Seltene Ausnahme: Hanaus Oktay Bulut setzt sich im Kopfballduell nach einer Ecke gegen den Griesheimer Niklas Kern durch. Dennoch gab es bei der 2:3-Pleite zwei Gegentore nach ruhenden Bällen. Foto: Scheiber

Fußball

Hessenliga: FC Hanau 93 verliert nach zweimaliger Führung

Fußball. Der FC Hanau 93 hat es erneut verpasst, seine Heimbilanz aufzupolieren und wichtige Punkte im Kampf um den Verbleib in der Hessenliga zu sammeln. Trotz einer über weite Strecken guten Leistung standen die 93er gegen den SC Viktoria Griesheim am Ende im Regen.

Von Michael BellackEs lief bereits die Nachspielzeit, als Kahraman Damar sich den Ball am Elfmeterpunkt zurechtlegte. Wenigstens einen Punkt wollte er seinem Team sichern, das zu diesem Zeitpunkt mit 2:3 gegen Griesheim zurücklag. Damar lief an – und zimmerte den Ball an die Latte. Als „symptomatisch“ bezeichnet der Sportliche Leiter der 93er, Alexander Hagikian, den Fehlschuss Damars. Dass der Elfmeterpfiff nach vermeintlichem Foul an Bari äußerst fragwürdig war, spielte keine Rolle. „Wir hatten die Chance, noch mit einem blauen Auge davonzukommen“, ärgerte sich Hagikian.

Die Partie gegen die punktgleichen Griesheimer hatte eigentlich perfekt begonnen. Nicht einmal drei Minuten waren gespielt, da traf Salvatore Bari nach Hereingabe von Feta Suljic mit einem platzierten Flachschuss zum 1:0. Die Elf von Spielertrainer Michael Fink setzte in der Anfangsphase die zuletzt geforderten Tugenden um und ließ dem Gegner mit starkem Pressing keine Chance zur Entfaltung.

Mit erster Chance zum Ausgleich

Mit der ersten richtigen Torchance kam Griesheim dann zum vermeintlichen Ausgleich. Niklas Kern nickte nach einer Ecke ein, wurde aber vom Unparteiischen Christian Stübing wegen eines Foulspiels zurückgepfiffen. Schon früh zeichnete sich ein Muster ab: Sobald die Griesheimer einen Standard bekamen, brannte es bei den Hanauern lichterloh. Samir El Fahfoudy setzte wenig später einen Freistoß ans Lattenkreuz (19.). Die Quittung für das schwache Defensivverhalten bei ruhenden Bällen bekamen die 93er in Minute 23. Oliver Schumacher war nach einem Eckball zur Stelle, diesmal zählte der Treffer zum 1:1.

Anders als in den vorangegangenen Spielen zeigten die Hanauer eine gute Reaktion auf den Gegentreffer. Quasi mit dem nächsten Angriff traf Engin Arslan zur erneuten Führung. Sascha Ries hatte den Ball auf Höhe des Elfmeterpunktes zurückgelegt, Arslan traf im Fallen unter die Latte (25.).

Von Griesheim kam lange herzlich wenig. Auch die Hanauer taten sich auf dem Hauptplatz schwer, geordneten Fußball zu spielen. Angesichts des Rasens jedoch kein Wunder. Dieser befand sich bereits zu Spielbeginn in bemitleidenswertem Zustand und wurde mit zunehmender Spieldauer zu einem matschigen Acker. Die Gastgeber bemühten sich auch in Halbzeit zwei, das Spiel zu machen. Und hätte Suljic mit seinem Kopfball nach Damar-Flanke nicht nur das Außennetz getroffen (57.), hätten die Hanauer womöglich ihren zweiten Heimsieg im achten Spiel gefeiert. Stattdessen gab es die fünfte Heimpleite.

Wittern auf den Punktgewinn

Denn nach 60 laut Hagikian „engagierten und kämpferisch starken Minuten“ ließen die 93er zunehmend nach, während Griesheim langsam seine Chance auf einen Punktgewinn witterte. Und natürlich war es ein Standard, der zum 2:2-Ausgleich führte. Gleich drei Griesheimer tauchten nach einem Freistoß von der linken Seite mutterseelenallein vor 93-Keeper Armend Brao auf. Am Ende siegte Fabian Windeck im vereinsinternen Kopfballduell und netzte ein (78.).

„Die Zuteilung bei Standards ist klar. Wenn man die Spieler zwei-, dreimal so alleine lässt, muss man seine Einstellung in diesen Situationen hinterfragen“, so Hagikian. Ähnlich passiv verhielten sich die 93er beim Siegtreffer der Gäste. Fink ließ dem bärenstarken Ali Kazimi zu viel Zeit bei dessen Flanke, die der bis dato abgemeldete Kapitän Pascal Stork per Direktabnahme unter die Latte beförderte und seinem Team so drei Punkte sicherte (85.).

Hanau 93:Brao – Ries, Gavric, Fink. Purcell – Damar, Bulut (79. Franz), Ünal, Suljic (75. El Kaddouri) – Bari, Arslan (85. Gogol)

Griesheim:Jivan – Windeck, Kern, Bender, Schumacher – El Fahfouhy, Houdek, Arslan, Stange (69. Paraschiv), Kazimi (90.+3 Lunetto) – Stork (90.+6 Petrone)

Tore:1:0 Bari (3.), 1:1 Schumacher (23.), 2:1 Arslan (25.), 2:2 Windeck (78.), 2:3 Stork (85.) – Zuschauer:100 – Schiedsrichter:Stübing (Breitenborn) – Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rot für Griesheims Windeck wegen Meckerns (90.+1.) – Beste Spieler:beide geschlossene Mannschaftsleistung

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