Handball

Geisterspiele im Handball? Hessischer Verband gibt Einblick in die Planungen

  • Julia Meiss
    vonJulia Meiss
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Der Hessische Handball-Verband hat nach dem Abbruch der Saison wegen der Corona-Pandemie einen Plan für die Rückkehr zur Normalität erarbeitet. DER HHV stellt sich auf verschiedene Szenarien ein.

  • Handball-Verband hat Plan für Rückkehr zum Spielbetrieb aufgestellt
  • Einen Starttermin für die neue Saison gibt es nicht
  • HHF kann auf mögliche zweite Corona-Welle reagieren

Region Hanau – Durch die neuesten Lockerungen im Kampf gegen das Coronavirus sind die Handballer in Phase sechs des „Return-to-play“-Plans des Deutschen Handball-Bundes (DHB) übergegangen. In acht Phasen hat der DHB den Übergang vom kompletten Sport-Stopp zum vollen Wettkampfbetrieb unterteilt.

„Handballspezifisches Training mit Zweikämpfen“ heißt Phase sechs, danach folgen Spielbetrieb ohne Publikum und als finale Phase Spielbetrieb mit Publikum. Kurzum: die Handballer scharren mit den Hufen, denn die Rückkehr zum normalen Betrieb ist in Sichtweite.

Saisonbeginn der Handballer steht noch nicht fest

Ob die neue Saison aber tatsächlich im September beginnen kann, steht noch nicht final fest, wie Gunter Eckart, Präsident des Hessischen Handball-Verbandes (HHV) sagt. Aktuell plane der HHV zwar mit einem normalen Saisonstart, habe sich aber auch für mehrere spätere Starttermine gerüstet. Der HHV hat Fragen zum variablen Saisonstart, Geisterspielen und einer möglichen Saison-Unterbrechung aufgrund einer zweiten Corona-Welle beantwortet.

Welche Gedankenspiele zu einem oder mehreren möglichen Saisonstarts hat der Hessische Handball-Verband und wie sehen die Szenarien aus?

Ziel des HHV ist es nach wie vor, Mitte September mit der Hallenrunde zu starten. Sollte dies nicht möglich sein, planen wir als Alternative einen Saisonstart nach den Herbstferien am Wochenende des 31. Oktober und 1. November oder wahlweise dann erst nach den Weihnachtsferien. Die hessischen Weihnachtsferien enden am 8. Januar 2021.

Spieltage könnten bei späterem Saisonstart verschoben werden

Welche Auswirkungen hätte ein späterer Saisonstart auf die Spieltage?

Sollte der Rundenstart erst nach den Herbstferien stattfinden können, würden die ersten Spieltage ans Ende der Runde rücken und diese entsprechend verlängern. Bei einem Rundenstart nach den Weihnachtsferien würde eine Einfachrunde gespielt werden.

In einigen Jugendklassen sind auch Dreifach-Runden geplant, die dann gegebenenfalls auf eine Zweifach- beziehungsweise Einfach-Runde reduziert werden können. In allen Fällen sind die Klassenstärken so bemessen, dass diese Szenarien problemlos durchgeführt werden können.

Was würde im Falle einer zweiten Welle durch das Corona-Virus und einer Saison-Unterbrechung passieren?

Diese Frage ist schwer zu beantworten, da es mit Sicherheit auf den Zeitpunkt der Saisonunterbrechung ankommt. Der HHV werde in einem solchen Fall nicht umhinkommen, auf dem Hintergrund der dann bereits gespielten Runde und der eventuell abzusehenden Länge der Unterbrechung eine Entscheidung zu treffen.

Eine Regelung für einen solchen Fall bereits jetzt in die Durchführungsbestimmungen aufzunehmen, hält HHV-Präsident Gunter Eckart für nicht machbar, da - wie gesagt - die Umstände und der Zeitpunkt der Unterbrechung mit berücksichtigt werden müssten. „Wie Sie wissen, haben wir die Entscheidung zum Abbruch der Runde 19/20 auf die gleiche Art treffen müssen und sind dabei gut gefahren“, sagt der Präsident.

Handball: Mindestens drei Wochen Vorbereitung vor Saisonstart

Wie viel Vorbereitungszeit im vollen Wettkampfbetrieb, sprich im normalen Handballtraining mit voller Mannschaftsstärke und Zweikämpfen, brauchen die Mannschaften vor dem Saisonstart?

Der HHV steht auf dem Standpunkt, dass nach einer kompletten Hallenöffnung mit wettkampfspezifischen Trainingsbedingungen eine Anlaufzeit von mindestens drei Wochen bis zum Beginn der Wettkampfspiele vorhanden sein muss.

Sind Geisterspiele bei Erwachsenen und/oder Jugendlichen ein Thema, mit dem sich der HHV befasst?

Natürlich sind Geisterspiele eine Option, die einkalkuliert werden muss. Da die Vereine aber vor allem auf Zuschauereinnahmen angewiesen sind, sei dies nicht das Mittel der ersten Wahl. „Wir haben gerade eine Umfrage unter den Vereinen gestartet, die sich mit dieser Frage beschäftigt“, gibt Gunter Eckart einen Einblick in die aktuelle Arbeit des Hessischen Handball-Verbandes.

Handball-Verband sieht Chance für Saisonstart im September

Die jüngsten Lockerungen, die Zweikämpfe möglich machen, machen Hoffnungen auf einen Saisonstart im September: Wie ist die Einschätzung des Verbands?

Die Auswirkung der Lockerungen sind zur Zeit noch nicht abschätzbar, da in den verschiedenen Kommunen diese Lockerungen verschieden gehandhabt werden. Sollte die derzeitige Entwicklung der Anzahl der Neuinfizierten so anhalten, besteht durchaus eine Chance im September mit der Runde starten zu können. Für eine endgültige Entscheidung ist es aber noch zu früh.

Fachsimpeln unter Handball-Fans, in der Halbzeit Kaffee, Kuchen oder eine Wurst und ein kühles Getränk: Müssen sich Zuschauer von gewohnten Ritualen in der Halle in der neuen Saison verabschieden?

Dies liegt nicht in der Entscheidungsbefugnis des HHV. „Wir sollten froh sein, wenn wir wieder mit Zuschauern Handball spielen können“, so Eckart.

Corona-Pause sorgt für finanzielle Ausfälle bei Handballvereinen

Mit welchen Sorgen und Ängsten kommen Vereine auf den HHV zu?

Die Fragen, die zur Zeit an den HHV heran getragen werden, betreffen vor allem die Qualifikation im Jugendbereich. „Bedingt durch die Tatsache, dass der HHV als erster Landesverband die Runde beendet hat, sind wir in der Lage gewesen, bereits frühzeitig wieder die Weichen für einen Neustart zu stellen.

Deshalb sind diesbezügliche Fragen größtenteils geklärt“, sagt Eckart. Ansonsten hätten Vereine aufgrund der finanziellen Ausfälle teilweise Probleme. Hier sei das Unterstützungsprogramm der Landesregierung aber ein probates Unterstützungsmittel.

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