Familie Born von der SG Bruchköbel vor der Dreispitzhalle
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Zweites zu Hause Dreispitzhalle: Tina Born fühlt sich in der Halle pudelwohl, genau wie ihr Mann und ihre Söhne. Tina ist Jugendleiterin bei den SGB-Handballern.

Durch Söhne zum Verein gekommen

Im Einsatz für die Handball-Jugend: Tina Born ist Jugendleiterin der SG Bruchköbel

Bruchköbel – Mit dem Handballsport hatte Tina Born eigentlich nie etwas am Hut. Die frühere Turnerin stammt aus einer reinen Fußballerfamilie. Weil der Vater als Vorsitzender den heimischen Verein im Erzgebirge führte, war sie gefühlt ständig auf dem Platz und jedes Heimspiel praktisch eine Pflichtveranstaltung für die gesamte Familie.

Von Katja Vügten

Jahre später das gleiche Bild, allerdings auf neuem Terrain: Nach ihrem Umzug nach Bruchköbel begleitete Tina Born als treue Anhängerin ihre beiden Söhne zu den Handballspielen – zunächst als passive Zuschauerin, dann als aktive Mutter, die immer mehr und gerne mit organisierte und anpackte und dadurch zwangsläufig in den Jugendausschuss rutschte, bis sie vor über einem Jahr die Jugendleitung der SG Bruchköbel übernahm.

Saison soll am 12. September starten

Die Corona-Pandemie stellte jetzt zwar eine neue, besondere Herausforderung dar. Doch Tina Born erledigt alles engagiert und motiviert, in der Hoffnung, dass ihre Schützlinge ab dem 12. September wieder in die Punktspielrunde starten können.

Und da ist die SG Bruchköbel mit gleich drei Jugend-Mannschaften in der Oberliga vertreten. Die weibliche C-Jugend hatte bereits vergangene Saison Oberliga-Luft geschnuppert. Einige der Mädchen sind in die B-Jugend gewechselt und hier ebenfalls für die Oberliga qualifiziert. Dritte im Bunde ist die männliche C-Jugend, die in der höchsten hessischen Liga viele Erfahrungen sammeln möchte.

Die Jungs der B-Jugend gehen zudem in der Landesliga auf Torejagd. „Alle Mannschaften wollen eine gute Rolle spielen und sich bestmöglich verkaufen“, erklärt Tina Born in dem Wunsch, dass die Saison „normal“ anläuft und auch zu Ende gespielt werden kann

Verein erarbeitet umfangreiches Trainingskonzept

Die Saison 2019/2020 war beendet, als Corona von heute auf morgen alles zum Stillstand brachte und den Kids der Ball vorzeitig aus den Händen genommen wurde. „Ich dachte, nach Ostern sei der Spuk vorbei“, erinnert sich Tina Born. Doch weit gefehlt. „Sich über Wochen alleine durch Joggen fit zu halten, ist für Handball-Kids wenig motivierend“, so die Jugendleiterin, deren Trainer während des Lockdowns Kontakt zu ihren Mannschaften hielten und individuelle Trainingsprogramme erstellten.

Parallel wurde ein umfangreiches Hygiene- und Trainingskonzept ausgearbeitet, damit es nach den ersten Lockerungen schleunigst wieder losgehen konnte.

Wegen Corona: Handballer weichen auf den Rasenplatz aus

Zunächst traf man sich im Mai in Kleinstgruppen und mit Abstand auf dem großen, mit Feldern abgetrennten Rasenplatz. Alle Mädchen und Jungen waren begeistert, dass es weitergehen konnte, so auch Tina Born und ihre Trainer – trotz aller Auflagen vom Deutschen Handball-Bund und Hessischen Handball-Verband, dem bürokratischem Aufwand und der Verantwortung, die sie zweifellos gegenüber den Kindern und Jugendlichen hatten.

Seit Mitte Juni findet auch wieder weitestgehend normales handballspezifisches Training in der Halle statt. Bleibt abzuwarten, ob im September der Wiederauftakt für alle Mannschaften (bis auf die männliche A-Jugend hat die SGB alle Jahrgänge besetzt) erfolgen kann.

„Ansonsten geht es nach den Herbstferien oder – als Worst Case – im Januar 2021 weiter“, sagt Tina Born, deren Familie übrigens bisher gut durch Krise gekommen ist. „Toi toi toi, auch arbeitstechnisch läuft alles normal“, so die Bankangestellte, deren zwei Söhne allerdings momentan noch vermehrt zu Hause sind, denn nach erfolgreichem Abitur wartet der Jüngere auf den Beginn des Studiums und der Ältere darauf, dass die Vorbereitung auf den anstehenden Bachelor Abschluss wieder ins Rollen kommt.

Jugendleiterin kommt durch Söhne zur SG Bruchköbel

Beide Jungs kamen als Vierjährige zum Handball in Bruchköbel, wohin es Tina Born mit ihrem Mann aus beruflichen Gründen im Jahr 1998 verschlagen hatte. Einer hielt dem Verein sehr lange die Treue, der andere tut es nach wie vor. „Meine Jungs haben viele Jahre von der SG Bruchköbel profitiert, da wollte ich dem Verein etwas zurückgeben“, so die engagierte Mutter, die sich in ihrer Freizeit gerne beim Joggen auspowert.

Wenn es etwas ehrenamtlich zu tun gibt, laufen viele weg – Tina Born nicht. „Wenn mein Mann mich sucht, weiß er, wo er mich findet – in der Halle“, sagt sie lachend. Thomas Born unterstützt seine Frau, wo er kann, ist der gute Geist im Hintergrund und im Förderverein tätig. „Wir haben im Verein viele gute Freunde gefunden“, sagt Tina Born.

Nur eine Trainingshalle: Verein stößt an seine Grenzen

Damit insbesondere die drei Oberliga-Teams gewappnet in die Saison starten können, stehen gleich drei Trainingseinheiten die Woche für sie an – sogar in den Ferien wird hoch motiviert daran gearbeitet, für den Auftakt gewappnet zu sein. „Da wir nur eine Trainingshalle haben, stoßen wir allmählich an unsere Grenzen“, stellt die Jugendleiterin fest, dass man hier den Spagat hinbekommen müsse, allen Teams ausreichend Zeit und Platz zum Trainieren zu geben.

Wichtig für Tina Born ist aber, allen Mädchen und Jungs einen Anker und ein Ziel zu geben – auch für Tina Born ist die SG Bruchköbel schließlich ein zweites Zuhause geworden.

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