Viel unterwegs: Hanaus Neuzugang Tim Franz (weißes Trikot) nimmt es gleich mit drei Spielern der Gäste auf. Ex-Profi Alban Meha (links) und seine Kollegen des KSV Hessen mussten mit einem Teilerfolg zurück nach Kassel fahren. Foto: Patrick Scheiber

Fußball

Hessenliga: Hanauer verspielen 2:0-Führung gegen Kassel

Fußball. Über eine Stunde lang schien im Herbert-Dröse-Stadion eine Sensation möglich zu sein. Der FC Hanau 93 führte vor 650 Zuschauern 2:0 gegen den KSV Hessen Kassel, am Ende trennte man sich verdient 2:2 (2:0). Womit beide Trainer nicht unbedingt zufrieden waren.

Von Gert Bechert

„Ich bin enttäuscht, drei Punkte waren greifbar nahe. Im ersten Durchgang ist unsere taktische Ausrichtung mit einer Fünferkette voll aufgegangen, da haben wir kaum etwas zugelassen. Erst ein katastrophaler Fehler hat den Gegner wieder aufgebaut“, ärgerte sich Michael Fink über den gravierenden Fehlpass des kurz zuvor eingewechselten Kristijan Bejic.

Die Nordhessen nahmen das Geschenk des Ex-Alzenauers gerne an und verkürzten durch Jon Mogge (65.) auf 1:2. Bejic war auch in der Folge ein Unsicherheitsfaktor. Nur vier Minuten später unterlief ihm ein ähnliches Missgeschick, nur dass diesmal die Gäste daraus kein Kapital schlagen konnten. Es wunderte nicht, dass Spielertrainer Fink angefressen war. „Von eingewechselten Spielern erwarte ich, dass sie sich voll reinhauen, das war leider nicht der Fall. Das ärgert mich sehr, darüber haben wir intern zu sprechen“, kündigte Fink an, dass für ihn die Sache noch nicht erledigt ist.

Sprache von enttäuschendem Ergebnis

Dietmar Hirsch sprach von einem enttäuschenden Ergebnis, die erste Halbzeit sei eine „Vollkatastrophe“ gewesen. „Wir sind anfangs mit der Taktik des Gegners überhaupt nicht zurechtgekommen, weshalb ich schon nach 38 Minuten Nasuf Zukorlic für Adrian Bravo Sanchez brachte. Nach dem Wechsel hat meine Mannschaft Moral bewiesen. Wir müssen mit dem Punkt leben, unseren Ansprüchen wird er jedoch nicht gerecht“, meinte der KSV-Trainer.

Die 93er waren von Beginn an hellwach. Ehe sich die anfangs unsortiert wirkende KSV-Abwehr berappelt hatte, lagen die Gäste schon zurück. Salvatore Bari (3.) stand nach Flanke von Kahraman Damar sträflich frei und erzielte per Kopf die frühe Führung. Auch in der Folge bestimmten die Gastgeber das Geschehen, die Gäste, die ohne ihren erkrankten Torjäger Mahir Saglik antraten, fanden nur schwer ins Spiel. Einzig in der 24. Minute herrschte Alarm vor dem 93er Tor als dem einschussbereiten Mogge der Ball nach einem Freistoß im letzten Moment vom Fuß gespitzelt wurde.

Die Musik spielte aber weiter vor dem gegnerischen Kasten. Ein weiterer Abwehrfehler bescherte dem HFC das zweite Tor. Bei einem Kopfballduell im Mittelfeld brachten sich zwei KSV-Spieler gegenseitig zu Fall. Die Hausherren schalteten blitzschnell, Bari passte auf Julian Purcell, dessen Linksflanke köpfte der laufstarke Tim Franz (30.) zum 2:0 in die Maschen. Die Reaktion im KSV-Fanblock blieb nicht aus. „Wir wollen Euch kämpfen sehen“, skandierten rund 60 Anhänger der Nordhessen. Bis zum Halbzeitpfiff änderte sich jedoch nichts an der laschen Spielweise des Favoriten.

Aufwachen nach Anschlusstreffer

Nach Wiederbeginn deutete zunächst nichts auf ein Aufbäumen des KSV hin. Erst ein unnötiges Herauslaufen von 93-Keeper Armend Brao (57.) bescherte den Gästen eine Riesenchance durch Zukorlic, der den Ball nicht nur an Brao sondern auch am Tor vorbei spitzelte. Nach dem 1:2-Anschlusstreffer wachte das Hirsch-Team auf. Nur sechs Minuten später zog Frederic Brill (71.) aus 23 Metern ab und traf zum 2:2. „Kassel baute danach viel Druck auf und ließ uns nicht mehr zur Ruhe kommen, nach vorne ging nichts mehr“, stellte Fink fest. In der 75. Minute passte Marco Dawid quer zum mitgelaufenen Zukorlic, der jedoch das Tor nicht traf.

In den Schlussminuten mussten die Gastgeber zwei mal tief durchatmen. Nach einem Solo bediente der überragende Ex-Profi Alban Meha Sebastian Schmeer (89.), der am langen Eck vorbei zielte. In der Nachspielzeit wehrte Brao (90.+1) mit einem tollen Reflex einen Schuss Mogges ab. „Wir waren am Ende total platt und mussten froh sein, wenigstens einen Punkt gerettet zu haben“, bekannte Fink. Am kommenden Samstag (16 Uhr, Kastanienallee) empfängt der HFC im vierten Heimspiel in Folge TuS Dietkirchen.

Hanau 93: Brao – Ries, Muratoglu, Fink, Gavric, Purcell – Bulut (63. Bejic), Ünal, Damar (83. Suljic), Franz – Bari (76. Arslan) Kassel: Hartmann – Mißbach (63. Durna), Merle, Häuser, Brandner – Bravo Sanchez (38. Zukorlic), Meha, Mogge, Brill – Schmeer, DawidTore: 1:0 Bari (3.), 2:0 Franz (30.), 2:1 Mogge (65.), 2:2 Brill (71.) –Schiedsrichter: Reisert (Rödermark) – Zuschauer:650 – Beste Spieler: geschlossen / Meha, Mogge, Merle

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