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„Wunschlösung“: Für Peter Corell und den TSV Klein-Auheim ist eine Saison ohne Absteiger am fairsten.

Spielzeit wurde wegen der Corona-Pandemie abgebrochen

Neue Regelung des Hessischen Handball-Verbands: Saison ohne Absteiger, Aufsteiger werden neu ermittelt

Der Hessische Handball-Verband folgt der Empfehlung des Handballbundes: In dieser Saison wird es in den Handball-Ligen keine Absteiger geben. Aufsteiger werden neu ermittelt.

Großen Wirbel gab es in den vergangenen Wochen im hessischen Handball: Wegen der Corona-Pandemie hatte der Hessische Handball-Verband (HHV) hessenweit die Saison für beendet erklärt und festgelegt, dass die Tabellen mit Stand vom 13. März zur Ermittlung der Auf- und Absteiger herangezogen werden sollten. Besonders gegen Letzteres regte sich rasch großer Widerstand, da einige Teams im Abstiegskampf weniger Partien absolviert hatten und sich benachteiligt fühlten.

Corona-Krise: Keine sportlichen Absteiger bei Saisonabbrüchen

Nun haben sowohl der Deutsche Handballbund (DHB) als auch der HHV eine Entscheidung getroffen, die zumindest die Gemüter der Abstiegskandidaten beruhigen dürfte. Zusammen mit den Bundesligen der Frauen und Männer hat sich der DHB nämlich darauf verständigt, dass es bei Saisonabbrüchen von der Bundesliga bis zur 3. Liga keinen sportlichen Absteiger geben soll – Teams wie der Drittligist SG Nußloch, der seine Mannschaft wegen Insolvenz bereits zurückgezogen hatte, seien von dieser Regelung ausgenommen.

Schon das hätte weitreichende Folgen auch für Vereine aus der Region, aber der DHB hat den einzelnen Landesverbänden zusätzlich empfohlen, von der Oberliga abwärts ebenso zu verfahren – und der HHV ist dieser Empfehlung gefolgt.

Ligen in der Saison 2020/21 werden vergrößert

Da in Hessen anders als in der Handball-Bundesliga der Männer oder der 3. Liga die Saison bereits offiziell abgebrochen ist, bedeutet das in Hessen eine Saison ohne sportliche Absteiger – und dementsprechend größere Ligen in der kommenden Saison. Oberliga und Landesligen könnten auf bis zu zwei Teams mehr in der nächsten Spielzeit anwachsen, entsprechend mehr Absteiger würde es dann in der Saison 2020/21 geben.

Für Manfred Leber, den Vorsitzenden des Bezirks Offenbach-Hanau, war das schon im Vorfeld keineswegs ein abwegiges Gedankenspiel, sondern „ein durchaus denkbares Szenario“. Freuen können sich über diese Regelung unter anderem die beiden Männer-Bezirksoberligisten TSV Klein-Auheim und HSG Preagberg, die damit dem Abstieg entgehen.

HSG Preagberg und TSV Klein-Auheim erleichtert

„Diesen Beschluss können wir nur befürworten“, betont Sascha Möhwald von der HSG Preagberg, dessen Verein besonders unter dem vorzeitigen Saisonabbruch zu leiden gehabt hätte – die Preagberger hatten am 13. März zwei Spiele weniger absolviert als die Konkurrenz und nur zwei Punkte Rückstand aufs rettende Ufer.

Ähnlich starke Unterstützung erfährt die Entscheidung von DHB und HHV von Seiten des TSV Klein-Auheim: „Für uns ist das die Wunschlösung und nur folgerichtig, weil zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs nicht alle Vereine die gleiche Anzahl von Spielen absolviert haben“, so Peter Corell, der Trainer der Klein-Auheimer. Zwar träfe es, so die Einschätzung von Möhwald und Corell, auch jetzt noch einige Teams, nämlich die potenziellen Aufstiegskandidaten, „aber das ist die Variante mit den wenigsten benachteiligten Vereinen“, glaubt Möhwald.

Mehraufwand für Mannschaften zu stemmen

Dass die Bezirksoberliga in der kommenden Saison ein Team mehr umfasst, sieht er wie Möhwald als zu bewältigende Herausforderung an. „Zwei Spiele mehr pro Saison sind machbar“, meint der TSV- Coach, der zudem auf ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit verweist, als der TV Flieden in den Bezirk Offenbach-Hanau wechselte und in der Bezirksoberliga schon einmal 15 Mannschaften antraten.

Vor diesem Hintergrund denkt auch Leber, dass sich eine Saison ohne Absteiger auch in der kommenden Spielzeit organisieren lasse. Daran, dass die Entscheidung auch im Bezirk Offenbach-Hanau umgesetzt werde, ließ Leber bereits im Vorfeld keine Zweifel: „Den Entschluss des HHV werde ich auch hier im Bezirk umsetzen.“

Freiwillige Abstiege sind möglich

Absteiger könnte es dennoch geben, denn der HHV wird den Vereinen erlauben, in der kommenden Spielzeit freiwillig eine Klasse tiefer anzutreten – angesichts der Verwerfungen durch die Corona-Pandemie könnte das für den ein oder anderen Verein durchaus eine Option sein.

Recht kompliziert dürfte sich außerdem die Berechnung der Abschlusstabellen gestalten, die in dieser Saison freilich nur Auswirkungen auf die potenziellen Aufsteiger hat: Hier soll es eine Quotientenberechnung an Hand der ausgetragenen Spiele und der dabei erzielten Punkte geben, deren genaues Verfahren aber noch nicht im Detail geklärt ist. Da in den meisten Ligen des Bezirks der Aufstiegskampf aber eine relativ klare Angelegenheit war, dürfte es hier nur zu wenigen kniffligen Entscheidungen kommen.

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