Türk Gücüs Orkan Tastan (vorne) setzt sich gegen Kalbachs Hyuga Fujii durch. Die abgebrochene Hessenpokal-Partie wird vermutlich am Mittwoch, 9. August, nachgeholt. Archivfoto: Kalle

Hanau

Hessenpokal: Bei Türk Gücü ging das Licht aus

Fussball. Was für ein Fußballabend! Erst ging es im Hessenpokalspiel der ersten Runde zwischen Türk Gücü Hanau und dem FC Kalbach in die Verlängerung, dann fiel das Flutlicht aus und die Partie musste abgebrochen werden.

Von Gert Bechert

Dramatik pur beim Hessenpokalspiel der ersten Runde zwischen Türk Gücü Hanau und dem FC Kalbach. Bei einer 3:2-Führung der Gastgeber – nach 90 Minuten hatte es 2:2 gestanden – fiel in der 110. Minute der Verlängerung das Flutlicht an der Rudi-Völler-Sportanlage aus und zwang den nicht immer sattelfesten Schiedsrichter Euchler (Schlüchtern) zum Abbruch der Partie.

Nachholtermin vermutlich am 9. August

Wie Pokalspielleiter Matthias Bausch auf Rückfrage mitteilte, wird er das Spiel aller Voraussicht nach auf Mittwoch, 9. August, neu ansetzen.

Gäste dominierten den BeginnDie Gastgeber rissen sofort das Geschehen an sich und hatten bereits nach vier Minuten eine Riesenchance, als ein Befreiungsschlag der Gäste abgeblockt wurde und Neuzugang Serkan Bayin freie Bahn hatte, aber am langen Eck vorbei zielte. Kalbach haderte nach einer Viertelstunde mit Schiedsrichter Euchler. Türk Gücü-Keeper Muhammed Tok ließ einen harmlosen Ball fallen und brachte anschließend den nachsetzenden Florian Kister zu Fall. Die Pfeife des Unparteiischen blieb aber stumm. Nach dieser Schrecksekunde boten sich in der Folge Türk Gücü mehrere Hochkaräter zur Führung. Ein Schuss von Alessandro Fröb (26.) wurde abgeblockt, der Nachschuss ging am langen Eck vorbei.

Viele Chancen vergebenNach einem schnell ausgeführten Freistoß liefen gleich mehrere Türk Gücü-Spieler auf das Gästetor zu, keiner übernahm die Verantwortung, bis Neuzugang Dominik König (36.) das Leder weit über das Tor drosch. Nur drei Zeigerumdrehungen später brachte Michele Moscelli (39.) das Kunststück fertig, am langen Pfosten stehend das Leder nach einer Rechtsflanke von Bayin am leeren Tor vorbei zu schieben. „Wir müssten längst führen“, ärgerte sich Sahin Arslanergül über die mangelhafte Chancenverwertung seines Teams.Arslanergül, vor Jahresfrist noch Trainer der SG Bruchköbel und nach einer kurzen Stippvisite als Co-Trainer beim SC 1960 Hanau seit 1. Juli offiziell Sportlicher Leiter von Türk Gücü, zeigte sich dennoch mit den ersten 45 Minuten zufrieden.

Moscelli trifft zur FührungDie miserable Chancenverwertung setzte sich zu Beginn der zweiten Hälfte fort, als Fröb (54./57.) zweimal scheiterte. Moscelli erlöste in der 70. Minute mit dem 1:0 die Türk Gücü-Fans unter den 120 Zuschauern von ihren Qualen. Doch Kalbach drehte den Spieß binnen sieben Minuten um. Kister (75.) verwandelte zunächst einen an ihm verursachten Strafstoß zum 1:1 und schoss die Gäste in der 82. Minute in Führung. Türk Gücü gab sich nicht geschlagen. Der für den verletzten Okan Tastan eingewechselte Adrian Saletnik (85.) glich zum 2:2 aus – das Spiel ging in die Verlängerung, die wegen der einbrechenden Dunkelheit auf dem Hartplatz ausgetragen wurde.

Technik fällt ausDer für Moscelli gekommene Abdullahhan Acikel schien mit dem 3:2 in der 105. Minute zum Matchwinner der Türken zu avancieren – bis die Technik den Traum vom Einzug in die zweite Runde des Hessenpokals jäh beendete.

Türk Gücü: Tok – Karan, Shima, Müller, Cimen – Fröb, Kaya, König, Bayin, Tastan (60. Saletnik) – Moscelli (75. Acikel)Tore: 1:0 Moscelli (70.), 1:1, 1:2 Kister (75./FE und 82.), 2:2 Saletnik (85.), 3:2 Acikel (105.) – Schiedsrichter:Euchler (Schlüchtern) – Zuschauer:120 – Beste Spieler: geschlossene Mannschaftsleistung/Fil, Wille, Da Costa

Das könnte Sie auch interessieren