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Haben die Spieler der HSG Preagberg umsonst gegen den Abstieg gekämpft? Keeper Fabian Gesser, Arne Hestermann und Arne Pitterling (von links) müssen eventuell genauso absteigen wie Peter Correll und der TSV Klein-Auheim.

Saisonabbruch wegen Corona-Krise

HSG Preagberg will sich mit Bezirksoberliga-Abstieg nicht abfinden

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Im Handball-Amateurbereich ist die Saison beendet – das hat der Hessische Handballverband verkündet und die aktuelle Tabelle zur Abschlusstabelle erklärt, nach der sich Auf- und Abstieg entscheiden. Während einige Vereine über die vorzeitige Meisterschaft jubeln konnten, schauten andere in die Röhre

So wie die erste Männermannschaft der HSG Preagberg, die nach ersten Meldungen den Gang in die Bezirskliga A antreten müsste. Doch hierbei scheint das letzte Wort noch nicht gesprochen. Es wäre für die Preagberger extrem bitter: Nach nur einer Saison in der Bezirksoberliga die direkte Rückkehr in die Bezirksliga A, weil zum sicheren Ufer gerade einmal zwei Zähler fehlen.

HSG hat zwei Spiele weniger als die Konkurrenz

Besonders ärgerlich wäre der Abstieg deshalb, weil die HSG zwei Spiele weniger absolviert hat als die Konkurrenz und durch das vorzeitige Saisonende keine Chance mehr hat, diese Spiele nachzuholen. „Wegen Corona die Saison abzubrechen, diese Entscheidung unterstützen wir voll und ganz“, stellen Sascha Möhwald und Michael Börner von der HSG Preagberg klar.

„Aber laut Artikel 52 der Spielordnung sollen die Auf- und Absteiger nach sportlichen Gesichtspunkten bestimmt werden – und in unseren Augen sind die nicht gegeben, wenn ein Team weniger Spiele absolviert hat als seine direkten Konkurrenten.“ 

Doppelt bitter: Zweite Mannschaft könnte nicht aufsteigen

Mit dem möglichen Abstieg wollen sich die Preagberger daher nicht ohne Weiteres abfinden, schließlich träfe es sie gleich doppelt: Würde ihre erste Mannschaft absteigen, könnte die zweite nicht in die Bezirksliga A aufsteigen. „Das durchkreuzt natürlich unseren Entwicklungsplan“, so Möhwald.

Zumal es auch für Spieler einen Unterschied ausmache, in welchen Ligen ihr Team antrete – und diese sich möglicherweise anderweitig umsähen, sollte die HSG wirklich absteigen. Auch für die A-Jugendlichen, die sich unlängst über die Meisterschaft in der hessischen A-Jugend freuen konnten, wäre ein Bezirksoberligist eine deutlich attraktivere Adresse als erste Station im Aktivenbereich. „Ich bin mir zwar sicher, dass unsere Jungs wissen, was sie an Preagberg haben“, meint Möhwald, „aber sie bekommen selbstverständlich Offerten von anderen Vereinen.“

Vereinsvertreter sehen Jugendarbeit in Gefahr

Die Preagberger Verantwortlichen sehen durch die Entscheidung des HHV ihre jahrelange Aufbauarbeit im Jugendbereich ernsthaft in Gefahr. „Selbstverständlich ist das gerade eine Situation, die es zuvor noch nicht gab, und wir wollen auch niemandem den Schwarzen Peter zuschieben“, versichert Börner, „aber die Saison dauert ja noch bis zum 30. Juni, da hätte man sich mit der Entscheidung mehr Zeit lassen können.“

In der jetzigen Form sei der Beschluss jedenfalls nicht zu akzeptieren: „Wir werden uns mit allen Mitteln dagegen wehren“, versichern Möhwald und Börner. Die beiden Preagberger Verantwortlichen wünschen sich von Seiten des HHV in den kommenden Wochen Flexibilität und Gesprächsbereitschaft. „Der Verband muss den Dialog mit den Vereinen suchen“, fordert Börner, „vielleicht gibt es auch Mannschaften, die von sich aus eine Liga tiefer antreten wollen.“

Preagberger haben noch Grund zur Hoffnung

Außerdem seien kreative Lösungen gefragt, vorstellbar wäre für Preagberg zum Beispiel, dass die Ligen aufgestockt werden. Indes, für die HSG zeichnen sich bereits mehrere Hoffnungsschimmer ab: Einerseits hängt das Schicksal von Preagberg direkt davon ab, ob der TV Kirchzell den Klassenerhalt in der 3. Liga Mitte schafft – dort ist die Saison bisher nur pausiert.

Aktuell steht der TVK auf einem Abstiegsplatz, könnte sich aber in den verbleibenden Spielen oder in der Relegation noch retten, und in diesem Fall bliebe die fatale Kettenreaktion aus, die auch Preagberg zum Abstieg zwingen würde. Wie es in der 3. Liga weitergeht, ob die Saison dort überhaupt fortgesetzt und wie sie letztlich gewertet wird, steht aber noch in den Sternen.

Von Verbandsseite sieht es allerdings ebenfalls so aus, als könnte Preagberg auf einen Verbleib in der Bezirksoberliga hoffen. „Es hängt viel davon ab, was auf DHB-Ebene entschieden wird“, erklärt Manfred Leber, Vorsitzender des Handball-Bezirks und Beisitzer im Präsidium des HHV, „und da wird so schnell keine Entscheidung fallen. Es gibt aber die unterschiedlichsten Gedankenspiele, wir müssen einfach abwarten, was sich da ergibt.“

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