Zum Vergessen: Salvatore Bari (am Ball) und der FC Hanau 93 sind gestern Nachmittag beim 1:6 in Ginsheim völlig unter die Räder gekommen. Die Verantwortlichen deuten an, dass es in der Winterpause personelle Veränderungen geben kann. Foto: TAP

Fußball

Hessenliga: Hanau 93 geht mit 1:6-Klatsche in die Winterpause

Fußball. Der FC Hanau 93 hat sich in der Hessenliga mit einer 1:6-Klatsche beim VfB Ginsheim in die Winterpause verabschiedet.

Von Frank Schneider

Wie bereits vor einer Woche beim 0:4 im Heimspiel stand die Mannschaft von Trainer Michael Fink auch im Rückmatch gegen den Tabellensechsten auf verlorenem Posten und verlor an der Mainspitze verdient mit 1:6-Toren.

„Unser Abwehrverhalten war leider desolat, so kann man in der Hessenliga nicht spielen. Es ist schade, dass wir mit den beiden klaren Niederlagen gegen Ginsheim etwas das gute Gesamtbild trüben und jetzt mit einem schlechten Gefühl in die Winterpause gehen“, meinte HFC-Trainer Michael Fink, der selbst im letzten Punktspiel des Jahres verletzungsbedingt nicht mitwirken konnte.

Desolates Abwehrverhalten

Für ihn rückte Enis Muratoglu in die Innenverteidigung. Ein undankbare Aufgabe für den jungen Abwehrspieler, denn von Beginn an geriet die gesamte Abwehr der 93er gegen die flinke, zielstrebige und technisch starke Offensivabteilung der Ginsheimer gehörig ins Schwimmen. Der VfB verzichtete gänzlich auf eine Abtastphase und kreierte sofort gefährliche Angriffe.

In der achten Minute wehrte Hanaus Keeper Armend Brao einen Schuss von Daniel Thur gut ab. Nach der anschließenden Ecke landete der Ball jedoch auf dem Fuß von Jonas Kummer – und von dort, zwischenzeitlich noch abgefälscht – zum 1:0 im Netz. Auf der Gegenseite eine erste gute Offensivaktion der Gäste, doch nach guter Hereingabe von Kahraman Damar verpassten in der Mitte mit Salvatore Bari und Oktay Bulut gleich zwei Spieler.

Zielstrebiges und technisch starkes Offensivspiel der Ginsheimer

Wenig später stand Bulut erneut im Fokus, als er mit einem katastrophalen Rückpass ausgerechnet VfB-Torjäger Can Özer bediente, der dieses Geschenk zum 2:0 (17.) gerne annahm. Kurze Zeit später sorgte erneut Özer für Alarm, doch diesmal landete sein Schuss nur an der Torlatte.

Das 3:0 in der 36. Minute bereitete Özer dann gut vor, Sturmpartner Nils Fischer bugsierte die Kugel aus kurzer Distanz per Kopf in die Maschen. Auch wenn Bari noch eine gute Möglichkeit für die Hanauer auf dem Schlappen hatte (41.), so waren die Gäste mit dem 3:0-Halbzeitstand noch gut bedient.

Sehenswerter Ehrentreffen der Hanauer

Mit zwei schnellen Treffern nach der Pause machten die Ginsheimer mit ihrem Gegner dann schnellen Prozess und konnten nach dem 5:0 frühzeitig den Fuß vom Gas nehmen. Zunächst wurde die Hanauer Deckung mit einem einzigen weiten Ball düpiert, so dass Masaki Murata mühelos einschieben konnte (52.).

Drei Minuten später ließ sich Tim Fließ an der Torauslinie vernaschen und den zurückgelegten Ball nagelte Nils Fischer aus zehn Metern genau in den Winkel.

Der Ehrentreffer der Hanauer gehörte ebenfalls in die Kategorie „sehenswert“. Kahraman Damar, noch der beste und fleißigste Feldspieler im Team der Gäste, netzte in altbekannter Manier per Freistoß ein. Der eingewechselte VfB-Akteur Simon Geisler vollendete in der 86. Minute nach einem Querpass zum 6:1-Endstand.

Keeper Brao verhinderte noch höhere Niederlage

Unter dem Strich verhinderte Torwart Armend Brao eine noch höhere Niederlage der Hanauer, denn die überlegenen Ginsheimer ließen noch weitere Chancen liegen. HFC-Abteilungsleiter Giovanni Fallacara war nach der erneuten Pleite zwar bedient, gab sich aber auch kämpferisch.

„Ich hätte nicht gedacht, dass es gegen diesen Gegner nochmal schlechter laufen wird als vor einer Woche. Aber wir schütteln uns jetzt und gehen in die Winterpause. Generell sind wir mit unserer Punktausbeute zufrieden, obgleich die Mannschaft nach der kurzen Pause im Sommer zuletzt etwas müde wirkte. Der VfB Ginsheim war für uns als Doppelgegner vor der Pause mit Sicherheit kein idealer.“

Fallarcara kündigt personelle Veränderungen an

Direkt nach dem Spiel ließ der Hessenligist den Sonntag mit einem Besuch auf dem Hanauer Weihnachtsmarkt ausklingen. Inwieweit die Mannschaft des Tabellenelften im Jahr 2020 ein anderes Gesicht haben wird, ist aktuell noch offen. Fallacara kündigt vorab personelle Veränderungen an und auch Trainer Fink ließ unlängst durchblicken, dass er sowohl Zu- als auch Abgänge in der Winterpause nicht ausschließt.

Die beiden jüngsten schwachen Auftritte gegen den VfB Ginsheim mit zusammengerechnet zehn Gegentoren haben womöglich bei den Verantwortlichen des Hessenliga-Aufsteigers den Handlungsbedarf auf der einen oder anderen Position bestärkt.

Ginsheim: Staegemann – Hesse, Thomasberger, Shojo (79. Manneck) – Murata, Jakubovic (61. Schmidt) – Teklab, Kummer (67. Geisler), Thur – Özer, FischerFC Hanau 93: Brao – Ries (57. Sekeric), Muratoglu (57. Singh), Gavric, Gogol – Ünal, Fließ – Damar, Bulut (57. Rafaat), Franz – Bari – Tore: 1:0 Kummer (9.), 2:0 Özer (17.), 3:0 Fischer (37.), 4:0 Murata (52.), 5:0 Fischer (55.), 5:1 Damar (79.), 6:1 Geisler (86.) – Schiedsrichter: Reimund (Zwingenberg) – Zuschauer: 120 – Beste Spieler: Kummer, Özer, Fischer / Brao, Damar

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