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Was für ein Erfolg: Im Mai 1995 wurde die weibliche C-Jugend des TSV Klein-Auheim südwestdeutscher Meister.

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Klein-Auheimer C-Juniorinnen gewannen vor 25 Jahren die südwestdeutsche Handballmeisterschaft

  • vonRobert Giese
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Nichts für schwache Nerven war das Sport-Highlight der Region im Mai 1995, denn im Finalrückspiel der weiblichen C-Jugend des TSV Klein-Auheim um die südwestdeutsche Meisterschaft herrschte über die gesamte Spieldauer Dramatik pur.

Nach wechselhaftem Spielverlauf sah in der Schlussminute eines der beiden Teams bereits wie der sichere Sieger aus, nur um Sekunden vor dem Abpfiff doch noch alles zu verlieren. Die Klein-Auheimer Nachwuchshandballerinnen unter ihrer Trainerin Petra Bröckling waren zuvor von Erfolg zu Erfolg geeilt und ins Endspiel um die südwestdeutsche Meisterschaft gegen den TSV Erfurt eingezogen.

Im Halbfinale hohen Rückstand gedreht

Zuvor hatten die Klein-Auheimerinnen im Halbfinale den TSV Kandel zweimal besiegt und sich insbesondere beim 20:12-Sieg im Rückspiel vor eigenem Publikum Selbstvertrauen geholt. Dabei hatte sich Bröcklings Team auch nicht von einer Manndeckung gegen die torgefährliche Kerstin Rahmel beeindrucken lassen – die dadurch entstehenden Lücken in der Gäste-Abwehr hatten Rahmels Mitspielerinnen ausgenutzt.

Dass der Finalgegner aus Erfurt eine höhere Hürde darstellen würde, bemerkte Klein-Auheim bereits im Hinspiel, das Rahmel und Co. auswärts bestreiten mussten. Die Thüringerinnen zeigten sich vom Anpfiff weg sehr abgeklärt und gingen rasch mit 6:2 in Führung, sodass es zunächst nach einer herben Auswärtspleite aussah. Allerdings fingen sich die Gäste aus dem Hanauer Stadtteil und schufen mit der 18:21-Niederlage eine passable Ausgangslage für das Rückspiel.

600 Zuschauer sehen Finale in ausverkaufter Halle

TSV-Trainerin Bröckling sah beim Gegner die besseren Einzelspielerinnen, merkte aber ebenfalls an, dass ihr Team im Hinspiel zu hektisch agiert habe; die Fehler der Klein-Auheimerinnen habe Erfurt „schonungslos“ ausgenutzt. Mit mehr Ruhe im Spiel und weniger eigenen Fehlern, so der Plan der Trainerin, könne ihre Mannschaft dem Team aus Thüringen Paroli bieten. Um diese Chancen zu erhöhen, konnten die Gastgeberinnen auf reichlich Unterstützung zählen: Gut 600 Zuschauer, darunter die damalige Hanauer Oberbürgermeisterin Margret Härtel, tummelten sich in der ausverkauften Halle.

„Das Heimrecht und die gewohnte Umgebung machen viel aus“, hatte Bröckling genau darauf gesetzt. Nach Anpfiff lief in Klein-Auheim zunächst auch alles nach Plan: Die stabile Abwehr um die „überragende“ Torhüterin Tanja Adler ließ kaum etwas zu, sodass die Heimmannschaft schnell einen kleinen Vorsprung herausspielte. Zur Pause führte Bröcklings Mannschaft mit 8:5, nach dem Seitenwechsel zog der TSV gar auf 13:8 davon. Zum Leidwesen der Klein-Auheimer Fans war das jedoch mitnichten die Vorentscheidung, denn die Thüringerinnen stemmten sich gegen die Niederlage und hatten in der Schlussminute alle Trümpfe in der Hand, schließlich lagen sie nur mit 12:14 zurück und hatten Ballbesitz.

Auswärtstorregel verhilf Klein-Auheim zum Titelgewinn

Sieben Sekunden vor Spielschluss entschieden die Unparteiischen allerdings auf Zeitspiel der Erfurterinnen, woraufhin die Klein-Auheimerinnen noch einmal in Ballbesitz kamen – und diesen nutzte Rahmel, um mit ihrem achten Treffer an diesem Tag das 15:12 zu erzielen. Durch die mehr erzielten Auswärtstore war dies genau das Ergebnis, das Klein-Auheim gerade so zum Titelgewinn verhalf, der TSV hatte also das Kunststück vollbracht, sich mit einer genauen Punktlandung die Meisterschaft zu sichern.

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