Stehen gelassen: Tolga Ünal (FC Hanau 93) tänzelt in dieser Szene zwar Thorben Knauer (links) vom FV Bad Vilbel aus, am Ende stehen aber die Gastgeber mit langen Gesichtern da – nach dem späten 2:2-Anschlusstreffer der Kurstädter. Foto: TAP

Hanau

Hessenliga: Später Ausgleich dämpft Freude beim FC Hanau 1893

Fußball. Der Sieg war greifbar nahe, entglitt aber dem FC Hanau 93 noch kurz vor Schluss.

Von Gert Bechert

Im ersten Hessenligaheimspiel seit über 33 Jahren führten die 93er bis zur 87. Minute 2:1 gegen den FV Bad Vilbel, ehe den Gästen durch den eingewechselten Alexandr Railean noch der Ausgleich gelang. „Das war schon bitter, wir hätten den Sieg verdient gehabt“, ärgerte sich Michael Fink über den entgangenen Dreier.

Amir Mustafic sprach dagegen von einem gerechten Remis, das den Spielverlauf widerspiegele. „Die Jungs belohnten sich mit dem späten Tor für ihren unbändigen Willen. Das haben sie richtig gut gemacht“, freute sich der Gästecoach über den einen Punkt. Fink analysierte derweil den Spielverlauf. „Wir haben es Mitte der zweiten Halbzeit versäumt, die 2:1-Pausenführung auszubauen, das wurde letztlich bestraft“, stellte der Spielertrainer der 93er fest.

Woran er selbst mit Schuld hatte, als er in der 63. Minute nach einem Konter auf das gegnerische Tor zulief und, statt querzupassen, den Abschluss selbst suchte. Der Außenristschlenzer ging jedoch am langen Ecke vorbei. Die erste von drei Riesenmöglichkeiten nach dem Seitenwechsel wurde bereits vier Minuten zuvor versiebt. Gäste-Innenverteidiger Adnan Alik vertändelte gegen Salvatore Bari das Leder, dieser passte auf Oktay Bulut (59.), dem das Spielgerät noch im letzten Moment von Fuß gespitzelt wurde. In der 66. Minute hatte Bari das 3:1 vor Augen.

Obwohl Sememy mit dem Rauslaufen zögerte, konnte der Ex-Alzenauer den Vorteil nicht nutzen, sein Schuss strich knapp am langen Pfosten vorbei. „In dieser Phase hatten wir viel Glück“, räumte Mustafic ein. Danach übernahmen die Gäste das Kommando, „auch weil wir zu tief standen“, wie Fink konstatierte.

Auch die Einwechslungen von Patrick Gischewski und Tim Fließ nach einer Stunde Spielzeit änderten daran nichts. Bad Vilbel machte viel Druck und hatte in der 78. Minute eine gute Chance. Der Kopfball Raileans war zu schwach, um den 93er Torwart Armend Brao vor ein ernsthaftes Problem zu stellen. Neun Minuten später machte es Railean besser. Nach einem Freistoß brachten die Hanauer das Leder nicht aus der Gefahrenzone und Railean glich aus kürzester Entfernung aus. Was Abwehrchef Ljubisa Gavric ärgerte: „Wir müssen unsere Konter einfach besser abschließen. Ab Mitte der zweiten Halbzeit hatten wir keinen Zugriff mehr.“

Zu Beginn des Spiels waren die Gäste präsenter und gingen verdient durch Maximilian Brauburger (9.) nach Flanke von Dominik Emmel in Führung. Drei Zeigerumdrehungen später verzog Emmel (12.) nach einer gekonnten Ballpassage nur knapp. Aus heiterem Himmel glichen die 93er in der 20. Minute aus. Fink war nach einer Ecke per Kopf zur Stelle. In der 28. Minute schloss Kristijan Bejic den schönsten Spielzug des Tages mit dem 2:1 ab. Fast hätte kurz vor dem Seitenwechsel Neuzugang Oktay Bulut (44.) auf 3:1 erhöht, doch Sememy währte den platzierten Schuss noch mit einer spektakulären Parade ab. Dieses Auslassen bester Möglichkeiten setzte sich in Durchgang zwei fort, weshalb am Ende viele 93er Fans von zwei verlorenen Punkten sprachen.

Hanau 93: Brao – Ries, Muratoglu, Gavric, Purcell – Bulut (60. Gischewski), Fink, Ünal (60. Fließ), Damar (77. Franz) – Bari, Bejic Bad Vilbel: Sememy – Tochihara, Babic, Alik, Brauburger (77. Railean) – Knauer, Atzberger (60. Zampach), Bauscher (87. Moubarak Affo), Emmel, Grüter, Farid Affo

Tore: 0:1 Brauburger (9.), 1:1 Fink (20.), 2:1 Bejic (28.), 2:2 Railean (87.) – Schiedsrichter:Reimund (Zwingenberg) –Zuschauer: 390 – Beste Spieler: Geschlossen/Babic, Emmel

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