hat die Mannschaft in der Hinrunde so erfolgreich gemacht?

Sie hat sehr diszipliniert ge-spielt. Jeder hat seine Position und seine Aufgaben ordentlich gemeistert. Dadurch haben alle gesehen: Wenn das so umgesetzt wird, was wir besprechen und trainieren, haben wir Erfolg. Das hat die Mannschaft noch hungriger gemacht. Das spüre ich auch im Training, wenn ich etwas erkläre. Alle sind voll dabei und voll konzentriert.

Einige Spieler sollen sich in der Rückrunde bei der ersten Mannschaft beweisen. Sind Sie besorgt, dass das Gerüst Ihres Teams nicht mehr zur Verfügung stehen könnte?

Nein, im Gegenteil. Ich bin zufrieden, dass die Jungs, die ich verpflichtet habe, so eingeschlagen haben und hochgezogen werden. Sie werden weiterhin bei der zweiten Mannschaft spielen, aber oben mittrainieren, weil sie die entsprechenden Leistungen gebracht und in der Kreisoberliga den Unterschied gemacht haben. Die zweite Mannschaft hat die Aufgabe, die Spieler für die erste Mannschaft auszubilden. Meine Aufgabe ist es, talentierte Spieler zu holen, wie die, die jetzt oben mittrainieren werden.

Ein Garant für den Erfolg ist Stürmer Jaouad El Kaddouri mit seinen 27 Toren. Wird er über den Winter hinaus in der zweiten Mannschaft bleiben?

Jaouad bleibt. Und er ist nicht der einzige, der so viele Tore geschossen hat. Pascal Koch hat auch 17 Tore, Onur Bulut 16. Ich habe zu Jaouad immer gesagt, dass er ein sehr wichtiger Spieler für mich ist, aber ohne die zweite oder dritte Reihe nicht funktioniert. Er holt sich die Bälle ja nicht hinten und macht dann die Tore, er kriegt sie serviert. Das ist die Kompaktheit von der Mannschaft, die auch der Grund dafür ist, dass wir da oben stehen. Es funktioniert alles einwandfrei von hinten bis vorne.

Ihr Torwart Jamal El Maged und Elmir Sekeric werden gehen. Gibt es schon Ersatz?

Wir sind an ein paar Torleuten für die zweite Mann-schaft dran. Wenn wir oben bleiben wollen, brauchen wir einen Torwart. Stand jetzt mache ich mir da noch keine Gedanken. Das erste Spiel ist ja erst im März und bis dahin ist noch Zeit, einen Torwart zu finden.

Wird es darüber hinaus personelle Veränderungen geben?

Ich habe viele Spieler im Pro-betraining gehabt, die mir sehr gut gefallen haben, weil sie viel Tempo haben und ich das von meinen Spielern verlange. Und wenn sich davon drei oder vier uns anschließen, denke ich, dass wir für die Rückrunde gut gerüstet sind.

Was sind das für Spieler?

Zwei sind 18, zwei 21 Jahre alt. Das ist das Alter, mit dem ich arbeiten will, weil es junge und hungrige Spieler sind, die lernen möchten. Sie haben jetzt auch gehört, dass von der zweiten Mannschaft Spieler oben mittrainieren. Diese Chance bieten wir jedem Spieler. Wenn er einen guten Eindruck bei mir hinterlässt, wird Michael Fink (Trainer der ersten Mannschaft, Anmerkung der Redaktion) nie Nein sagen. Wir arbeiten sehr gut zusammen. Das ist auch ein Grund, warum wir da oben stehen. Ob es für den Spieler dann langt, hängt von ihm selbst ab.

Wissen Sie schon, ob Sie über die Saison hinaus Trainer bei den 93ern bleiben werden oder hängt das auch vom Verlauf der Rückrunde ab?

Darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Ich bin jetzt sieben Jahre bei Hanau 93. So einfach werde ich den Verein nicht verlassen, da muss viel passieren.

Das Interview führte David Lindenfeld.

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