Von der JSG Buchberg in die 3. Liga: Die Langenselbolderin Leonie Hutin läuft auch für die HSG Gedern/Nidda auf.
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Von der JSG Buchberg in die 3. Liga: Die Langenselbolderin Leonie Hutin läuft auch für die HSG Gedern/Nidda auf.

Auch Gelnhäuserin Lea Statzner drittklassig

Handball: Langenselbolderin Leonie Hutin schafft den Sprung in die 3. Liga

  • Julia Meiss
    VonJulia Meiss
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Die Langenselbolder Talentschmiede hat eine weitere Handballerin mit großer Begabung hervorgebracht: Die 18-jährige Leonie Hutin hat das Interesse des Drittligisten HSG Gedern/Nidda geweckt. Mit der 19-jährigen Lea Statzner aus Gelnhausen wagt ein weiteres Talent aus dem Main-Kinzig-Kreis den Sprung in die 3. Liga: Die Außenspielerin läuft für die HSG Rodgau Nieder-Roden auf.

Langenselbold/Gelnhausen –Dabei weist der sportliche Werdegang der beiden jungen Handballerinnen erstaunliche Parallelen auf: Leonie Hutin und Lea Statzner wohnen jeweils in direkter Nähe zu den Sporthallen in Langenselbold sowie Gelnhausen und sind beide durch ihre Brüder zum Handball gekommen. Zuvor hatten sie sich jeweils in anderen Sportarten ausprobiert.

Leonie Hutin begann mit dem Handballspielen bei der JSG Buchberg. Die Bande zur JSG wird die Schülerin der Karl-Rehbein-Schule in Hanau keinesfalls sofort kappen. „Ich würde es mir wünschen, die Drittliga-Spiele und Jugendspiele kombinieren zu können. Immerhin ist es mein letztes Jugendjahr und das will ich voll auskosten, da will ich viel spielen“, sagt die selbstbewusste Kreisläuferin.

Einen Vorgeschmack auf das Pensum, das Leonie Hutin dann erwarten wird, hat die Selbolderin bereits bekommen. Denn seit Sommer 2020 trainiert die 18-Jährige bei der HSG Gedern/Nidda mit – natürlich mit offenen Karten ihrem Heimatverein gegenüber. „Das war und ist mir wichtig“, so die Kreisläuferin.

Leonie Hutin spielt mit Kristin Amos zusammen

Beim Drittligisten, bei dem die Rodenbacherin Kristin Amos im linken Rückraum gesetzt ist, hat sich Leonie Hutin sofort wohlgefühlt. Als die Corona-Pandemie auch das Training der A-Juniorinnen der JSG Buchberg ermöglichte, stand die Kreisläuferin zweimal pro Woche im Erwachsenen- und dreimal im Jugendtraining. „Das Pensum war intensiv, das war schon krass. Aber: Es hat sich gut angefühlt“, sagt die 18-jährige mit einem Lachen im Gesicht.

Handball ist ihr Hobby, wobei die Schülerin vielseitig begabt ist. Neben Handball spielt Leonie Hutin in Bruchköbel Tennis und hat sich auch schon im Tanzen, in der Leichtathletik und im Kunstradfahren ausprobiert. In der D-Jugend hat die Rehbein-Schülerin, die nächstes Jahr Abitur machen möchte, mit Kunstradfahren aufgehört und eine neue Sportart gesucht. Eine Mannschaftssportart sollte es sein.

Durch ihren drei Jahre jüngeren Bruder ist sie schließlich bei der JSG Buchberg und damit beim Handball gelandet. „Ich wohne in der Nähe der Halle, fahre drei Minuten mit dem Fahrrad hin, das hat einfach gepasst. Außerdem waren die Mädels nett und haben mich gut aufgenommen.“ Dass die Kreisläuferin noch dazu Oberliga spielen kann, hat die Sache für das Handball-Talent abgerundet. Zu den Highlights ihrer jungen Karriere zählt zweifelsohne das Erreichen des Achtelfinales um die deutsche Meisterschaft.

