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Hinrundenrückblick, Verbandsliga Süd: Katastrophensaison der SGB

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Fußball. Die SG Bruchköbel gilt als der 1. FC Köln der Verbandsliga Süd – zumindest bis zum vergangenen Samstag. Da gelang dem Bundesligisten der erste Saisonsieg. Auf den muss die SGB nach einer bislang total verkorksten Saison weiter hoffen.

Von Gert Bechert

Nutzen wird ein Dreier dem einstigen Aushängeschild des Fußballkreises nichts mehr, der Abstieg ist längst beschlossene Sache.

Drei Punkte aus 18 Spielen und 12:58 Tore sprechen Bände. Die Bilanz ist noch schlechter als die von Germania Großkrotzenburg im Vorjahr. Der aus anderen Gründen zurückgetretene Pressesprecher Michael Kwasniok sprach zu Recht von einer „historisch schlechten sportlichen Situation bei der SGB“.

Kader nicht wettbewerbsfähig Schon während der Vorbereitung zeigte sich, dass der durch zahlreiche namhafte Abgänge – darunter Torjäger Ugur Erdogan – geschwächte Kader nicht wettbewerbsfähig ist. Von über zehn Testspielen wurden nur zwei gewonnen, dagegen hagelte es Niederlagen auch gegen klassentiefere Gegner. Die Kaderplanung erwies sich schnell als unzureichend. Mit Jan Hertrich und Dominik Röhl verpflichtete der Verein zwei verletzte Spieler, die kein einziges Mal für die SGB aufliefen und stattdessen nach Auskurierung ihrer Verletzungen wieder zu ihren alten Vereinen zurückkehrten.

Zudem hatten die Trainer Andreas Arr-You und sein Nachfolger Carsten Keller mit einem großen Verletzungspech zu kämpfen. Allein der Ausfall von Mittelfeldmotor Mark Nowak (Kreuzbandriss) war nicht zu kompensieren. Nachdem auch Angreifer Ivan Jajetic nach nur wenigen Punktspielen seinen Abschied ankündigte, kehrte hektische Betriebsamkeit am Sportplatz am Wald ein. Der Verpflichtung von Abwehrmann Ramazan Türkyilmaz folgten die Last-Minute-Transfers von Mohamed Aalaoui, Samet Ünal und Kaan Ceribas.

FlopsDie Schnellschüsse stellten sich im Fall von Türkyilmaz und Ceribas als Flops heraus. Türkyilmaz zog sich eine schwere Verletzung zu und fällt ebenso wie Ceribas, dessen muskuläre Probleme immer wieder aufbrachen, bis auf Weiteres aus. Dass zudem die Rückkehrer Dorian Ahouandjinou und Tobias Kühn lange Zeit hinter den Erwartungen herhinkten, passt ins Bild einer total verpatzten Saison.

„Ich habe es versäumt, mich nicht rechtzeitig in den Lauf der Dinge eingeschaltet zu haben, und darauf vertraut, dass alles läuft“, betreibt Oliver Gust Selbstkritik. Der Abteilungsleiter, der zuvor vier Jahre die sportliche Leitung innehatte, weiß, was die Stunde geschlagen hat. „Es gibt für mich jetzt zwei Möglichkeiten. Entweder ich stelle mich im April bei der Mitgliederversammlung nicht mehr zur Wahl und hinterlasse womöglich einen Scherbenhaufen oder ich versuche mit allen Mitteln, die Karre wieder aus dem Dreck zu ziehen.“ Obwohl Gust betont, sich noch nicht entschieden zu haben, läuft mit der Verpflichtung des neuen Trainers Albert Repp doch vieles auf die zweite Version hinaus.

Kehrtwende einleitenDie Tatsache, dass beide fast jeden Tag miteinander kommunizieren und kräftig am Neuaufbau der Mannschaft für die kommende Saison basteln, besagt alles. Wichtig ist für Gust, dass der Verein aufgrund vieler Aktivitäten auf gesunden Füßen steht – außer im sportlichen Bereich. „Hier haben wir viele Baustellen. Es ist ja nicht nur die erste Mannschaft, auch das B-Team bereitet uns große Sorgen“, räumt der 53-Jährige ein.

Jetzt soll mit Repp die Kehrtwende eingeleitet werden. Der 54 Jahre alte Übungsleiter ist seit vier Wochen „rund um die Uhr“ für die SGB tätig. Mehr als ein Dutzend Spieler hat er bereits kontaktiert, von dem Hochstädter Julian Quantz liegt bereits die Zusage für die nächste Runde vor. „Ich kenne ihn seit vielen Jahren, er spielt eine wichtige Rolle in meinen Überlegungen.“ Repp betont in diesem Zusammenhang, dass auch etliche Spieler bei ihm anrufen und sich anbieten. Das Hautaugenmerk gilt aber den Stammspielern, die unbedingt gehalten werden sollen. Das Grundgerippe muss stehen, sagt er.

Anständiger AbschiedDie verbleibenden 16 Spiele in der Verbandsliga Süd will er so gut wie möglich über die Runden bringen. Das Bestmögliche herausholen und sich anständig aus der Liga verabschieden, lautet seine Devise. „Mein Ziel sind 15 bis 20 Punkte, wir wollen nicht mit wehenden Fahnen untergehen.“ Auch wenn einige witzeln, Repp ist fest von seiner Mission bei der SG Bruchköbel überzeugt.

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