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Historisches Ergebnis für Hassia-Ruderer: Sieben Titel und zwei Vizemeisterschaften nach Hanau geholt

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Vereinsgeschichte haben die Athleten des Hanauer Ruderclubs Hassia geschrieben. Bei den Deutschen Meisterschaften der U17/U19 und U23 sahnten sie ordentlich ab (von links): Leonard Rieth, Simon Gimplinger, Jakob Rastetter, Leon Nitsch, Jan Schön, Ole Hanack, Tim Moormann, Jara Herbert, Lena Ivanda, Celina Grunwald, Laura Bussian, Jacky Reitz.
Vereinsgeschichte haben die Athleten des Hanauer Ruderclubs Hassia geschrieben. Bei den Deutschen Meisterschaften der U17/U19 und U23 sahnten sie ordentlich ab (von links): Leonard Rieth, Simon Gimplinger, Jakob Rastetter, Leon Nitsch, Jan Schön, Ole Hanack, Tim Moormann, Jara Herbert, Lena Ivanda, Celina Grunwald, Laura Bussian, Jacky Reitz. © PM

Siebenmal Gold und zweimal Silber bei 15 Starts: Die Athleten des Hanauer Ruderclubs Hassia haben bei den Deutschen Meisterschaften der U17, U19 und U23 eines der besten Ergebnisse der Vereinsgeschichte erzielt. Ole Hanack und Celina Grunwald qualifizierten sich außerdem für die U19-Weltmeisterschaft in Varese/Italien. Auch die Starter der Hanauer Rudergesellschaft und Möve Großauheim sind mit ihrem Abschneiden bei den Titelkämpfen zufrieden.

Hanau/Köln – Hassia-Urgestein und Vorsitzender Manfred Matzner ordnete das Ergebnis sogleich als historisch ein. „Noch nie haben die Hassianerinnen und Hassianer so viele Goldmedaillen mit nach Hause gebracht. Noch dazu verteilt über alle Altersklassen und Geschlechter. Die gute Arbeit fiel selbst Kommentatoren-Koryphäe Boris Orlowski aus Essen auf, der seit mehr als zwei Jahrzehnten die Rudersportszene auf den Regattaplätzen unterhält.“

U23-WM-Bronzemedaillengewinnerin Lisa Holbrook plagte nach einem vielversprechenden Saisonstart das Verletzungspech. Doch die Architekturstudentin landete den perfekten Coup: Mit nur etwas mehr als drei Wochen gemeinsamem Training konnte sie mit ihren alten Bekannten aus Trier und Regensburg den U23-Vierer ohne Steuerfrau gewinnen - und fährt nun in dieser Bootsklasse zur Weltmeisterschaft.

Ole Hanack holt zwei Goldmedaillen

Ole Hanack hielt dem Druck auf seinen jungen Schultern Stand und holte, wie vom U19-Bundestrainer erwartet, zwei Goldmedaillen: im Doppelzweier mit Jakob Geyer aus Berlin und im Doppelvierer. „Ole war zufrieden mit seinen Rennen, ist aber schon wieder voll fokussiert auf seine anstehenden Aufgaben“, erklärte sein Coach Nick Stollenmeyer. Denn in der kommenden Woche geht es für ihn in sein erstes DRV-Trainingslager als unmittelbare Vorbereitung auf die U19-Weltmeisterschaften, die im italienischen Varese vom 27. bis 31. Juli stattfinden. „Ich freue mich sehr, denn dort werde ich wieder mit Jakob Geyer in meiner Wunschbootsklasse am Start liegen“, so Hanack.

Simon Gimplinger gelang ein bemerkenswerter Erfolg mit Seltenheitswert. Der U17-Athlet startete im Einer und im gesteuerten Doppelvierer. „Das sind nicht nur die beiden umkämpftesten U17-Bootsklassen“, erklärte Gimplingers Coach Robby Gerhardt. „Zwischen den beiden Finals liegen auch nur etwas mehr als zwei Stunden zur Regeneration. Zu wenig, um nochmal runterzukommen oder vernünftig zu kompensieren.“ Es gelang trotzdem das Meisterstück: Beide Male hieß es Gold für Simon Gimplinger. In den letzten 25 Jahren schaffte dies nur ein einziger weiterer U17-Ruderer. „Es war hart, aber der Wahnsinn. Leonard am Steuer, Julius und Rufus aus Offenbach und Alex aus Frankfurt haben 150 Prozent gegeben. Ohne den Spirit im Team wäre ich auch niemals im Einer so schnell gewesen. Einfach nur Hammer“, freut sich Gimplinger.

