Durchsetzungsfähig: Tim Franz (links) hat richtig Bock darauf, beim Hessenligisten FC Hanau 93 noch einmal ambitioniert Fußball zu spielen. Bei seinem Wechsel von Germania Großkrotzenburg an die Kastanienallee habe er ligaunabhängig zugesagt. Archivfoto: TAP

Fußball

Interview: Tim Franz über seinen Wechsel zu Hanau 93

Fußball. Mit 32 Saisontreffern war Tim Franz in der vergangenen Saison maßgeblich an der Meisterschaft des FC Germania Großkrotzenburg beteiligt. Nun sucht der 30-jährige Freigerichter beim Hessenliga-Neuling FC Hanau eine neue Herausforderung. Im Interview stellt sich der 30-Jährige den Fragen des HA.

Ihr Ex-Verein Germania Großkrotzenburg zeichnet sich durch ein familiäres Umfeld aus. Am Ende einer starken Rückrunde stand die Meisterschaft. Ein Abschied mit Wehmut?Ich war zwar nur zwei Jahre in Großkrotzenburg, doch es ist zu vielen Leuten eine sehr enge Verbindung entstanden. Entsprechend schwer ist mir der Abschied gefallen, zumal sportlich am Ende alles gepasst hat. Ich stehe nach wie vor mit vielen Leuten aus der Germania in Kontakt.

Sie waren im Frühjahr dieses Jahres einer der herausragenden Offensivspieler der Gruppenliga Frankfurt Ost und sicherten sich am letzten Spieltag gemeinsam mit dem Oberndorfer Kai Helmchen sogar die Torschützenkrone. Können Sie Ihre Form mithin zu Ihrem neuen Verein transportieren?Vorweg: Zwischen der Gruppenliga und der Hessenliga besteht schon ein großer Unterschied. Selbstverständlich hoffe ich, dass ich an meine Leistungsform anknüpfen kann und dem Team mit meiner Qualität auf dem Platz weiterhelfen kann.

Was hat den Ausschlag für einen Wechsel zu Hanau 93 gegeben? Sofern der FSC Lohfelden nicht freiwillig aus der Hessenliga zurückgezogen hätte, wären Sie ja in der gleichen Liga wie Ihr Ex-Verein geblieben?Ich habe ja ligaunabhängig in Hanau zugesagt. Wären die 93er in der Verbandsliga geblieben, hätten sie vorne angreifen wollen. Im Endeffekt war die sportliche Herausforderung, noch einmal wie in Alzenau und bei den Sportfreunden Seligenstadt ambitioniert Fußball spielen zu wollen, ausschlaggebend für den Wechsel. Nicht zuletzt hat es mich gereizt, unter Trainer Michael Fink zu arbeiten.

Hat Ihnen der neue Trainer Michael Fink schon verraten, auf welcher Position er mit Ihnen plant?Wir haben natürlich schon über die kommende Saison gesprochen und der Trainer weiß, dass ich im Mittelfeld auf vielen Positionen spielen kann. In Alzenau habe ich rechts oder links im Mittelfeld agiert. Zuletzt meist als Zehner, was auch meine Wunschposition ist. Doch eine Aufstellung ist kein Wunschkonzert, schon gar nicht bei einem Hessenligisten.

Wie schätzen Sie die Chancen der 93er in der Hessenliga ein?Das kann man schwer einschätzen. Beim ersten Test gegen Mitaufsteiger FSV Fernwald waren wir trotz einer 1:2-Niederlage auf Augenhöhe. Ich glaube, dass wir in dieser Liga bestehen können und keine Probleme haben werden.

Auf was freuen Sie sich in der neuen Saison am meisten?Ich habe mich schon auf das Training gefreut. Auf einen Kader mit 20 bis 25 Mann, in dem alle Vollgas geben. Ich freue mich auf jedes einzelne Spiel. Die Hessenliga mitPartien gegen namhafte Gegner wie Hessen Kassel oder KSV Baunatal ist ja etwas Besonderes. Und Hanau 93 ist ja auch ein Traditionsverein. Ich bin mal gespannt, wie die Hessenliga in der Region bei den Zuschauern angenommen wird.

In der Saison 2017/18 waren Sie wegen eines Kreuzbandrisses komplett außer Gefecht. Verlief die abgelaufene Runde völlig schmerzfrei?Ich habe in der vergangenen Saison alle Spiele gemacht und vom Knie her nichts mehr von der alten Verletzung gespürt.

Mit 30 Jahren sind Sie im Herbst Ihrer Karriere angelangt. Wie lauten die weiteren Pläne und wäre es für Sie interessant, in Zukunft als Spielertrainer tätig zu sein?Ich schaue das von Saison zu Saison. Wenn ich verletzungsfrei bleibe und das Niveau halten kann, dann hänge ich gerne noch eine Saison in der Hessen- oder Verbandsliga dran. Der Spaß am Fußball bleibt eh erhalten. Eine Aufgabe als Spielertrainer kann ich mir aktuell aber gar nicht vorstellen.

Das Interview führte Frank Schneider.

Tim FranzAlter: 30Familienstand: verheiratet, ein KindBeruf: Kundenbetreuer in der IT-BrancheWohnort: SombornPosition: zentrales MittelfeldLieblingsverein: Bayern MünchenLieblingsspieler: Lionel MessiBisherige Vereine: Bayern Alzenau, Sportfreunde Seligenstadt, SV Somborn, Germania Großkrotzenburg

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