Bruchköbel

Handballerinnen der SG Bruchköbel sehnen sich nach ruhiger Zeit

Handball. Der große Absturz wurde gerade so verhindert: Nach großen Veränderungen bei den Bruchköbler Handballerinnen sicherte sich die erste Mannschaft in der abgelaufenen Saison als Vorletzter den Klassenerhalt.

Von Per Bergmann

Mit Benjamin Gast hat die SGB nun einen alten Bekannten für die Trainerbank verpflichtet, der die Mannschaft zu alter Stärke zurückführen soll.

Die Frauen der SG Bruchköbel erlebten vor der abgelaufenen Saison einem großen Umbruch. Gleich acht Spielerinnen verließen die erste Mannschaft, die als Oberliga-Absteiger vom Spielbetrieb abgemeldet wurde. Damit stieg Bruchköbels zweite Mannschaft sozusagen zur ersten auf. Der Fokus sollte auf der individuellen Weiterentwicklung „insbesondere der Jugendspielerinnen“ liegen.

Konstanz ist das Zauberwort

Nach dem Rücktritt von Neu-Trainer Jörg Schäfer, wenige Monate nach dem Saisonstart „kam die Mannschaft nicht mehr zur Ruhe“, erinnert sich Spielerin Franziska Rietzel. Das Bruchköbler Urgestein nennt mit der häufigen „Rotation auf der Trainerbank und im Kader“ einen Grund dafür, „dass unsere sehr junge Mannschaft keine Konstanz in ihr Spiel bringen konnte“.

Nachdem das Trainerduo Daiva Taraseviciene und Kevin Moore die Mannschaft übernahm, „kehrte etwas Ruhe in die Mannschaft zurück“. In der Schlussphase der Saison zeigte das Team, was möglich ist: Drei ihrer insgesamt sieben Saisonsiege fuhren die Bruchköblerinnen in den letzten drei Spielen ein, wodurch sie sich den vorletzten Tabellenplatz und den Klassenerhalt sicherten.

"Herzensangelegenheit"

Nun soll ein alter Bekannter den Bruchköbler Frauenhandball wieder in ruhigeres Fahrwasser führen: Benjamin Gast ist nach einem Jahr Pause zurück auf der Trainerbank. Bis vor rund einem Jahr trainierte er das BOL-Team – damals noch die zweite Mannschaft der SGB. Als seine Lebensgefährtin weiß Rietzel am besten, was die Mannschaft unter ihrem alten und neuen Coach erwartet: „Wir hoffen, dass endlich wieder Ruhe einkehrt und wir uns zu 100 Prozent nur auf das Handballerische konzentrieren können.“

Die Chancen stehen gut, denn Gast kennt nicht nur seine zukünftigen Spielerinnen, sondern die gesamte Handballabteilung wie seine Westentasche, hat er doch selbst aktiv bei der SGB in der Oberliga gespielt und bereits mehrere Mannschaften trainiert. Die neue Aufgabe sei für ihn eine „Herzensangelegenheit“. Zum Start der laufenden Vorbereitung fuhr sein Team direkt den ersten Turniersieg in Nieder-Eschbach ein.

Erster Neuzugang steht fest

Seine Aufgabe bestehe nun darin, „das Potenzial des Teams auszuschöpfen“. Nach einer „etwas chaotischen und hektischen Saison“ sieht auch Gast das erste Ziel darin, „wieder für Konstanz zu sorgen.“ Tabellarisch werde „eine Saison ohne Abstiegssorgen“ angepeilt.

Nach seiner kurzen Handball-Auszeit freue er sich auf die Aufgabe. Das Publikum in der Dreispitzhalle soll in der kommenden Saison wieder „attraktiven Damenhandball“ zu sehen bekommen. Dafür müsse der Kader insgesamt „noch breiter aufgestellt“ werden, „und auf der Torhüterposition benötigen wir noch Zuwachs“. Erster Neuzugang ist Jugendspielerin Esra Bulanik, die zuletzt die zweite Mannschaft verstärkte und nun den Sprung in die BOL wagt. „Weitere Gespräche laufen bereits“, will Gast noch nicht näher ins Detail gehen.

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