Bieberer Berg gestürmt: Der Offenbacher Bub Daniel Endres hat vor zwei Wochen die Kickers im Regionalliga-Derby bezwungen. Archivfoto: TAP

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Hessenpokal: Kickers-Fan Daniel Endres im Alzenauer Tor

Fußball. Es ist gerade zwei Wochen her, da triumphierte der FC Bayern Alzenau in der Regionalliga Südwest bei Kickers Offenbach mit 2:0. Daniel Endres im FCB-Tor hatte kaum zu tun. Unterbrochen von einer einjährigen Auszeit stand der 34-Jährige von 1995 bis 2019 im Tor der Kickers.

Von Achim Dürr

In diesem Sommer wollte ihn der OFC nicht mehr und so führte ihn der Weg vom Bieberer Berg nach Alzenau. Am morgigen Samstag trifft die Kickers-Ikone erneut auf seinen Herzensklub, diesmal im Achtelfinale des Hessenpokals in Alzenau (13.30 Uhr).

Neben dem Kickers-Kult-Keeper tragen weitere ehemalige Offenbacher den Dress des Aufsteigers. „Wenn ich so recht überlege, sind wir eigentlich die wahren, die richtigen Kickers“, sagt Endres im Vorfeld des Pokalduells. Der Großteil stamme aus der Region Offenbach, die Identifikation mit dem Klub sei eine ganz andere gewesen. „Ich will nichts unterstellen, aber Kickers Offenbach war für uns eine Lebenseinstellung. Ich bezweifle, dass die heutigen Spieler das auch so sehen“, meint der Torhüter, der sich aber nicht über seine alte Liebe Gedanken machen, sondern die Aufmerksamkeit voll und ganz seinem jetzigen Verein widmen möchte.

Extrem hohe Emotionen

Die Emotionen vor und nach dem Punktspiel seien schon extrem hoch gegangen. „Meine Freunde und die Familie sind natürlich alle OFC-Fans. Doch sie haben diesmal mir die Daumen gedrückt“, erzählt Endres. Auch nach der Partie im VIP-Raum habe es nur positive Gespräche und Glückwünsche gegeben. Die wenigen Pfiffe oder Schmährufe einiger Fans hätten ihn nicht groß gestört.

Im Gegenteil: Dass ihn die Stehtribüne wie auch die Haupttribüne mit Applaus bedacht hätten, sei ein „absolut einmaliges Gänsehautgefühl“ gewesen. Gänsehautmomente erlebte der Keeper mit dem OFC auch einige – vor allem im Pokal. „Dass wir 2015 in der dritten Runde des DFB-Pokals gestanden sind und nur mit viel Pech gegen Borussia Mönchengladbach ausgeschieden sind, war schon etwas sehr besonders.“

Solche Momente würde er nun auch gerne mit Bayern Alzenau erleben. Das Ziel sei daher ganz klar, den Hessenpokal zu gewinnen. Da keine Drittliga-Klubs, sondern „nur“ Regionalliga- und unterklassige Mannschaften vertreten sind, sei die Chance sehr groß.

Dieses Ziel verfolgen natürlich auch die angeschlagenen Kickers. „Wir wissen wie wichtig dieses Spiel unseren Fans ist. Fans und Mannschaft wollen unbedingt wieder DFB-Pokal in Offenbach erleben“, sagte Maik Vetter, der bei der 0:2-Heimpleite die einzige echte OFC-Torchance hatte.

"Ganz besondere Brisanz"

„Das Spiel in Alzenau hat natürlich eine ganz besondere Brisanz. Insbesondere auch nach unserer Heimspielniederlage vor zwei Wochen. Dennoch fokussieren wir uns voll auf unser Spiel“, so Vetter. Von daher kommt es nicht überraschend, dass auch Endres ein ganz anderes Spiel erwartet. Es dürfte aber ebenso hitzig zugehen, zumal die Zuschauer in Alzenau noch näher am Geschehen dran sind. „Unsere Spieler mussten sich von ihren Gegenspielern schon ziemlich üble Sachen anhören. Ich hoffe, dass sich das nicht wiederholt, da man bei uns schon recht gut versteht, was auf dem Platz so passiert“, mahnt Endres zur Besonnenheit.

Offenbachs Interimstrainer Steven Kessler verrät, was sein Team diesmal besser machen muss: „Im Gegensatz zum Heimspiel gegen Alzenau müssen wir diesmal deutlich besser zustellen und den Gegner vom Tor weg halten.“ Er muss morgen unter anderem auf Ex-Profi Kevin Pezzoni verzichten, der bei der Niederlage gegen Alzenau verletzt ausgewechselt wurde. Bei den Unterfranken sind im Vergleich zum Ligaspiel Semih Sentürk, Dren Hodja und Patrick Kalata wieder im Kader.

Endres kann den Anpfiff kaum erwarten: „Ich freue mich riesig auf das Spiel, das hoffentlich mit einem Sieg für uns zu Ende geht“, erklärt das Kickers-Urgestein im Dress des FC Bayern Alzenau.

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