Sebastian Maicher (rechts) fühlt sich nach sieben Jahren bei Germania Großkrotzenburg schon als Einheimischer. Sein Team sieht der stellvertretende Kapitän nach dem Abstieg aus der Verbandsliga Süd sehr gut aufgestellt. Archivfoto: TAP

Großkrotzenburg

Hinrundenrückblick Germania Großkrotzenburg mit Sebastian Maicher

Fußball. Sebastian Maicher gehört zu jenen Spielern, die das bewegte Auf und Ab des FC Germania Großkrotzenburg in den vergangenen Jahren hautnah auf dem Platz miterlebt haben. Von der Kreisoberliga Hanau ging es hinauf bis in die Verbandsliga Süd, wo die Germania in der vergangenen Saison jedoch Schiffbruch erlitt.

Von Frank Schneider

Die sportliche Konsolidierung nach dem Abstieg ist bisher gelungen, mit satten 40 Punkten aus 20 Spielen ging die Germania als Tabellenzweiter in die Winterpause. Als Stellvertreter des zuletzt häufig von Verletzungsproblemen geplagten Kapitäns Robin Prey ist der 24-jährige Maicher bei der Germania zu einem Führungsspieler gereift. Unser Mitarbeiter Frank Schneider hat sich mit dem Mittelfeldakteur unterhalten.

In der Hinrunde der Gruppenliga Frankfurt Ost gab es ständige Wechsel an der Tabellenspitze. Ein klarer Favorit kristallisierte sich nicht heraus, gleich mehrere Mannschaften haben gute Chancen, einen der ersten beiden Plätze zu belegen. Wie sehen Sie die Aussichten für ihr Team?

„Es ist für uns alles drin,für andere Mannschaften aber auch. Zwei Punkte Rückstand bei noch 16 ausstehenden Spielen sind wirklich nicht die Welt. Ich glaube vieles wird von einem guten Start abhängen, mit den Spielen gegen Steinheim und Rodgau warten gleich richtige Brocken auf uns. Wir wollen diese beiden Partien gleich erfolgreich bestreiten.“

Wen stufen Sie als die schärfsten Rivalen ein?

„Für mich heißen die Topfavoriten JSK Rodgau und 1. FC Erlensee. Rodgau steht defensiv sehr sicher und die Mannschaft ist genauso wie die junge, erfolgreiche Truppe des 1. FC Erlensee wahnsinnig schnell auf den Beinen unterwegs.“

Das Abstiegsjahr in der vergangenen Saison war ein extrem bitteres, denn ihr Team beendete abgeschlagen am Tabellenende die Saison. Wie groß ist denn Ihre Lust auf die Rückkehr in die zweithöchste hessische Amateurspielklasse?

„Da gibt es sicherlich zwei Aspekte. Zum einen ist man Sportler und möchte immer möglichst erfolgreich sein. Spielt man vorne mit, will man auch aufsteigen. Andererseits ist die Gruppenliga Frankfurt Ost eine sehr attraktive Klasse mit vielen Derbys. Ich spiele lieber am Freitagabend unter Flutlicht vor 400 Zuschauern gegen Türk Gücü Hanau als sonntags vor 100 Besuchern gegen Bensheim. Sollten wir den Aufstieg verpassen, würde die Welt für mich nicht untergehen. Ich kann auch weiter Gruppenliga spielen, Fußball-Profi werde ich ohnehin nicht mehr.“

Haben Sie eigentlich mit Wechselgedanken gespielt, als es vergangene Runde nicht wie gewünscht lief?

„Nein, das kam für mich als stellvertretender Kapitän nicht in Frage. Ich habe in Großkrotzenburg die Chance bekommen, überhaupt erst Verbandsliga zu spielen. Dafür bin ich sehr dankbar. Das Bleiben nach dem Abstieg war für mich selbstverständlich und die Gelegenheit, dem Verein etwas zurückzugeben.“

Vor der Runde wurde das Gesicht der Mannschaft stark verändert. Sind Sie überrascht, dass von Beginn an die Rädchen so gut ineinandergegriffen haben?

„Man muss unserem Vorstand ein Riesenkompliment machen. Mit richtigen Entscheidungen und guten Spielerverpflichtungen wurde der Abstieg schnell aufgefangen. Es gibt genügend Beispiele, wo andere Clubs nach einem Abstieg weiter abgestürzt sind. Es war klug, Spieler wie Julien Nolde, Philipp Blam oder Tobias Meub zu holen. Sie passen sowohl sportlich wie auch charakterlich super in unsere Mannschaft.“

Was zeichnet den Verein Germania Großkrotzenburg aus?

„Ganz klar das Familiäre. Nach sieben Jahren im Verein fühle ich mich schon als Großkrotzenburger, obwohl ich noch gar nicht dort wohne.“

Hat der neue moderne Hybridrasen den Wohlfühlfaktor nochmals gesteigert?

„Absolut. Das ist der beste Platz, auf dem ich je gespielt habe. Es macht Riesenspaß, auf solch einem tollen Geläuf zu kicken.“

Wo sehen Sie die Stärken Ihres Teams?

„Ganz klar in der Geschlossenheit. Der Zusammenhalt ist stark, was sich nicht nur daran zeigt, dass wir zusammen auch an der Theke trinkfest sind. Die Trainingsmoral ist ebenso gut, da gibt es nur kaum Ausreden für ausgelassene Einheiten.“

In den Spitzenspielen lief es für ihre Mannschaft sehr oft wie am Schnürchen. Die Germania hat den 1. FC Erlensee zweimal geschlagen und beispielsweise beim 4:0-Heimsieg gegen Türk Gücü Hanau eine Galavorstellung geboten. Die meisten Punktverluste setzte es unerwartet gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte. Woran lag das?

„Wir tun uns schwer, Torchancen herauszuspielen, wenn die Mannschaften tief stehen. Spielen die Gegner mit, können wir mit schnellen Kontern freie Räume ausnutzen. Vielleicht sollten wir solche Partien, in denen dann im Endeffekt Kleinigkeiten entscheiden, noch intensiver und konzentrierter angehen. Das geht nur mit hundertprozentigem Willen.“

Können Sie sich vorstellen, später einmal als Spielertrainer zu arbeiten?

„Nach meinem Studium würde ich gerne die Trainerlizenz machen. Ob beziehungsweise wann ich dann tatsächlich eine Trainerlaufbahn einschlagen werde, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Interessieren würde mich die Sache auf jeden Fall.“

Apropos Trainer: Was ist ihr aktueller Coach Christian Schönig für ein Trainertyp?

„Auf jeden Fall ist Christian Schönig ein sehr ehrgeiziger Trainer, das sieht man auch daran, dass er im Trainingsspiel immer noch gerne mitmachen will. Er kann gut mit jungen Spielern und weiß, wie er mit jedem einzelnen umzugehen hat. Ich komme sehr gut mit ihm klar.“

Man sagt, Ihr Hobby ist das Angeln. Ziehen Sie regelmäßig dicke Fische an Land?

(lacht) „Das eine oder andere Prachtexemplar habe ich schon gefangen. Einmal im Jahr fahren wir zum Karpfenangeln, das macht immer riesig Spaß. Für mich ist Angeln ein super Hobby, bei dem ich prima Entspannen kann.“

Sebastian Maicher (rechts) fühlt sich nach sieben Jahren bei Germania Großkrotzenburg schon als Einheimischer. Sein Team sieht der stellvertretende Kapitän nach dem Abstieg aus der Verbandsliga Süd sehr gut aufgestellt. Archivfoto: TAP

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