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Indiskutabler Auftritt der Hanau White Wings: „Wir können uns dafür nur entschuldigen“

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Von: Jörn Polzin

Auch Flügelspieler Stefan Vasovic (beim Wurf) blieb beim enttäuschenden 52:78 in Oberhaching blass und kam in rund 26 Minuten Spielzeit nur auf fünf Punkte.
Auch Flügelspieler Stefan Vasovic (beim Wurf) blieb beim enttäuschenden 52:78 in Oberhaching blass und kam in rund 26 Minuten Spielzeit nur auf fünf Punkte. © scheiber

Die Nacht war kurz, sehr kurz. Erst um 2 Uhr am Sonntagmorgen erreichte der Bus der Hanau White Wings wieder die Heimat. An Bord: Schwer enttäuschte Spieler, Trainer und Funktionäre des Basketball-Drittligisten. Im Gepäck: eine herbe 52:78-Klatsche beim TSV Oberhaching. Auf der mehrstündigen Rückfahrt hatte der Hanauer Tross genug Gelegenheit, das Dargebotene zu verarbeiten.

Hanau – Was hängen bleibt? „Wir haben uns von ihnen abkochen lassen“, erläutert Geschäftsführer Sebastian Lübeck, der erstmals in dieser Saison schon während des Spiels deutliche Worte an die Mannschaft richtete.

Die hatte ausgerechnet zum Jahresausklang alles vermissen lassen, einen indiskutablen Auftritt hingelegt und somit auch die Chance verpasst, womöglich auf einen der acht Play-off-Plätze zu springen. Das Jahr 2021 schließen die Hanauer somit als Tabellenneunter mit acht Punkten ab. Vier Siege stehen sieben Niederlagen gegenüber. Die 26-Punkte-Pleite am Samstagabend in Oberhaching war die zweithöchste der Saison, der die schwächste Leistung vorausging. Ob es an der längeren Anfahrt lag? „Die Jungs haben absolut keine Ambitionen zum Kämpfen gezeigt. Mental war das Spiel bereits vor dem Anpfiff verloren“, wetterte Cheftrainer Kamil Piechucki.

Tatsächlich mangelte es den Gästen von Beginn an der richtigen Einstellung. Die keinesfalls überragenden „Tropics“, die als Tabellenfünfter überwintern, wurden zum Punkten eingeladen. Die White Wings erlaubten sich im Angriff immer wieder haarsträubende Ballverluste und gestatteten dem Gegner durch schwache Reboundarbeit 16 zweite Wurfmöglichkeiten. Das Reboundduell entschieden die Oberhachinger mit 51:31 für sich und setzten sich über 27:16 zum 37:25-Pausenstand ab.

Eklatant die Trefferquote bei den Gästen, die 23 Distanzwürfe liegen ließen und gerade einmal neun ihrer 22 Freiwürfe verwandelten.

Hoffnung keimte nur kurz auf

Im dritten Durchgang keimte beim 33:39 etwas Hoffnung auf, doch der Ex-Hanauer Omari Knox konterte prompt per Dreier. Wann immer die White Wings zu weiteren Läufen ansetzten, um den Rückstand zu verkürzen, fanden die Tropics eine Antwort oder die Hanauer standen sich selbst im Weg. Spätestens gegen Ende des dritten Viertels hatten die Gäste das Spiel dann gänzlich aus der Hand gegeben und gingen im Schlussabschnitt mit 12:22 unter.

Dabei waren die Wurfquoten der Gastgeber für einen solchen Kantersieg alles andere als überragend. Von ihren 71 Versuchen aus dem Feld gingen 39 am Ziel vorbei. Erst als die Begegnung auf die Zielgeraden einbog, fanden Knox (19 Punkte) und Janosch Kögler (17) besser in ihren Rhythmus. Einziger Lichtblick aus Hanauer Sicht: Talent Luca Eibelshäuser (6) erzielte seine ersten Punkte der Saison.

Dennoch ging Lübeck mit seiner Mannschaft hart ins Gericht: „Für die Leistung müssen wir uns einfach bei unseren Fans entschuldigen. Wir haben keinen Spieler auf dem Feld gesehen, der das Spiel gewinnen wollte. Über die Feiertage muss nun der eine oder andere im Team dringend an seiner Einstellung arbeiten, denn so dürfen wir uns im neuen Jahr in keinem Fall noch einmal präsentieren.“

Dabei helfen sollen zwei Zugänge, die nach der kurzen Weihnachtspause zum Trainingsstart am 27. Dezember einsteigen. Ein variabler Flügelspieler, der auf der kleinen und großen Position eingesetzt werden kann und ein Center, der den noch verletzten Victor Demetrio entlasten soll. „Damit erhöhen wir die Qualität, die es braucht, um in die Play-offs einzuziehen“, betont Lübeck. (Von Jörn Polzin)

Hanau White Wings: Tisdale (12), Braimoh (3), Hecker (11), Krause (5), Stenger, Katumbayi (4) Vasovic (5), Walz (4), Eibelshäuser (6), Fichtner (2)

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