Nächste Heimpleite: Der FC Hanau 93 hat gegen Rot-Weiß Hadamar mit 1:3 verloren, hatte aber Chancen auf den 2:2-Ausgleich. Am Ende schlug Gäste-Torjäger Leon Burggraf (rotes Trikot) zu. Foto: TAP

Fußball

Hessenliga: Gschwender ärgert die 93er bei 1:3-Niederlage

Fußball. Der FC Hanau 93 kann vor eigenem Publikum nicht mehr gewinnen. Auch gegen Rot-Weiß Hadamar gab es eine 1:3 (0:1)-Heimniederlage, wodurch die Abstiegsgefahr in der Hessenliga wieder größer wurde.

Von Gert BechertDabei enttäuschte das Team von Spielertrainer Michael Fink die 140 Zuschauer nicht. „Ich kann meiner Mannschaft keinesfalls den Willen absprechen, alles getan zu haben, um die Niederlage noch abzuwenden. Letztlich setzte sich die größere Qualität in den Reihen des Gegners durch“, meinte Alexander Hagikian nach Spielschluss. Der Sportliche Leiter dachte dabei besonders an Jerome Zey.

Nicht Torjäger Leon Burggraf, sondern der eher schmächtige Linksaußen war der Mann des Tages. Entgegen kam Zey dabei eine notgedrungene Umbesetzung der Viererabwehrkette der 93er. Für den kurzfristig erkrankten Sascha Ries beorderte Fink Tolga Ünal auf die rechte Seite der Viererabwehrkette. Ein Fehlgriff, wie sich schon nach wenigen Minuten herausstellte. Ünal fühlte sich in der neuen Rolle sichtlich unwohl, ihm unterliefen Stellungsfehler, die der flinke Zey gnadenlos ausnutzte.

Nach Glück doch der Treffer

Hatten die Gastgeber nach zehn Minuten noch Glück, als Zey auf Burggraf flankte, der völlig unbedrängt vorbei köpfte, war es in der 16. Minute passiert. Ünal unterlief einen langen Pass. Zey zog auf und davon und vollstreckte zum 0:1. Kurz zuvor hätten aber auch 93er in Führung gehen können. Gästekeeper Christopher Strauch verunglückte ein Abschlag total. Das Leder kam zu Feta Suljic, der Salvatore Bari (13.) bediente, der wiederum aus aussichtsreicher Position an Strauch scheiterte.

Nach dem Rückstand reagierte die HFC-Bank, beorderte Angreifer Tim Franz nach hinten, wodurch Ünal wieder seine angestammte Rolle als Antreiber im Mittelfeld einnehmen konnte. Die Umstellung wirkte konsolidierend. In der 27. Minute hatte Oktay Bulut den Ausgleich vor Augen, seinen Kopfball nach einer Linksflanke von Kahraman Damar lenkte Strauch mit einem tollen Reflex über die Latte. „Das ist eine ganz enge Partie. Wir müssen im zweiten Durchgang noch mutiger nach vorne spielen, ein Punkt ist auf jeden Fall drin“, zeigte sich Giovanni Fallacara zur Halbzeit zuversichtlich. Der Abteilungsleiter schien recht zu behalten. Nach einem zu kurzen Rückpass von Innenverteidiger Mirko Dimter scheiterte Bari (46.) am reaktionsschnellen Strauch.

Ein dicker Patzer in der 93er Abwehr schien alle aufkeimenden Hoffnungen wenig später zu begraben. Diesmal war Franz der Unglücksrabe, der stehen blieb, wodurch Zey freie Bahn hatte. Nach 51 Minuten führte Hadamar 2:0, die Entscheidung schien gefallen. Doch die Hausherren kamen zurück, wozu der schnelle Anschlusstreffer von Bari (57.), der eine Flanke von Suljic per Kopf versenkte, beitrug.

Drängen auf den Ausgleich

Die 93er drängten auf den Ausgleich, der in der 66. Minute greifbar nahe war. Nach einer tollen Kombination passte Fink auf den eingewechselten Engin Arslan, in dessen Schuss sich Michel Gschwender warf und den Ball noch zur Ecke abwehrte. Ausgerechnet Gschwender. Ihn hatte Fink nach der verpatzten Aufstiegsrunde neben einigen anderen Spielern im Juni aussortiert.

Gschwender hatte nach Spielschluss nur ein verschmitztes Lächeln auf den Lippen, äußern wollte er sich nicht. Dafür aber Stefan Kühne. „Wäre in dieser Phase der Ausgleich gefallen, wäre es sicher schwer für uns geworden. Da hatten wir das Glück auf unserer Seite“, räumte der Gästetrainer ein.

Eine solch hochkarätige Chance bot sich den 93ern nicht mehr, vielmehr mussten sie bei schnellen Kontern auf der Hut sein. In der 88. Minute war die Partie entschieden. Burggraf traf zum 3:1, es war sein 15. Saisontor.

Hanau 93:Brao – Ünal (70. Mezini), Gavric, Fließ, Gogol – Suljic, Fink, Bulut (55. Arslan), Damar – Bari, FranzHadamar:Strauch – Matthias Neugebauer, Sembene, Dimter, Gschwender – Markus Neugebauer, Kröner, Herdering – Sedy (70. Aschenkewitz), Burggraf (90. Noguchi), Zey (75. Makana)Tore:0:1, 0:2 Zey (16./51.), 1:2 Bari (57.), 1:3 Burggraf (88.) – Schiedsrichter:Hauser (Schwalbach/Taunus) – Zuschauer:140 – Beste Spieler:Damar, Fließ/Zey, Herdering

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