Vorbereitung beginnt

Wegen Corona: Trainingsauftakt der HSG Hanau unter besonderen Bedingungen

  • vonRobert Giese
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Handball-Drittligist HSG Hanau bestreitet den Trainingsauftakt für neue Saison. Wegen Corona findet das Training unter besonderen Bedingungen statt.

  • Handball-Drittligist HSG Hanau bestreitet Trainingsauftakt
  • Training unter ganz besonderen Bedingungen
  • Corona-Regeln müssen eingehalten werden

Mit einer eher ungewöhnlichen Trainingseinheit sind die Handballer der HSG Hanau in die Vorbereitung auf die kommende Drittliga-Saison gestartet, denn angesichts der Corona-Pandemie bat das Trainerteam um Oliver Lücke den Kader unter freiem Himmel zum ersten gemeinsamen Training seit Monaten.

HSG Hanau: Training nur mit Vorsichtsmaßnahmen wegen Corona

Dieses hatte wegen der Vorsichtsmaßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus nicht nur eine andere Form als sonst, sondern hielt neben einer Leistungsdiagnostik auch eine personelle Überraschung bereit. Zweikämpfe, Torwürfe, Passübungen – all das fällt beim Handball in Zeiten von Corona flach, denn auch beim ersten Training an der Doorner Halle am Montagabend mussten sich alle streng an die geltenden Vorsichtsmaßnahmen halten.

Zu diesem Zweck trugen Spieler und Trainer wenn nötig Handschuhe, zum Teil griffen die Hanauer auch zu Atemmasken und achteten genau darauf, Abstand zueinanderzuhalten.

 Wegen Corona: HSG Hanau trainiert unter freiem Himmel

„In der Halle hätten wir ohnehin viele Übungen nicht machen dürfen“, meinte Lücke mit Blick auf die Auflagen wegen Corona, „deshalb haben wir uns in Absprache mit der Stadt entschieden, in den ersten vier Wochen unter freiem Himmel zu trainieren.“

Die Spieler waren beim Trainingsauftakt in mehrere Gruppen aufgeteilt, die an verschiedenen Stationen arbeiteten. Während einige beim Fußballtennis eine eher ruhige Kugel schoben, ging es andernorts zur Sache: Beim Bankdrücken sollten Kapitän Sebastian Schermuly und Co. zentnerweise Gewichte stemmen, beim gemeinsamen Shuttle Run (Sprint-Fitness-Test) zum Abschluss kam die Kondition der Spieler auf den Prüfstand.

HSG Hanau kontrolliert Fitness der Spieler nach Corona-Pause

„In den vergangenen vier Wochen hat jeder Spieler zu Hause sein Programm gemacht, den jeweiligen Zustand“, so der HSG-Coach, „überprüfen wir heute mit der Leistungsdiagnostik.“ Mit derartigen Tests wollen Lücke und sein Team den Fitnessstand der Spieler während der Vorbereitung immer wieder abfragen.

Vier bis fünf Trainingseinheiten pro Wochen stehen für die Hanauer Spieler während der Saisonvorbereitung auf dem Plan, einige der Einheiten können sie dabei individuell absolvieren. „Wir setzen diesmal mehr auf Qualität als auf Quantität“, erklärte Lücke das neue Konzept.

HSG Hanau setzt in Corona-Vorbereitung neuen Fokus

Das ist auch eine Lehre aus den vergangenen Spielzeiten, in denen sich die HSG Hanau um die Winterpause herum meist mit großen Verletzungssorgen herumschlagen musste. „Athletik wird beim Handball immer wichtiger“, schlug auch Co-Trainer Hannes Geist in die gleiche Kerbe, „wir wollen nicht wieder im Januar mit zehn Spielern im Training stehen.“

Der Fokus in der ersten Vorbereitungsphase des Drittligisten wird daher extrem auf der Athletik liegen, für die sich vor allem Athletiktrainer Dominic Scholz verantwortlich zeichnet; beim Bankdrücken forderte Scholz die Spieler schon einmal richtig.

Corona: 20 Spieler beim Trainingsauftakt der HSG Hanau

Rund 20 Spieler hatten sich zum Trainingsauftakt eingefunden, unter ihnen waren auch die drei Talente Henrik Naß, Benjamin Horn und Til Bachmann, welche die erste Vorbereitungsphase zusammen mit dem Drittliga-Kader absolvieren werden. „Sie sollen während der Saison vor allem in der zweiten Mannschaft in der Oberliga zum Einsatz kommen“, erläuterte Lücke, „werden aber auch bei uns regelmäßig mittrainieren.“

Kürzer treten mussten beim Trainingsauftakt mit Lucas Lorenz und Jan-Eric Ritter lediglich zwei Spieler. Während Lorenz eine Reizung im Knie hat, die relativ bald abgeheilt sein dürfte, wird Ritter noch eine Weile nicht wieder voll einsteigen können: Der Spielmacher musste wegen eines Knochenödems am Knöchel erneut operiert werden und wird wohl erst im Oktober wieder voll einsatzfähig sein.

HSG Hanau präsentiert Neuzugang

Mit an Bord waren dafür die beiden Neuzugänge David Rivic und Jonas Ahrensmeier, zu denen sich noch ein dritter Spieler gesellte, der in der vergangenen Saison noch für die HSG Bieberau-Modau auflief: Die Hanauer haben sich nämlich die Dienste von Robin Marquardt gesichert, der vor vier Jahren den Drittliga-Aufstieg mit den Grimmstädtern feierte und der nun an seine frühere Wirkungsstätte zurückkehrt.

„Er ist auf Rückraum Mitte und Linksaußen einsetzbar“, so Reiner Kegelmann, der Sportliche Leiter der Hanauer zum Profil des Neuzugangs, „und damit genau auf den Positionen, auf denen wir noch Bedarf haben.“

Nach Corona-Lockerungen: HSG Hanau freut sich über Trainingsauftakt

Außer Lorenz und Ritter mussten am Ende der rund 90-minütigen Trainingseinheit schließlich alle Spieler zu einem Shuttle-Run-Test antreten, mit dem die Kondition erfasst wird. Bei dieser anstrengenden Einheit machte Linksaußen Marius Brüggemann seinem Ruf als Dauerläufer alle Ehre und hielt am längsten durch.

Trotz des kräftezehrenden Trainingsauftakts freuten sich die Spieler aber sichtlich, wieder in einen halbwegs geregelten Trainingsbetrieb einsteigen zu können: „Wir sind froh, dass es wieder los geht und wir alle Jungs sehen können“, gab Lorenz zu Protokoll und sehnte schon den Zeitpunkt herbei, an dem wieder mit Ball trainiert wird.

Rubriklistenbild: © Robert Giese

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