Handballerinnen der TGS Niederrodenbach
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Räumen die Bälle zur Seite: Das Damenteam der TGS Niederrodenbach nimmt kommende Saison nicht am Spielbetrieb teil.

Trotz Aufstieg

Handball: HSG Hanau und TGS Niederrodenbach ziehen ihre Frauen-Mannschaften zurück

  • vonRobert Giese
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Im Frauen-Handball des Bezirks Offenbach-Hanau treten zur kommenden Saison mit dem HSV Nidderau und dem TSV Klein-Auheim zwei neue Teams an. Zwei Mannschaften haben sich hingegen von der Handball-Landkarte des Bezirks verabschiedet. Die HSG Hanau und die TGS Niederrodenbach meldeten ihre Teams ab. Und das trotz erfolgreicher Saison.

Rodenbach – Nach der vergangenen Saison haben sich die Handballerinnen der TGS Niederrodenbach noch über den Aufstieg in die Bezirksliga A gefreut, doch dort wird das Team keine einzige Partie absolvieren – noch vor dem Start in die neue Spielzeit meldete der Verein die Mannschaft vom Spielbetrieb ab.

Nur zwölf Spielerinnen: Teilnahme an der Handball-Saison für Niederrodenbach nicht möglich

„Wir haben diese Entscheidung schweren Herzens getroffen“, betont Teamsprecherin Denise Stephan, aber eine Teilnahme an der neuen Saison sei für die Mannschaft nicht zu stemmen. Grund hierfür ist die dünne Personaldecke.

„Insgesamt haben wir zwar zwölf Spielerinnen, aber viele von ihnen sind beruflich stark eingebunden und hätten nicht immer zur Verfügung gestanden“, erläutert Stephan, durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Auflagen hätte sich die Trainingsbeteiligung zudem verschlechtert.

Mannschaft kann Abgänge nicht kompensieren

Außerdem hatte der Aufsteiger schmerzhafte Abgänge zu verzeichnen, unter anderem verließen beide Torhüterinnen das Team. „Das sind Abgänge, die wir nicht kompensieren konnten“, so Stephan, „ohne gelernte Torhüterin wollten wir auch nicht in der Bezirksliga A antreten.“

In ihrer bisher letzten Spielzeit in dieser Liga war die TGS sang- und klanglos abgestiegen, eine Wiederholung einer solchen Saison wollten die Niederrodenbacherinnen unbedingt vermeiden. „Wir wollten vernünftig mitspielen“, so Stephan zum Anspruch der Mannschaft an sich selbst, und das sei unter den gegebenen Umständen nicht möglich gewesen.

Spielerinnen aus der Jugend sind noch keine Option für die Frauen-Mannschaft

Spielerinnen aus der eigenen Jugend zu integrieren, um die Personalnot abzumildern, sei aktuell noch keine Option gewesen, für die Bildung einer Spielgemeinschaft mit einem anderen Verein sei die Vorlaufzeit zu kurz gewesen, sodass letztlich nur die Abmeldung vom Spielbetrieb blieb.

Das bedeutet aber keineswegs das Aus für den Frauenhandball in Niederodenbach, wo die Männermannschaft durch den Aufstieg in die Landesliga jüngst zur dritten Kraft in der Region geworden ist. „Dem Verein liegt viel daran, dass wir auch eine Frauenmannschaft haben“, betont Stephan, deshalb wollen die Niederrodenbacher Handballerinnen in den kommenden Jahren auch wieder angreifen.

Kein Spielbetrieb: Mannschaft trainiert trotzdem einmal wöchentlich

„Der Großteil des Teams trainiert als Ballsportgruppe einmal wöchentlich weiter“, erzählt Stephan, die Basis für einen Neuanfang in der Bezirksliga B ist also gelegt. „Hoffentlich können wir nächstes oder übernächstes Jahr wieder ein Team stellen“, blickt die Teamsprecherin nach vorne, „vielleicht mit Spielerinnen aus der Jugend oder in einer Spielgemeinschaft – aber das müssen wir erst abwarten.“

Die Bezirksliga B hat durch die Neuanmeldungen des TSV Klein-Auheim und des HSV Nidderau (wir berichteten ausführlich) derweil ein völlig neues Gesicht bekommen. In dieser Liga begann einst auch der Aufstieg der HSG Hanau, die jedes Jahr Meister wurde und bis in die Bezirksoberliga aufstieg. Trotz Meistertitel verzichtete man jedoch auf den Gang in die Landesliga. Nach dem Ende der vergangenen Saison lösten die Thekenelfen nun gar ihr Team komplett auf.

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