1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport

Interview: Großkrotzenburgs Schönig von Entlassung überrascht

Erstellt: Aktualisiert:

Christian Schönig (links, im Gespräch mit Keeper Matthias Neiter) hat vor seiner Freistellung am Samstag als Trainer des Gruppenligisten Germania Großkrotzenburg keine Störungen innerhalb der Mannschaft wahrgenommen.  Archivfoto: TAP
Christian Schönig (links, im Gespräch mit Keeper Matthias Neiter) hat vor seiner Freistellung am Samstag als Trainer des Gruppenligisten Germania Großkrotzenburg keine Störungen innerhalb der Mannschaft wahrgenommen. Archivfoto: TAP

Fußball. Dass es zur neuen Saison beim Gruppenligisten Germania Großkrotzenburg auf der Trainerposition eine Veränderung geben würde, war bereits klar. Matthias Filbrich (derzeit Eintracht-Sportfreunde Windecken) wird ab 1. Juli im Oberwaldstadion das Sagen haben. Der Vertrag von Christian Schönig wird nicht verlängert.

Von Frank Schneider

Am Samstag setzte der Germania-Vorstand die Schlusspointe und trennte sich mit sofortiger Wirkung von Schönig und dessen Co-Trainer Tobias Fischer. Aus sportlichen Gründen, wie der Verein mitteilte. „Die Gefahr, diese negative Entwicklung mit in die neue Saison zu nehmen, ist einfach zu groß. Es sind immerhin noch sechs Spiele zu bestreiten“, sagte Großkrotzenburgs stellvertretender Vorsitzender Gerald Trageser.Beim spielerisch ansprechenden Heimauftritt (3:1-Sieg gegen Obertshausen) stand erstmals Klaus Meub als Interimstrainer in der Verantwortung. Bis zum Saisonende wird er von Spieler Andre Althaus unterstützt. Wir haben uns mit Christian Schönig unterhalten, der das auf seiner ersten Trainerstelle im Seniorenbereich Erlebte im Gespräch Revue passieren lässt.

Herr Schönig, waren Sie überrascht, als Sie am Samstag die sofortige Trennung mitgeteilt bekamen?„Das kann man so sagen. Mein Co-Trainer Tobias Fischer und ich haben ganz normal wie bisher weitergearbeitet, nachdem man uns gesagt hat, dass man zur neuen Saison auf unserer Position eine Veränderung herbeiführen möchte. Wir hätten auch gerne die Runde beendet.“

Können Sie die Ihnen genannten Gründe nachvollziehen?„Nein, in keinerlei Hinsicht. Klar, haben wir zuletzt nicht unbedingt unsere beste Leistung abgerufen, doch das hatte auch Gründe. Trainer und Verein können nichts dafür, wenn bis zu sieben Spieler ausfallen. Ich habe mit 42 Jahren als Ersatzspieler auf der Bank gesessen und in zwei der letzten vier Spiele hatten wir einen Feldspieler im Tor stehen. Das sind für die Gruppenliga fast schon skurrile Zustände. Dass plötzlich fehlender sportlicher Erfolg aufgeführt wird, kann ich ebenso nicht verstehen. Die Zielsetzung lautete Platz drei bis fünf, der Aufstiegswunsch wurde von der Vereinsführung nie klar formuliert. Wir waren also gar nicht so weit von der Vorgabe entfernt.“

Gab es zuletzt atmosphärische Störungen?„Aus den Gesprächen mit dem Kapitän und von Spielern, die mich nach meiner Entlassung angerufen haben, geht das nicht hervor. Auch ich habe im Gegensatz zum Vorstand keine schlechte Stimmung im Team vernommen. Das Verhältnis zu den Verantwortlichen ist nach der Verkündung der bevorstehenden Trennung natürlich etwas abgekühlt, doch ich würde es keinesfalls als problematisch bezeichnen. Man muss sich ja auch nicht ständig vor lauter Freude um den Hals fallen.“

Was lief in den vergangenen Wochen schief?„Schwer zu sagen, wir waren ja vor einigen Wochen in der Tabelle noch ganz vorne. Mein Co-Trainer und ich haben uns das auch gefragt und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass wir nahezu alles wieder genauso machen würden. Unsere Vorgehensweise hat sich nicht verändert. Vielleicht hat aber der eine oder andere Spieler mit der Saison schon abgeschlossen gehabt. Das wäre natürlich schade.“

Denken Sie, dass die Entlassung Ihr Verhältnis zum Verein beschädigt. Werden Sie weiterhin in der Jugendarbeit tätig sein?„Klar trainiere ich weiter die F-Jugend und wenn ich Lust habe, spiele ich auch gerne bei den Alten Herren mit. Ich wohne ja weiter in Großkrotzenburg. Natürlich bin ich auch enttäuscht über die Trennung. Vor allem über die Art und Weise, wie zwei Leute vor die Tür gesetzt worden sind, die in ihrer Zeit alles für den Verein gegeben haben.“

Was nehmen Sie aus Ihren knapp zwei Trainerjahren bei Germania Großkrotzenburg mit?„Es war ein Wechselbad der Gefühle. Das Verbandsliga-Jahr war aufgrund der personellen Situation nicht einfach zu handeln. Ich denke aber, dass wir trotzdem einen guten Job gemacht haben, indem wir die Spieler von Partie zu Partie immer wieder aufgerichtet haben. Und die Jungs haben Moral gezeigt. Diese Saison hat super begonnen, daher bin ich enttäuscht, wie leichtfertig und schnell wir alles hergeschenkt haben. Ich bin überzeugt, dass unser Team vom Fußballerischen her zu den stärksten der Gruppenliga Frankfurt Ost zählt.“

Haben Sie schon Pläne für die neue Spielzeit?„Erst mal nicht. Es hat auch noch kein Verein angerufen. Ich würde auch nur Angebote annehmen, die für mich reizvoll sind. Es muss erkennbar sein, dass der Verein erfolgreich sein will. Ich muss keinen Trainerjob annehmen, nur um Trainer zu sein. Wenn sich nichts Passendes ergibt, spiele ich in meiner Freizeit lieber mehr mit meinen Kindern.“

Auch interessant