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HSG Hanau: Hexenkessel als große Herausforderung

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Von: Robert Giese

Durchsetzen wollen sich die Drittliga-Handballer der HSG Hanau (hier rechts Phillip Busse) auch in Saarlouis.
Durchsetzen wollen sich die Drittliga-Handballer der HSG Hanau (hier rechts Phillip Busse) auch in Saarlouis. © scheiber

Drittliga-Handballer der HSG Hanau wollen in Saarlouis vor bis zu 1800 Zuschauern bestehen

Hanau – Das runderneuerte Team der HSG Hanau ist optimal in die Saison gestartet: zwei Spiele, zwei Siege, Tabellenführung, wobei die Mannschaft von Hannes Geist insbesondere am vergangenen Wochenende gegen TuS Dansenberg begeisterte. Für die Hanauer steht am Samstagabend nun die nächste große Herausforderung auf dem Programm, wenn sie bei der HG Saarlouis gastieren - und im Saarland wartet auf die HSG nicht nur ein starker Gegner, sondern auch eine außergewöhnliche Kulisse.

1800 Zuschauer fasst die Stadtgartenhalle, in der am Samstag um 19.30 Uhr der Anpfiff ertönt, und auch wenn die Halle nicht ganz ausverkauft sein dürfte, wird die Grimmstädter doch eine beeindruckende Stimmung erwarten. „Die Halle ist der reinste Hexenkessel“, sagt Geist, für sein junges Team werde es daher „eine riesige Aufgabe, dort zu bestehen.“ Einige Spieler kennen die Kulisse bereits, schließlich trat die HSG vor zwei Jahren schon einmal in Saarlouis an - und musste sich damals deutlich geschlagen geben.

Damit die Partie diesmal einen anderen Ausgang nimmt, haben sich Kapitän Jannik Ruppert und seine Mitspieler akribisch vorbereitet - und zwar nicht nur auf die sportlichen Stärken und Schwächen des Gegners, sondern auch auf die Stimmung, die sie bei den Saarländern erwartet. „Wir wollen die Stimmung dort aufsaugen und in positive Energie umwandeln“, setzt Geist darauf, dass die Kulisse seine Mannschaft nicht einschüchtert, sondern vielmehr beflügelt.

Die Hanauer haben dabei allen Grund, die schwierige Aufgabe optimistisch anzugehen, denn die Leistung in den beiden bisherigen Spielen stimmte. Gerade am vergangenen Wochenende begeisterte Hanau mit einer vor allem in der zweiten Halbzeit bärenstarken Leistung und schoss den TuS Dansenberg - immerhin ein Kandidat auf einen Platz in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga - erbarmungslos mit 36:19 aus der Main-Kinzig-Halle.

Mit Saarlouis wartet nun ein Gegner von ähnlicher Kragenweite auf die HSG, und wie die Hanauer auch sind die Saarländer in dieser Spielzeit noch ohne Verlustpunkt: Zum Auftakt bezwang die HGS den Aufsteiger aus Pohlheim, zuletzt setzte sie sich knapp gegen die zweite Mannschaft des VfL Gummersbach durch, mit der die Grimmstädter ja auch schon das Vergnügen hatten.

Ähnlich wie in Hanau gab es auch bei Saarlouis einen größeren personellen Umbruch: „Sie haben einige Spieler aus der A-Jugend hochgezogen, die wir gut kennen, schließlich haben wir in der A-Jugend-Bundesliga ein paarmal die Klingen miteinander gekreuzt.“ Trotz der Verjüngungskur gibt es weiterhin jede Menge Erfahrung im Team von Spielertrainer Branimir Koloper, zum Beispiel durch Tom Paetow: „Er ist der Denker und Lenker und trägt das Team“, weiß Hannes Geist.

Auf den Halbpositionen verfügt die HGS mit Frano Vujovic und Marcel Becker zudem über zwei sehr gefährliche, individuell starke Spieler. „Auf diese starke Rückraumachse müssen wir uns einstellen und kreative Lösungen finden“, fordert der HSG-Coach. Oberstes Ziel sei es, die Gegner zu schlechten Abschlüssen zu zwingen - denn das mache es den Hanauer Torhütern leichter, erneut viele Bälle zu parieren.

Derartige Paraden und Ballgewinne sollen - wie schon gegen Dansenberg - Ausgangspunkt sein für ein schnelles Umschaltspiel der Hanauer, die ihre Tore am liebsten aus dem Tempospiel heraus erzielen wollen. Das kommt nicht von ungefähr, denn so würden sie die „sehr gute, kompakte und harte Deckung“ umgehen, die Saarlouis ins Feld führt. Dass die von Branimir Koloper organisierte Defensive kräftig zupacken kann, zeigt auch die Zeitstrafenstatistik: 14-mal schickten die Unparteiischen einen Saarländer Spieler bereits für zwei Minuten vom Feld, das ist Ligarekord.

Nicht nur wegen des Abwehrbollwerks der HG Saarlouis haben die Hanauer vernünftigen Respekt vor dem Gegner, wollen sich selbst allerdings nicht kleinreden. Für Hannes Geist ist daher trotz der großen sportlichen Herausforderung klar, „dass wir am Samstag unsere Leidenschaft ebenso wie unsere Tugenden einbringen werden.“

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