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Im Notfall auch ein Mann für das Parkett: Jan Kukla (beim Wurf) wird beim Neu-Oberligisten HSG Hanau II neuer Co-Trainer, kann im Notfall aber auch als Spieler aushelfen. In der neuen Liga will sich das Team von Norbert Wess schnell etablieren.

Ungewissheit nach Meisterschaft und Aufstieg

Oberliga: Jan Kukla unterstützt Coach Norbert Wess bei der HSG Hanau II

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Über Jahre hinweg hatte die zweite Mannschaft der HSG Hanau in der Landesliga Süd stets in der Spitzengruppe mitgespielt, zur Meisterschaft fehlten aber ein paar Prozent. Das war in dieser Saison anders, als sich die Hanauer die Meisterschaft  und den Aufstieg in die Oberliga sicherten.

Doch just in diesem Moment ist durch die Corona-Pandemie alles anders, steht die Saisonvorbereitung auf wackligen Füßen und ist die Suche nach Neuverpflichtungen erschwert.

Norbert Wess will dennoch alles daransetzen, sein Team fit für die Oberliga zu machen und die Mannschaft in Hessens höchster Liga zu etablieren. „Wir wollen keine Fahrstuhlmannschaft werden“, stellt der Trainer der Hanauer klar und unterstreicht damit seinen Anspruch, die zweite Mannschaft der HSG auf lange Sicht zu einem festen Bestandteil der Oberliga zu machen.

Dafür sieht Wess bei seinen Spielern eine gute Grundlage, weiß aber auch, dass sein Team gegenüber den künftigen Konkurrenten gewisse Defizite hat: „In der Oberliga wird ein intensiverer und körperbetonterer Handball gespielt, deshalb müssen wir körperlich noch etwas nachlegen.“

Kein Training wegen Corona: Spieler halten sich individuell mit fit

An normales Teamtraining ist wegen der Corona-Pandemie derzeit nicht zu denken, jedoch halten sich die Spieler individuell fit. „Wir nutzen da Apps, die Spieler machen zum Beispiel Übungen mit dem eigenen Körpergewicht“, gibt Wess einen Einblick in den Trainingsalltag in Zeiten der Pandemie. „Das ist selbstverständlich etwas anderes als das normale Mannschaftstraining, aber damit können sie ihr Fitnessniveau zumindest halten.“

Auch die soziale Komponente fehlt den Handballern durch die aktuellen Kontaktbeschränkungen, aber hier behilft sich die HSG mit gemeinsamen Videochats. Für die Saisonvorbereitung im Sommer erstellt Wess trotz der ungewissen Lage schon reichlich Trainingskonzepte, schließlich wollen sich die Hanauer in der Oberliga festsetzen.

Wess will neue Systeme einstudieren - Kaderplanung schwierig

„Dafür müssen wir unser Spiel vielleicht etwas verändern und unsere Gegner mit anderen Systemen überraschen“, deutet der HSG-Coach einige taktische Umstellungen an. Diese Vorbereitungen geschehen freilich unter Vorbehalt, „schließlich wissen wir ja weder, wann wir wieder mit dem Teamtraining starten können, noch, ob die neue Saison überhaupt wie geplant beginnt.“

Vor Probleme stellt Corona die Hanauer auch, was die Verpflichtung von Neuzugängen angeht, denn ein mögliches Probetraining fällt in der aktuellen Situation selbstverständlich flach. Zwar ist die HSG nicht so sehr auf externe Neuverpflichtungen angewiesen wie andere Mannschaften, denn einerseits bleibt der Kader nahezu vollständig zusammen und andererseits verstärken einige Jugendspieler den künftigen Oberligisten, hier und da würde Wess personell aber dennoch gerne nachlegen.

Rückraumspieler und Rechtsaußen werden gesucht

Vorrang hat dabei die Suche nach einem Distanzschützen für den Rückraum – ein derartiger Spieler fehlt in der Mannschaft aktuell noch. „Wir werden in der Oberliga auch einfache Tore aus dem Rückraum brauchen“, weiß Wess, „aber Spieler dieser Qualität sind schwierig zu finden.“

Auch auf Rechtsaußen würden sich die Hanauer gern verstärken, der HSG-Coach betont allerdings, dass es nur um punktuelle Verstärkungen gehen soll, „denn auch das aktuelle Team hat sehr viel Potenzial. Aber wir beobachten dennoch ruhig den Markt und halten Ausschau nach entwicklungsfähigen, hungrigen Spielern“, sagt Wess und verweist auch darauf, dass Spieler aus seinem Team durchaus auch den Sprung in den Drittliga-Kader der Hanauer schaffen können.

Kukla wird neuer Co-Trainer

Unterstützt wird Wess auf der Trainerbank künftig verstärkt von Jan Kukla, der als Co-Trainer fungieren wird. Der HSG-Coach freut sich, den langjährigen Spieler für diese Position gewonnen zu haben, und hat mit Kukla auch jemanden in der Hinterhand, der auf dem Spielfeld einspringen kann.

„Er ist ein guter Mann und universell einsetzbar“, so Wess über seine künftige rechte Hand. So aufgestellt wollen die Hanauer die Oberliga halten – trotz der momentan widrigen Umstände. „Aber von Corona“, meint der HSG-Coach, „sind ja alle Vereine gleich betroffen.“

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