Treue Fans: Die „HFC Supporters“ haben beim ersten Heimspiel des FC Hanau 93 in der Hessenliga für gute Stimmung ‧gesorgt. Und bis zum nächsten Heimspiel will der Verein den Gästen einen besseren Service bieten. Foto: Robert Giese

Hanau

Hessenliga: Rückkehr von Hanau 93 mit Schönheitsfehlern

Fußball. Endlich wieder Hessenliga-Fußball bei Hanau 93! Der erste Auftritt des ältesten hessischen Fußballvereins in Hessens Oberhaus seit über 30 Jahren bewegte am Samstagnachmittag die 93er-Fans, die jenem Termin teils jahrzehntelang sehnsuchtsvoll entgegengefiebert hatten.

Von Robert Giese

Bei der Hessenliga-Heimpremiere lief aber nicht nur auf dem Platz, wo sich die Hanauer nach einem späten Gegentreffer mit einem 2:2 gegen den FV Bad Vilbel begnügen mussten, nicht alles rund – im Hinblick auf die Organisation hatte der Liga-Neuling noch einige Anlaufschwierigkeiten.

350 zahlende Gäste vermeldeten die Hanauer – ein ordentlicher Zuspruch, vor allem, da aus Bad Vilbel kaum Schlachtenbummler den Weg an die Kastanienallee gefunden hatten. Allerdings brachte dieser Andrang auch einige Probleme mit sich, denn beim Einlass und auch am hoffnungslos unterbesetzten Essens- und Getränkestand bildeten sich zuweilen lange Schlangen, was bei dem einen oder anderen Zuschauer zwischenzeitlich doch gehörig auf die Stimmung schlug.

Giovanni Fallacara, Sportlicher Leiter bei Hanau 93, gab sich angesichts der Anlaufschwierigkeiten selbstkritisch, wies aber auch auf die Gründe dafür hin: „Es ist schwierig, ehrenamtliche Helfer zu finden, und urlaubsbedingt hatten wir noch nie so große Personalprobleme wie am Samstag.“ Personalmangel führte auch zu dem Kuriosum, dass der Platz noch einmal neu abgestreut werden musste: „Das geht ganz klar auf unsere Kappe, aber auch hier waren die Personen, die sonst dafür zuständig sind, nicht da, und dann musste da jemand in die Bresche springen.“

Im Zusammenhang mit der Wartezeit am Einlass wies Fallacara auch darauf hin, dass die Zuschauer mittlerweile auf dem Parkplatz der benachbarten Otto-Hahn-Schule parken und daher eventuell ein paar Minuten früher erscheinen müssten. Mit dem Zuschauerzuspruch an und für sich zeigte sich der Abteilungsleiter „absolut zufrieden“ und versprach für das nächste Heimspiel am 17. August einen reibungsloseren Ablauf: „Einerseits sind wir dann personell wieder besser besetzt“, andererseits werde der Verein seine Lehren aus dem ersten Heimspiel ziehen.

Fans optimistisch

Gerade bei den besonders treuen Fans konnten diese Anlaufschwierigkeiten die Freude über das erste Hessenliga-Heimspiel seit Jahrzehnten nicht nachhaltig trüben – so wie bei Elmar Puhle: „Ich war auch in der letzten Oberliga-Saison dabei, beim Spiel gegen die Offenbacher Kickers“, kramte Puhle tief in seinen Erinnerungen. Seitdem hat er die 93er begleitet, bis in die untersten Ligen. Entsprechend froh und gleichzeitig aufgeregt ist der langjährige Fan über die Rückkehr seines Vereins ins hessische Oberhaus. „Ich denke, wir haben einige gute Zugänge“, blickt Puhle zuversichtlich auf den weiteren Saisonverlauf, „aber unsere gestandenen Spieler sind auch sehr wichtig, schließlich macht es den Verein aus, dass die Fans ganz nah an der Mannschaft sind.“

Nah dran war aber nicht nur der Fanblock der „HFC Supporters“ auf der berühmten Bierkastentribüne, sondern Jung und Alt rund um das Spielfeld: Während die älteren Zuschauer fachsimpelten oder Anekdoten austauschten, schliefen die Nachwuchsfans zum Teil trotz des Trubels friedlich im Kinderwagen, pflückten am Spielfeldrand Gänseblümchen oder eiferten hinter der Werbebande Michael Fink und Co. nach und kickten eifrig herum.

Nicht entgehen ließen sich das erste Heimspiel auch einige Vertreter der HSG Hanau: Die Delegation der Drittliga-Handballer, die über gute Kontakte in die Führungsriege der 93er verfügen, wollte beim Heimauftakt „unbedingt präsent sein“, wie Reiner Kegelmann betonte, der Sportliche Leiter der HSG. Wie konkurrenzfähig der Kader der 93er einzuschätzen ist, konnten die Handballer im Vorfeld zwar nicht sagen, „aber wir wünschen Hanau 93 in der Hessenliga auf jeden Fall viel Erfolg.“

Diesem Wunsch dürfte sich die große Mehrzahl der Zuschauer angeschlossen haben, denn die Gäste hatten keine nennenswerte Anzahl an Fans mitgebracht. So blieb es dem Bad Vilbeler Trainer Amir Mustafic überlassen, sein Team verbal nach vorne zu peitschen. Dass ihm bei der anschließenden Pressekonferenz immer wieder die Stimme versagte, konnte der Gäste-Trainer angesichts des späten Ausgleichstreffers sicher verschmerzen, und auch wenn viele Hanauer dem möglichen ersten Saisonsieg kurz hinterhertrauerten, freuten sich doch schließlich alle, dass ihre Mannschaft in der Hessenliga noch immer ungeschlagen ist.

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