Aus dem Rückraum an den Kreis

Ihre Karriere begann die 1,79 Meter große Handballerin zunächst im Rückraum. Durch einen Mangel an gelernten Kreisläuferinnen ist Leonie Hutin auf dieser Position eingesprungen und dortgeblieben. Die Anforderungen an die junge Kreisläuferin werden bei der HSG Gedern/Nidda in der 3. Liga nicht einfacher. Das weiß das Selbolder Talent und setzt entsprechend die Ziele für die neue Saison realistisch an: „Ich will für Buchberg jedes Spiel machen und in Gedern/Nidda etwas an die 3. Liga rankommen.“

Lea Statzner war zuletzt bei der SG Bruchköbel

Überglücklich über das Angebot, in der 3. Liga spielen zu können, ist auch Lea Statzner. Begonnen hat ihre Karriere beim TV Gelnhausen. „Ich hatte erst mal Ballett gemacht, aber das hat mir nicht so viel Spaß gemacht. Ich habe einen Sport gebraucht, bei dem ich meine Power rauslassen kann.“ Fündig geworden ist sie im Handballtraining des zwei Jahre älteren Bruders. Gespielt hat die 19-Jährige, die an ihr bestandenes Abitur gerne einen Aufenthalt in Neuseeland anschließen möchte, bis zur C-Jugend beim TV Gelnhausen in einer gemischten Mannschaft. Dann musste sie sich eine reine Mädchenmannschaft suchen, was sich als schwer erweisen sollte.

Der TV Gelnhausen ist ihr Zuhause: Lea Statzner (in der Gelnhäuser Großsporthalle) hat bei der HSG Rodgau Nieder-Roden eine neue sportliche Heimat gefunden.

„Gelnhausen war einfach mein sportliches Zuhause, dem Verein konnte kein anderer so schnell das Wasser reichen. Das lag nie an den Spielerinnen oder Trainern, ich habe mich einfach nicht so wohlgefühlt wie beim TV Gelnhausen“, sagt die Außenspielerin, die so unglücklich war, dass sie beinahe mit dem Handballspielen aufgehört hätte. Ihr Weg hat sie zur JSG Buchberg, HSG Oberhessen und SG Bruchköbel geführt. Durch Zufall ist Lea Statzner schließlich bei der HSG Rodgau Nieder-Roden gelandet und hat dort mittlerweile eine neue sportliche Heimat gefunden.

Lea Statzner seit dem Re-Start fest bei den Rodgauer Damen

Dass sie dort in der A-Jugend-Bundesliga spielen durfte, bezeichnet die Gelnhäuserin als „Traum, der in Erfüllung gegangen ist“. So konnte sie ihr letztes Jugendjahr tatsächlich auf der Platte beenden, was in der aktuellen Zeit ein Privileg ist. Bereits in der vergangenen Saison hat die Gelnhäuserin einmal pro Woche bei den Baggerseepiratinnen mittrainiert und stand auch beim einzigen Drittliga-Spiel der HSG Rodgau Nieder-Roden (21:23-Niederlage gegen TSG Eddersheim) im Kader.

Seit dem Re-Start im Februar dieses Jahres ist die Gelnhäuserin fester Teil des HSG-Kaders. „In der dritten Liga spielen zu dürfen, ist ein Riesentraum. Ich wollte eigentlich im Herbst nach Neuseeland gehen und danach mit dem Studium beginnen. Das verschiebe ich jetzt nach hinten“, hat die Außenspielerin richtig Bock, im Jersey der HSG Rodgau Nieder-Roden Drittliga-Luft zu schnuppern.

Freude auf Zuschauer-Rückkehr in die Hallen

Lea Statzner hofft, nach der Zeit im Ausland wieder in der 3. Liga spielen zu können, und sagt erfrischend realistisch: „Ich denke nicht, dass es bei mir zur ersten Liga reichen würde. Selbst die zweite Liga würde sehr schwer für mich werden. Dazu fehlt mir einfach in der Jugend eine handballerische Ausbildung auf konstant hohem Niveau.“

Aber das, was die Gelnhäuserin so sehr am Handball liebt, bekommt Lea Statzner auch in der 3. Liga: „Ich liebe es, vor gefüllter Halle mit einer Mannschaft zu spielen, die man gerne hat, und für die Leistung vom Publikum gefeiert wird“, erzählt die 19-Jährige mit einem Strahlen im Gesicht. Wenn es bei der Staffeleinteilung der abgebrochenen Saison auch in der neuen Spielzeit bleibt, treffen die beiden Talente in der Mitte-Staffel direkt aufeinander – vielleicht sogar vor Publikum.

Von Julia Meiss

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