Im Sommer trugen die Erlenseer Fußball-Mütter einheitliche Supporter-Shirts.
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Im Sommer trugen die Erlenseer Fußball-Mütter einheitliche Supporter-Shirts.

Getränkeverkauf, Platzansage und Trikotwäsche

Immer mittendrin: Fußball-Mamas des FC Erlensee unterstützen ihr Team tatkräftig

  • vonGert Bechert
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Mit der ersten Mannschaft hat der FC Erlensee eine Erfolgsgeschichte geschrieben und ist von der Kreisoberliga bis in die Hessenliga aufgestiegen. Immer dabei sind die Eltern der Kicker, die den Verein überall unterstützen.

Die Platzansage managen Simone Hixt und Ulrike Forster, um den Getränkeverkauf kümmern sich abwechselnd mehr als ein halbes Dutzend Frauen, was auch für das Waschen der Trikots der ersten Mannschaft zutrifft.

Die Krönung lieferte vor einem Jahr Ulrike Forster, die die Erstmannschaftsspieler des FC Erlensee zum Männerballett umfunktionierte. Der umjubelte Auftritt erfolgte bei der Weihnachtsfeier des mittlerweile in die Hessenliga aufgestiegenen Vereins.

„Wir sind ein verschworener Haufen Mütter, deren Söhne beim FC Erlensee spielen“, berichtet Sandra Lüdke. Besser gesagt Eltern, denn auch die Väter sind mit im Boot. Wie zum Beispiel Bernd Mohn, der als Pressesprecher über die Spiele der ersten Mannschaft berichtet. Sein Stellvertreter Hans-Peter Braun gehört auch dem Elternkreis an.

Erfolgsgeschichte des FC Erlensee beginnt 2008

Alles begann im Jahr 2008. Beim Aufbau eines schlagkräftigen D-Juniorenteams schaute Tobias Heilmann, heute Erstmannschaftstrainer des FCE, über die Ortsgrenze hinaus und holte Marcel Mohn und Maurice Koloczek von außerhalb. Gemeinsam mit den Erlenseern Nico Hixt und Sven Franek bilden sie den Kern der heutigen Hessenligamannschaft.

Ein Jahr später gesellten sich Tim Zimpel, Jan Lüdke, Luca Walke, Moritz Kreinbiehl und Torben Becker dazu. Bei den C-Junioren stieß Sebastian Wagner zum Team. Weitere Nachwuchstalente wie Tim Kuhl und Tom Niegisch folgten.

Im Jugendbereich bis nach Spanien gefahren

Die Erfolge blieben nicht aus. Der Durchmarsch in die A-Junioren-Hessenliga war die Krönung. Fast das gesamte A-Junioren-Team wechselte 2016 gemeinsam mit Tobias Heilmann in den Seniorenbereich. Die weitere Geschichte ist bekannt. Von der Kreisoberliga ging es im Sauseschritt in die Hessenliga.

Und immer waren die Mütter dabei. „Es hat sich von Beginn an eine freundschaftliche Beziehung unter den Eltern entwickelt“, berichtet Sandra Lüdke. Die 50-Jährige schwärmt besonders von den vielen Fahrten im Jugendbereich, die bis nach Spanien führten.

Eltern unterstützen die Mannschaft auch im Seniorenbereich

Dabei packten sie kräftig mit an, was Tobias Heilmann zu schätzen wusste. Beim Weihnachtsmarkt waren sie mit von der Partie, um Geld für die Mannschaftskasse zu akquirieren. Das Waschen der Trikots war eine Selbstverständlichkeit. Dass sich dies auch im Seniorenbereich fortsetzte, stößt auf leichte Kritik bei den Spielern. „Sie sind der Meinung, dass dies bei einem Hessenligisten wohl Aufgabe des Vereins sei“, schmunzelt Sandra Lüdke.

Während die Söhne spielen, verkaufen die Mütter Getränke: Simone Hixt, Elvira Braun, Sandra Lüdke und Tanja Walke (von links) als der Ball in der Hessenliga noch rollte.

Der überraschende Aufstieg in die Hessenliga beflügelte die Mütter weiter. „Wir haben dem Vorstand angeboten, den Getränkeverkauf zu übernehmen“, erzählt Sandra Lüdke. Sie rannten damit bei den Verantwortlichen offene Türen ein.

Mütter sind „mit Feuer und Flamme bei der Sache“

„Das ist schon sehr außergewöhnlich, dass Eltern auch bei den Senioren so tatkräftig mitanpacken. Gerade die Mütter sind mit Feuer und Flamme bei der Sache“, freut sich Tobias Gebhardt über das Engagement. Der Vorsitzende des FC Erlensee betont, dass die Hessenliga für den Verein eine große Herausforderung darstellt, umso dankbarer ist er für jede helfende Hand, „sie nehmen uns viel Arbeit ab“.

Für die Aufstellung des Verkaufspavillons und die Anlieferung der Getränkekisten sind laut Sandra Lüdke die Väter verantwortlich. Das Gros der Erlöse geht in die Vereinskasse. „Das Geld aus dem Prosecco-Verkauf bleibt bei uns“, lacht Sandra Lüdke, „damit gehen wir mal gut essen.“ Vorerst für ein Jahr haben sich die Frauen dazu bereit erklärt. „Wir sind ihnen dafür sehr dankbar“, betont Tobias Gebhardt.

Auch die Fußball-Mamas gehen in den Lockdown

Die Corona-Krise passt den umtriebigen Müttern überhaupt nicht in den Kram. „Wir hatten mit viel mehr Zuschauer gerechnet“, so Sandra Lüdke. Bis Ende des Jahres ruht erst einmal der Spielbetrieb, auch die umtriebigen Erlenseer Fußball-Mamas gehen notgedrungen in den Lockdown. Die freundschaftlichen Bande werden darunter aber nicht leiden, ist sich Sandra Lüdke sicher.

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