Pechvogel: Michael Fink (links), Spielertrainer des FC Hanau 93, leistete sich einen kapitaklen Patzer. Dennoch ist der Liga-Neuling mit dem 1:1 zufrieden. Foto: Steffen Bär

Fußball

Hessenliga: Erster Torjubel der 93er beim 1:1 gegen SC Waldgirmes

Fußball. Der Anfang ist gemacht. Mit einer ordentlichen Vorstellung ergatterte der FC Hanau 93 am ersten Spieltag der Hessenliga ein 1:1 beim SC Waldgirmes. Ein Sieg wäre möglich gewesen, doch am Ende waren alle Beteiligten mit dem Ergebnis zufrieden.

Von Frank SchneiderHanaus Co-Trainer Ioannis Takidis beispielsweise, der an der Seitenlinie aktiv das Team der 93er coachte, während Cheftrainer Michael Fink auf dem Platz im defensiven Mittelfeld agierte, war bei der anschließenden Pressekonferenz gut aufgelegt. „In den vergangenen Jahren habe ich mit Alzenau in Waldgirmes eigentlich immer verloren, deswegen freut mich der Punktgewinn auch sehr.“

Er und Michael Fink hatte sich dazu entschieden, Blitztransfer Kristijan Bejic sofort die rechte Außenbahn beackern zu lassen. Das passende Laibchen der schmucken neuen weinroten Auswärtstrikots konnte derweil so kurzfristig nicht mehr beschafft werden. Bejic lief mit der Nummer 23 und dem Namen „Boos“ auf dem Rücken auf. Als Kapitän führte der Ex-Dreieicher Ljubisa Gavric den Neuling aufs Feld. Der neue Abwehrchef der 93er wird im Bedarfsfall von Sascha Ries vertreten. Der abgesetzte Kapitän Kahraman Damar stand in der Startelf. „Er ist weiterhin ein sehr wichtiger Spieler für uns“, hatte Michael Fink schon im Vorfeld gesagt.

Pechvögel in der zweiten Hälfte

In Waldgirmes gehörte Damar in der zweiten Hälfte zu den Pechvögeln, denn eigentlich hätte er in der 75. Minute das 2:1 für seine Farben erzielen müssen, schoss den Ball aus guter Position aber knapp am rechten Posten vorbei. Dass es mit einem 1:1 in die überaus spannende Endphase ging, hatte schon seine Berechtigung. Die erste Hälfte war stark von der Taktik geprägt. Beide Teams setzten auf eine stabile Defensive und versuchten mit gutem Umschaltspiel die ersten Nadelstiche zu setzen. Die gastgebenden Mittelhessen setzten auf gefährliche Standardsituationen, doch die Abwehr der Hanauer war jederzeit Herr der Lage.

Fünf Minuten waren in Hälfte zwei gespielt, da durften die mitgereisten Anhänger des ältesten Fußballvereins Hessens das erste Hessenligator ihres Vereins nach 33 Jahren bejubeln. Enis Muratoglu verlängerte einen Eckball per Kopf und am langen Pfosten drückte der Ex-Alzenauer Salvatore Bari den Ball über die Linie. „Vor solchen Situationen habe ich gewarnt, Bari ist eben ein Vollblutstürmer“, meine Waldgirmes-Coach Otmar Velte nach dem Match. Bari selbst nahm sein erstes Pflichtspieltor für die Hanauer gelassen.

„Ich habe kein überragendes Spiel gezeigt, doch es ist eben die Aufgabe eines Stürmers, in solchen Momenten da zu sein“, erklärte der 31-Jährige. Dass er trotz einer längeren urlaubsbedingten Abwesenheit in der Vorbereitung zur Startelf gehörte, überraschte ihn unterdessen nicht. „Ich habe im Urlaub ja nicht nur faul auf der Strandmatte gelegen“, betonte der Hessenliga-Torschützenkönig des Jahres 2017. Leider – aus Sicht des FC Hanau 93 – währte die Freude über die Führung nur kurz.

Kapitaler Fehler führte dennoch zum 1:1

Nach einem kapitalen Fehlpass von Spielertrainer Fink schloss Robin Fürbeth statt von der Strafraumgrenze zum 1:1 ab. Ioannis Takidis nahm den Ex-Profi nach dem Spiel in Schutz. „Klar war das ein Fehler von unserem Coach, doch wir machen alle Fehler und Michael hatte auch viele gute Szenen in diesem Spiel.“ Die Partie hatte jetzt mehr Pfeffer, inklusive einiger strittiger Szenen. So hätten beide Teams gerne Mitte der zweiten Hälfte einen Elfmeter zugesprochen bekommen. Dass der gut leitende Unparteiische Joshua Herbert die besagten Szenen aber nicht als strafstoßwürdige Fouls bewertete, war durchaus vertretbar.

Nach der vergeben Großchance von Damar (75.) war im Schlussakkord der SC Waldgirmes dem Sieg etwas näher. Die Hausherren erhöhten nochmals den Druck, konnten Armend Brao trotz guter Chancen in der Schlussphase aber nicht überwinden. Luis Stephan vergab in der 83. Minute die beste Gelegenheit für den SC Waldgirmes. „Das war ein ordentlicher Auftritt von uns, ich bin mit dem Punkt nicht unzufrieden“, erzählte Alexander Hagikian, der neue Sportliche Leiter des FC Hanau 93.

Wie hat er das erste Punktspiel in neuer Funktion erlebt? „Es ist eine neue Situation, denn es juckt in den Füßen, weil ich selbst ja Spieler war. In meiner neuen Rolle habe ich versucht, Ruhe auszustrahlen.“ Hagikians Auftreten passte ins Bild, insgesamt war der erste Hessenliga-Auftritt des Neulings in erster Linie souverän, wenn auch nicht spektakulär. Doch das sind Auswärtsspiele in Waldgirmes für die gegnerischen Teams aufgrund der kompakten Spielweise und der Heimstärke des SCW ohnehin eher selten. Das erste Heimspiel (kommenden Samstag, 15 Uhr gegen den FV Bad Vilbel) kann für den HFC also kommen.

FC Hanau 93: Brao – Ries, Muratoglu, Gavric, Purcell, Fink, Ünal (71. Gischewski), Bulut, Bejic, Damar (85. Franz), Bari (79. Arslan) Tore: 0:1 Salvatore Bari (50.), 1:1 Robin Fürbeth (57.) – Schiedsrichter:Herbert (Nüsttal) – Zuschauer: 350 – Beste Spieler:Schmidt, Stephan / Brao, Gavric, Bulut

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