Michael Fink, hier noch im Trikot des SV Waldhof Mannheim, ist der aktuelle "Königstransfer" des FC Hanau 93. Foto: Hübner

Hanau

Interview: Fink will auch bei Hanau 93 Führungsspieler sein

Fußball. Mit der Verpflichtung des langjährigen Fußballprofis Michael Fink gelang Verbandsliga-Aufsteiger FC Hanau 93 in dieser Woche ein Riesencoup. Der Sportliche Leiter des HFC, Giovanni Fallacara spricht stolz von einem „Königstransfer“. Wir haben mit Michael Fink über den Wechsel und seine neue Aufgabe gesprochen.

Von Frank Schneider

Vor wenigen Tagen kämpfte der 35-jährige Fink als Kapitän von Waldhof Mannheim noch um den Aufstieg in die 3. Liga. Im Relegationsspiel in Meppen scheiterten die Mannheimer im Elfmeterschießen. Fink bleibt als Co-Trainer dem SV Waldhof erhalten, doch Fußball spielen wird er künftig für Hanau 93.In der Bundesliga war Michael Fink für Arminia Bielefeld, Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach am Ball. Vor seinem Wechsel nach Mannheim spielte der defensive Mittelfeldspieler für den Zweitligisten Erzgebirge Aue. Auch im Ausland sammelte Fink Erfahrungen. Im Trikot von Besiktas Istanbul debütierte der Neu-Hanauer in der Saison 2009/10 sogar in der Champions League.Das InterviewIm Gespräch mit unserer Zeitung erzählt Michael Fink, was ihn an seiner neuen Aufgabe beim FC Hanau 93 reizt:Hallo Herr Fink, die Nachricht von Ihrem Wechsel zum FC Hanau 93 überraschte. Wie kam der Deal zustande?„In erster Linie über Daniyel Cimen. Wir sind sehr gute Freunde und gegenseitige Trauzeugen. Er hat mir immer erzählt, wie gut es bei Hanau 93 abläuft und dass er dort seine Trainertätigkeit bei Rot-Weiß Frankfurt mit dem selbst noch aktiven Spielen gut verbinden kann. Bei mir ist die Situation ähnlich. Ich möchte mit dem professionellen Fußballspielen aufhören, nicht mehr Tag für Tag und jedes Wochenende unter Druck stehen. Als Co-Trainer bleibe ich Waldhof Mannheim erhalten. Da ich nicht ganz aufhören wollte, Fußball zu spielen, bot sich die Sache mit Hanau 93 an.“

Also wurde schon häufiger mal über ein Engagement in Hanau gesprochen?„Ich stehe mit dem Verein schon seit anderthalb Jahren in Verbindung und habe seinerzeit den Sportlichen Leiter Giovanni Fallacara bei einem von Ervin Skela organisierten Benefizspiel kennengelernt. Mit Daniyel Cimen und Ervin Skela habe ich ja schon bei der Eintracht zusammengespielt und ich freue mich darauf, nun bei Hanau 93 wieder mit den beiden in einem Team zu sein.“

Stand Ihre Entscheidung, nicht mehr höherklassig spielen zu wollen schon vor den Relegationsspielen gegen Meppen fest?„Zu 90 Prozent schon. Doch wer weiß, was passiert wäre, wenn wir aufgestiegen wären. Vielleicht hätte ich mich dann im Jubelrausch noch einmal umstimmen lassen. An der Fitness wäre es sicherlich nicht gescheitert, doch ich will mich nun schon auf die Trainertätigkeit konzentrieren.“

Sehen Sie den Trainerjob für sich als berufliche Perspektive an?„Ja, ich denke schon, dass ich längerfristig als Trainer arbeiten möchte. Ob als Chef- oder als Co-Trainer wird man dann sehen. Zunächst muss ich aber die entsprechenden Lizenzen erwerben. Das ist der nächste Schritt.“Der SV Waldhof Mannheim ist jetzt zwei Mal in Folge in der Relegation am Aufstieg in die 3. Liga gescheitert. Auf unglückliche Art und Weise dazu. Wie tief sitzt der Stachel der Enttäuschung bei Ihnen, oder hakt man das als Routinier schneller ab?„Ich spüre immer noch eine gewisse Leere und habe irgendwie noch gar nicht richtig realisiert, dass wir trotz einer abermals Super-Saison wieder nicht aufgestiegen sind. Vergangenes Jahr gegen die Sportfreunde Lotte war der Gegner stärker, doch diesmal fand ich, dass wir in beiden Spielen einen Tick besser als der SV Meppen waren. Das Elfmeterschießen hätte unglücklicher nicht laufen können. Das war schon alles extrem bitter.“

Glauben Sie, dass dieses Erlebnis sich negativ auf die neue Saison auswirken kann?„Die Gefahr besteht, denn in acht Wochen steht ja schon wieder das erste Spiel an. Vieles wird davon abhängen, wie die Mannschaft in die ersten Spiele reinfindet. Bleiben Erfolgserlebnisse aus, kann der verpasste Aufstieg nachwirken.“

Man kann davon ausgehen, dass ihr Job als Co-Trainer in Mannheim gegenüber der Spielertätigkeit bei Hanau 93 Vorrang genießt?„Selbstverständlich. Das ist so abgesprochen und war klar die Voraussetzung für meine Zusage an Giovanni Fallacara. Hanau 93 kommt mir da sehr entgegen. Ich will ja schließlich im Trainergeschäft Fuß fassen und eine Co-Trainerstelle in der vierthöchsten Liga ist da ein guter Einstieg.“Kennen Sie den Verein Hanau 93 schon näher?„Ich war ja durch Daniyel Cimen immer auf dem Laufenden. Ich weiß, dass es der älteste Fußballverein Hessens ist und mich reizt es, diesem Traditionsverein helfen zu können. Das Konzept des Vereins hat mich überzeugt. Das ist ein spannendes Projekt und ich freue mich, daran mitwirken zu können.“

Werden Sie in Hanau auch regelmäßig mittrainieren?„Ich werde nicht jede Einheit da sein können, glaube aber, dass ich relativ häufig mittrainieren werde. In Mannheim trainieren wir meistens schon um 14 Uhr nachmittags, bei Hanau 93 wird ja abends trainiert. Ich wohne in Offenbach und wenn ich rechtzeitig zuhause bin, werde ich sicher oft an der Kastanienallee vorbeischauen. Das ist auch mit den Trainern schon so abgesprochen. Ich sehe das Training in Hanau für mich persönlich auch als idealen Ausgleich an. Wie das zeitlich bei den Spielen hinhaut, wird man erst sehen, wenn die Spielpläne veröffentlich sind. Ich möchte so viele Spiele wie möglich für Hanau 93 bestreiten.“

Sie waren bei Waldhof Mannheim Kapitän. Wollen Sie auch bei Hanau 93 Führungsspieler sein, oder einfach nur Fußball spielen?„Da ich in höheren Ligen gespielt habe und über eine gewisse Erfahrung verfüge, ist es normal, dass der eine oder andere junge Spieler sich bei mir etwas abschauen möchte. Und ich versuche natürlich sehr gerne den Jungs zu helfen, damit sie sich weiterentwickeln. Ich will mit der Art und Weise wie ich bei Hanau 93 auftrete, den anderen Spielern ein Vorbild sein.“

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