Die Joker stechen: Salvatore Bari (links) und Tim Franz (dritter von links) schießen den FC Hanau 93 zum zweiten Heimsieg, eingefahren in Steinheim. Foto: Patrick Scheiber

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Hessenliga: Zwei Jokertore bescheren 93ern den Heimsieg

Fußball. Der FC Hanau 93 hat einen großen Schritt Richtung Ligaverbleib in der Hessenliga gemacht. Mit einer couragierten Leistung zwangen die 93er auf dem Kunstrasenplatz in Steinheim Regionalliga-Absteiger SC Hessen Dreieich 3:1 (1:1) in die Knie und schafften den Anschluss zum hinteren Mittelfeld.

Von Gert BechertMichael Fink wartete mit überraschenden personellen Wechseln gegenüber der Partie am vergangenen Mittwoch in Walldorf (2:1) auf. Was weniger den Wechsel im Tor betraf, wo Stammkeeper Armend Brao nach seiner auskurierten Erkältung wieder zwischen die Pfosten zurückkehrte, auch die „Verbannung“ von Salvatore Bari auf die Bank war nachvollziehbar. Der Torjäger hatte beim Walldorf-Spiel kurz vor Schluss einen Schlag gegen den Kopf erhalten und wurde zunächst geschont. Dass dagegen Oktay Bulut und Tim Franz nicht in der Anfangself standen und von Betim Mezini und Engin Arslan vertreten wurden, überraschte schon. „Im Zuge der Rotation ist dies normal“, erläuterte Abteilungsleiter Giovanni Fallacara vor Spielbeginn.

Die Gäste, die mit ihrem großen vereinseigenen Bus die wenigen Kilometer nach Steinheim bewältigten, plagten ganz andere Sorgen. Gästecoach Lars Schmidt standen neben dem Ersatzkeeper nur drei zusätzliche Feldspieler zur Verfügung. Und diese reduzierten sich schon vor dem Anpfiff des umsichtig leitenden Schiedsrichters Pascal Loschke (Ahnatal) auf zwei. Abassin Abdul zerrte sich beim Warmmachen und musste durch Canel Burcu ersetzt werden. Es wunderte daher nicht, dass die Gäste die gesamte Spielzeit mit elf Akteuren bestritten.

Dreieich zunächst spielbestimmend

Trotzdem war Dreieich zu Beginn die bestimmende Mannschaft. Die körperlich überlegenen Gäste hatten mehr Spielanteile und besaßen nach 16 Minuten die erste Chance. Nach einer Flanke von Enis Bunjaki jagte Nikola Mladenovic das Leder aus dem Rückraum knapp über das Gehäuse. Wenig später blockte Julian Purcell (18.) einen Schuss von Zubayr Amiri noch zur Ecke ab.

Erst nach 21 Minuten tauchten die Gastgeber gefährlich vor dem gegnerischen Kasten auf, doch Arslan zielte genau auf SCD-Keeper Felix Koob. Die Gästeführung nach knapp einer halben Stunde war verdient, aber umstritten. Nach einer Rechtsflanke rempelte Sascha Ries im Luftkampf Ghani Abdul, der Unparteiische zeigte sofort auf den ominösen Punkt. Eine harte, aber vertretbare Entscheidung. Denis Streker (28.) ließ sich die Chance nicht nehmen: 0:1.

Drei Zeigerumdrehungen später prüfte Suljic (31.) Koob mit einem Flachschuss. Dreieich agierte in der Folge nicht mehr so zielstrebig und verwaltete die Führung, was prompt in die Hose ging. Nach einer Linksflanke von Kahraman Damar überwand Dennis Gogol (43.) Koob mit einer Kopfballbogenlampe. Fallacara war mit dem 1:1-Pausenstand rundum zufrieden, kritisierte aber auch die schwächelnde rechte Seite seiner Mannschaft.

Was sich auch nach dem Seitenwechsel zeigte. Dreieich kam gestärkt aus der Kabine und bestimmte wie zu Beginn des Spiels das Geschehen. Wobei erneut ein Patzer Ries‘ den Gästen in die Hände zu spielen schien. Bunjaki (57.) hatte freie Bahn, traf aber nur den Innenpfosten.

Glück für die Hanauer

„Hier hatten wir viel Glück. Wenn Dreieich in Führung gegangen wäre, wäre die Partie sicher ganz anders verlaufen“, räumte Fink nach Spielschluss ein. Zehn Minuten später wurde ein Schuss des agilen Gästetorjägers Toni Reljic (67.) im letzten Moment noch zur Ecke abgewehrt. Zu diesem Zeitpunkt stand Bari bereits auf dem Feld, er löste Arslan nach 55 Minuten ab. Wie wertvoll der Ex-Alzenauer für die 93er ist, unterstrich er nach 73 Minuten. Er nutzte ein Missverständnis zwischen Koob und Besimir Haliti eiskalt zur 2:1-Führung aus. Dreieich warf danach alles nach vorne, doch Reljic (79./82.) hatte kein Schussglück. Stattdessen erhöhte Franz nach einer schönen Ballstafette über Bari und Fließ in der 90. Minute noch auf 3:1.

„Das war das erwartet schwere Spiel. Wichtig war, dass wir auch nach dem Rückstand ruhig geblieben sind“, sprach Fink von einem nicht unverdienten Sieg und betonte dabei, wie wichtig es war, auf einem guten Untergrund zu spielen. Den Ball nahm Fallacara gerne auf. „An der Kastanienallee lässt sich kein ordentlicher Fußball spielen“, nahm der Abteilungsleiter indirekt die Stadt in die Pflicht, daran etwas zu ändern. Derweil skandierten die Supporters „Auswärtsspiel, Auswärtsspiel“ in Bezug auf die Ausweichspielstätte am Pfaffenbrunnen.

Hanau 93: Brao – Ries (68. Franz), Gavric, Fink, Purcell – Gogol, Ünal, Mezini, Suljic, Damar (76. Fließ) – Arslan (55. Bari)Dreieich: Koob – Opper, Streker, Haliti, Filipovic – Abdul, Mladenovic, Burcu, Amiri – Bunjaki, Reljic – Tore: 0:1 Streker (28./FE), 1:1 Gogol (43.), 2:1 Bari (73.), 3:1 Franz (90.) – Schiedsrichter: Loschke (Ahnatal) – Zuschauer: 200 – Beste Spieler: Geschlossen/Reljic, Burcu

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