Jugendkonzept greift

Keine großen Transfers: FC Erlensee setzt auch in der Hessenliga auf eigenen Nachwuchs

  • vonFrank Schneider
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Der FC Erlensee steigt höchstwahrscheinlich in die Hessenliga auf. Der Verein will auch in dieser Spielklasse seinem Konzept treu bleiben.

  • FC Erlensee steigt wohl in Hessenliga auf
  • Verein setzt auf eigene Talente
  • Stammspieler sagen trotz Corona zu

Der steile Aufstieg des 1. FC Erlensee hat einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Sollte die aktuelle Fußballsaison wie erwartet aufgrund der Corona-Pandemie zum 30. Juni abgebrochen und mit Aufsteigern gewertet werden, wäre der Hanauer Kreisoberliga-Meister des Jahres 2017 in der kommenden Spielzeit Hessenligist.

FC Erlensee setzt auf Fußballer aus eigener Jugend

Die Planungen für das erstmalige Abenteuer in der höchsten Amateurspielklasse Hessens laufen bereits auf Hochtouren, die Vorfreude auf die nächste Herausforderung ist spürbar. Der überregional durch seine gute und leistungsorientierte Jugendarbeit bekannt gewordene FCE bleibt trotz des bevorstehenden Aufstiegs seiner sportlichen Philosophie treu.

Die ersten sieben Neuzugänge des aktuellen Tabellenführers der Verbandsliga Süd kommen allesamt aus der ebenfalls in der Hessenliga spielenden U19 des Vereins. „Es ist wichtig, dass sich die Spieler mit dem Verein identifizieren und eine Verbindung zu ihm haben“, sagt Trainer Tobias Heilmann.

Zusage schon vor Corona: Stammspieler bleiben

Schon vor der Corona-Unterbrechung war klar, dass alle Stammspieler der ersten Mannschaft ligaunabhängig auch in der Saison 2020/21 auf dem Sportgelände am Fliegerhorst kicken werden. „Wir sind überzeugt, dass wir mit unserem Team auch in derHessenliga bestehen können“, glaubt Heilmann an die Qualität seiner jungen Mannschaft. Etliche Aufstiege und Meisterschaften der erfolgreichen Jahrgänge, die bereits im Jugendalter gemeinsam für den FCE aufliefen, haben das Selbstbewusstsein wachsen lassen.

Externe Neuzugänge sind zwar nicht ausgeschlossen, doch der 1. FC Erlensee wird gewiss nicht auf dem trotz Corona-Pause weiterhin sehr pulsierenden Spieler-Transfermarktes eine der vordersten Geigen spielen. „Wir sind nicht aktiv auf der Suche“, sagt Heilmann und nennt die Namen jener sieben Eigengewächse, die als U19-Junioren ab sofort zum Kader der ersten Mannschaft stoßen: David Nene, Jona Spindler, Kolin Koch, Nico Damm, Vincent Köhler, Thomas Schmidt-Isermann und Amin Chtaiti.

Als Corona-Meister sieht Heilmann sein Team übrigens nicht. „Wir hätten natürlich lieber die Meisterschaft auf dem Spielfeld errungen, wir waren ja auf einem sehr guten Weg. Da es wegen der Pandemie nicht möglich ist, die Runde zu beenden, ist die jetzt angedachte Lösung logisch und sinnvoll“, meint der FCE-Coach.

Corona-Regelungen: Fußball trainieren wieder 

Seit einigen Tagen läuft beim 1. FC Erlensee der Trainingsbetrieb wieder auf Hochtouren. Nicht nur bei der ersten Mannschaft, sondern auch im Jugendbereich. Die Einheiten finden alle auf freiwilliger Basis und unter Anwendung akribischer Hygienemaßnahmen statt. Heilmann ist froh, dass der Ball - wenn auch etwas eingeschränkt - wieder rollt.

„Viele sagen zwar, dass die aktuell möglichen Trainingsbedingungen wegen des Abstandsgebotes nichts mit Fußball zu tun haben, doch ich sehe das völlig anders. Passstafetten, Technikübungen, Athletiktraining und vor allem Torschuss haben sehr wohl etwas mit Fußball zu tun. Ich kenne keinen Spieler, der keinen Bock hat, auf das Tor zu schießen.“

Corona-Neustart als Vorbereitung auf neue Saison

Heilmann unterstreicht auch die soziale Komponente des Neustarts und sieht die Trainingseinheiten schon als Beginn für die Vorbereitung auf die neue Saison, auch wenn diese für viele gedanklich noch in weiter Ferne ist. „Man kann auf diesem Niveau auch im Amateurbereich nicht wochenlang nichts machen und dann denken, man könnte gleich voll durchstarten“, rechtfertigt Heilmann sein Konzept.

Die angebotenen Übungseinheiten befriedigen nicht nur den Spaßfaktor, es fließt auch ordentlich Schweiß. Womöglich wird der designierte Meister der Verbandsliga Süd in der kommenden Saison vor großen Herausforderungen stehen.

Namhafte Gegner warten auf FC Erlensee

Nicht nur aus sportlicher Sicht, da sich die eingespielte Truppe des FCE plötzlich mit Gegnern messen wird, die mit größerem Etat ausstaffiert sind und mit namhaften Akteuren, teils mit Profi-Erfahrung den Weg in die Regionalliga Südwest suchen.

Mit Hessen Kassel wird der Verein mit den profiähnlichsten Strukturen die Hessenliga verlassen, Absteiger aus der Regionalliga wird es keine geben.

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