Klappt es morgen mit dem ersten Dreier? Aufsteiger FC Hanau 93 hadert etwas mit der bisherigen Punkteausbeute. Oktay Bulut (rechts) nimmt mit seinen Teamkollegen im Spiel beim SC Hessen Dreieich den nächsten Anlauf für den ersten Saisonsieg. Archivfoto: TAP

Hanau

Hessenliga: Hanau 93 fährt mit Selbstvertrauen nach Dreieich

Fußball. Nach zwei Unentschieden zum Auftakt steht Hessenliga-Aufsteiger FC Hanau 93 am Freitagabend (Anstoß 19.30 Uhr) im Hahn-Air-Sportpark beim SC Hessen Dreieich auf dem Prüfstand.

Von Frank Schneider

Der Regionalliga-Absteiger tritt erstmals in dieser Saison vor heimischem Publikum an und will sich sogleich für die überraschende 2:5-Niederlage beim VfB Ginsheim rehabilitieren.

Einer freut sich besonders auf das Spiel: Hanaus Kapitän Ljubisa Gavric spielte drei Jahre beim SC Hessen Dreieich und gehörte dort in der vergangenen Saison zum Regionalliga-Kader. „Ich freue mich auf die Rückkehr. In Dreieich ist ein schönes Stadion entstanden. Außerdem ist es immer schön, gegen einen Ex-Verein zu spielen“, sagt der 28-jährige Innenverteidiger.

Sein neuer Trainer Michael Fink hat großen Respekt vor dem Gegner und lässt sich auch von der klaren Niederlage der Dreieicher nicht blenden. „Auch wenn sie viele Abgänge hatten, stehen immer noch sechs, sieben Akteure im Kader, die schon Regionalliga oder höher gespielt haben. Für mich ist das eine Mannschaft, die am Ende unter den ersten fünf Teams der Tabelle sein wird.“

Fink kündigt eine mutige Herangehensweise an. „Wir werden uns auch in Dreieich nicht verstecken. Wenn man ehrlich ist, hätten wir statt zwei auch schon vier oder sechs Punkte haben können“, meint der Mittelfeldspieler. Gegen Waldgirmes und auch gegen den FV Bad Vilbel brachte der HFC seine erarbeiteten Führungen nicht ins Ziel. Typisches Lehrgeld für einen Aufsteiger, wenngleich die Kenntnis überwiegt, dass der Neuling auch in dieser Liga bestehen kann. „Das Mithalten in den ersten Partien war für das Selbstvertrauen meiner Jungs ganz wichtig“, unterstreicht Fink. Mit dem SC Waldgirmes und dem FV Bad Vilbel spielten die 93er bislang gewiss auch nicht gegen die allerschlechtesten Teams der Liga.

In den ersten beiden Partien bot Fink exakt die gleiche Startelf auf, am Freitag wird er wohl zum Wechseln gezwungen sein, da sich Sascha Ries gegen Bad Vilbel eine Gehirnerschütterung zuzog und sogar zwei Tage zur Beobachtung im Krankenhaus verbringen musste. Ob es einen positionsgetreuen Wechsel oder gar eine leichte Modifikation des 4–3–3-Systems geben wird, wollte Fink im Vorfeld nicht verraten. Mit Ahmad Rafaat fällt indes ein Spieler aus der zweiten Reihe wegen eines Muskelfaserrisses erstmal aus. HFC-Abteilungsleiter Giovanni Fallacara ist guter Dinge. „Ich habe ein gutes Gefühl. Die Mannschaft ist zweimal am Sieg vorbeigeschrammt, ich glaube am Freitag klappt es. Wir können auf jeden Fall mit breiter Brust anreisen.“

Der SC Hessen Dreieich hat nach zwei Spielen drei Zähler auf dem Konto, erzielt mit dem 3:2-Auftaktsieg beim FV Bad Vilbel. Am Sonntag folgte mit einem 2:5 in Ginsheim ein kleiner Rückschlag. Mit einem solch deutlichen Ergebnis hatten die wenigsten gerechnet. Dreieichs Trainer Lars Schmidt war mit dem Ergebnis und auch über die vielen fabrizierten Fehler enttäuscht, sah die Leistung seiner Truppe aber nach dem Spiel nicht so schlecht. „Eigentlich hätten wir eher in Bad Vilbel verlieren müssen. In Ginsheim ist das Ergebnis brachial über uns hereingebrochen.“

Der von Viktoria Urberach zum Regionalliga-Absteiger gewechselte Ex-Profi sieht seine Mannschaft nach dem personellen Umbruch vor der Runde noch in einem Findungsprozess und freut sich für Freitagabend auf ein „hochinteressantes Spiel“ gegen Neuling Hanau 93. Aus seiner Zeit als Urberach-Coach kennt Schmidt die Hanauer bestens, am vergangenen Samstag wurde er als Augenzeuge der Hanauer Heimpremiere gegen Bad Vilbel an der Kastanienallee gesichtet.

Die Gastgeber bangen um das Mitwirken von Kapitän Denis Streker und von Niko Opper – beide Akteure sind angeschlagen. Die Langzeitverletzten Toni Reljic und Danny Klein fehlen ohnehin.

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