Bussian, Ivanda und Reitz holen zwei Titel und einmal Silber

Das Hassia-U17-Mädchen-Trio aus Laura Bussian, Lena Ivanda und Jacky Reitz holte zwei Titel und eine Silbermedaille. Bussian fuhr ein mehr als mutiges Finale im U17-Einer. Bis 200 Meter vor dem Ziel lag sie in Führung und setzte die Top-Favoritin aus Düsseldorf gehörig unter Druck. Nur eine Bootslänge trennte sie schließlich von Gold, als es der Favoritin doch noch gelang, mit letzter Kraft vorbeizuziehen. Gold holte die junge Hanauerin trotzdem - und zwar gemeinsam mit ihren Teamkameradinnen Jacky Reitz und Lena Ivanda im U17-Hessenachter. „Ich bin überglücklich und stolz auf die drei. Besonders, dass sie es auch gemeinsam aufs Treppchen und dann noch zu Gold geschafft haben“, freute sich Trainer Gerhardt nach einem Rennen, dass an Spannung kaum zu überbieten war. Denn über die gesamte Strecke trennte die ersten drei Boote nicht mehr als 50 Zentimeter. Erst mit den letzten fünf Schlägen setzten sich die Hessinnen durch. Schon am frühen Morgen hatten Ivanda und Reitz im Vierer mit Steuerfrau souverän Gold geholt.

Jakob Rastetter und Tim Moormann holten die zweite Silbermedaille für die Hassia. Im U19-Zweier ohne Steuermann waren es abermals Kampfgeist und schierer Wille, der ihren Bugball an zweiter Stelle über die Ziellinie peitschte.

Celina Grunwald konnte gemeinsam mit Steuermann Leonard Rieth zwei vierte Plätze erreichen: im U19-Vierer mit und im U19-Achter. Die U19-WM Bronzemedaillengewinnerin war damit zwar nicht so erfolgreich wie bei der letztjährigen Deutschen Meisterschaft. Aufgrund ihrer überragenden physischen Stärke wurde sie vom Bundestrainer aber dennoch zur Mannschaftsbildung für die U19-WM eingeladen. Die weiteren Platzierungen erruderten Leon Nitsch und Steuermann Jan Schön im U17-Hessenachter der Jungen (Platz 4), Lisa Holbrook im U23-Achter der Frauen (Platz 4), Jan Schön im U19-Achter (Platz 5) und Jara Herbert mit ihrer Mainzer Partnerin im U19-Zweier ohne (Platz 6). „Der wichtigste Bestandteil des Hassia-Erfolgs ist die Karl-Rehbein-Schule mit den Strukturen des Regionalen Talentzentrums“, erklärt Coach und Lehrer Nick Stollenmeyer. „All unsere platzierten Sportlerinnen und Sportler gehen oder gingen auf die KRS. Leistungssport auf so einem hohen Niveau und mit bis zu neun Trainingseinheiten in der Woche funktioniert nur mit dieser Struktur und dem Rückhalt der Schule.“, fügt Gerhardt hinzu, der ebenfalls an der KRS unterrichtet.

Für die Hanauer Rudergesellschaft starteten Amelie Müller, Jonas Frei, Tim Meier und Anton Gerner und Victor Colhoun von Möve Großauheim. Alle Boote mit Beteiligung der Hanauer und Großauheimer Ruderer schafften jeweils den Einzug ins A-Finale, womit die gesetzten Ziele erreicht wurden. Jonas Frei und Victor Colhoun holten gemeinsam mit zwei Ruderern der Germania Frankfurt im Vierer ohne eine Medaille.  vvg

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