Holpriger Start

Handball-Talent startet durch: Tarek Marschall ist beim HC Erlangen II angekommen

  • vonRobert Giese
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Das Hanauer Handball-Talent Tarek Marschall hatte nach seinem Wechsel zur zweiten Mannschaft des Bundesligisten HC Erlangen einige Startschwierigkeiten. Bevor die Saison wegen Corona abgebrochen wurde, lief es jedoch gut.

  • Hanauer Talent Tarek Marschall steht bei Bundesligist unter Vertrag
  • Der Start verlief holprig
  • Talent kann sportlich überzeugen

Hanau - Gut zehn Monate ist es her, seit das Hanauer Handball-Talent Tarek Marschall seine Zelte in der Brüder-Grimm-Stadt abgebrochen hat und zum HC Erlangen gewechselt ist. Bei der zweiten Mannschaft des Bundesligisten hat der junge Rückraumspieler seitdem reichlich Drittliga-Erfahrung sammeln können sowie regelmäßig im Profi-Team mittrainiert, musste zunächst aber einige Widrigkeiten überwinden – auf und neben dem Spielfeld.

Nach Wechsel zu Bundesligist: Handball-Talent schläft auf der Couch

Die Rahmenbedingungen bei den Franken waren zunächst nämlich alles andere als einfach, denn die eigentlich für Marschall vorgesehene Wohnung war noch nicht bezugsfertig, sodass der Rückraumspieler auf der Couch des Sportlichen Leiters schlafen musste.

„Am Anfang war es deshalb ziemlich schwierig“, blickt der Rechtshänder auf seine ersten Wochen in Erlangen zurück, „schließlich kannte ich hier auch niemanden.“

Talent aus Hanau kommt bei neuem Verein gut an

Das änderte sich jedoch nach einer Weile, Marschall konnte schließlich eine Wohnung in unmittelbarer Nähe zur Halle beziehen und unternahm viel mit Teamkollegen. „Das war insgesamt ein guter Schritt“, meint Marschall, der zuvor acht Jahre lang für die Jugendteams der Hanauer aufgelaufen war. 

Trotz seines jungen Alters hatte er auch schon in deren Drittliga-Mannschaft das ein oder andere Ausrufezeichen gesetzt. Im Rückblick zu seinem Wechsel sagt er: „persönlich habe ich mich dadurch auf jeden Fall weiterentwickelt.“

Mannschaft von Hanauer Talent legt Fehlstart hin

Ähnlich holprig wie sein persönlicher Start in Mittelfranken verlief zunächst auch die neue Saison in der 3. Liga Süd für Marschalls neues Team: Zählte der HC Erlangen II in den Vorjahren stets zur Spitzengruppe in seiner jeweiligen Drittliga-Staffel, so legte der HCE in der abgelaufenen Saison einen klassischen Fehlstart hin und verlor neun der ersten zehn Spiele.

„Das Heimspiel zum Auftakt haben wir noch gewonnen“, erinnert sich Marschall, „aber danach gab es zig Niederlagen in Folge.“

Große Verletzungssorgen bei HC Erlangen

Die Pleitenserie war vor allem im großen Verletzungspech begründet, denn zeitweise fehlten bei Erlangen sieben oder acht Spieler wegen einer Verletzung – unter anderem Daniel Mosindi, der einzige Linkshänder im rechten Rückraum.

„Wir haben dann zeitweise mit einem etatmäßigen Rechtsaußen auf dieser Position gespielt“, nennt Marschall ein Beispiel für die Personalnot beim HCE.

Team fängt sich bis zum Saisonabbruch wegen der Corona-Krise

Doch nicht nur die vielen Verletzungen führten zum durchwachsenen Saisonstart, die Mannschaft war auch nicht richtig eingespielt, schließlich hatten mit Marschall und Mosindi zwei wichtige Spieler die komplette Saisonvorbereitung bei der ersten Mannschaft bestritten und stießen erst spät zum Team.

Im Spätherbst fing sich die Mannschaft, durch die Rekonvaleszenten nach und nach verstärkt, und erreichte in den restlichen Spielen bis zum Saisonabbruch eine leicht positive Bilanz.

Neuzugang aus Hanau gehört zu besten Torschützen

Für Marschall selbst lief es ohnehin gut, denn mit 80 Treffern in 24 Partien avancierte er auf Anhieb zum besten Feldtorschützen seines neuen Teams. An solchen Zahlen will sich der Rückraumspieler, der in Erlangen als Spielgestalter agiert, aber nicht unbedingt messen: „Mir geht es in dieser Rolle vor allem darum, das Spiel besser zu leiten und meine Mitspieler immer besser in Szene zu setzen.“

Dabei habe er seit seinem Wechsel nach Mittelfranken Fortschritte gemacht – einerseits durch viele Trainingseinheiten, andererseits durch hohe Spielanteile. „Ich spiele viel, im Schnitt vielleicht 40 Minuten“, zeigt sich der junge Rückraumspieler mit seinen Einsatzzeiten hochzufrieden, „aber das habe ich mir im Training auch erkämpft.“

Hanauer Talent trainiert im Bundesligateam

Neben dem Training mit der zweiten Mannschafttrainiert Marschall nämlich auch immer wieder mal beimBundesligateam mit und absolviert dabei zuweilen zwei Trainingseinheiten hintereinander. Ähnlich gut soll es für den Rückraumspieler auch noch mindestens ein Jahr weitergehen, denn bis zum Sommer 2021 steht Marschall beim HCE unter Vertrag.

„In dieser Zeit will ich mich natürlich weiterentwickeln“, so der Rechtshänder, der noch nicht für die Zeit danach planen will.

Talent aus Hanau freut sich über Tipps von den Profis

Bei der Weiterentwicklung helfen könnte ihm bis dahin auch ein sehr prominenter Neuzugang des HC Erlangen, denn der Bundesligist hat mit Steffen Fäth einen der besten deutschen Rückraumspieler verpflichtet. „Wie die anderen Profis kann er mir sicher gute Tipps geben“, freut sich Marschall auf den Neuzugang und schwärmt vom unkomplizierten Umgang mit den Spielern des Bundesliga-Kaders.

„Sie sind alle sehr freundlich und helfen gerne weiter.“ Das persönliche Highlight für Marschall werden aber die beiden Spiele gegen die Rhein-Neckar Löwen II sein, die vermutlich wieder in der gleichen Staffel spielen wird wie der HC Erlangen II, denn für das Team aus Mannheim läuft Marschalls guter Freund Philipp Ahouansou auf.

Zwei Hanauer Talente treffen aufeinander

Das erste Kräftemessen mit seinem früheren Mitspieler sei ein „etwas merkwürdiges, aber tolles Gefühl gewesen“, im Publikum saßen die Familien der beiden und zahlreiche Freunde. Das 30:30-Unentschieden, mit dem sich die Teams der beiden Freunde trennten, war für Marschall dennoch kein Wunschergebnis.

 „Ich hätte selbstverständlich gerne gewonnen“, sagt der Rückraumspieler und lacht, „aber umso größer ist die Vorfreude auf unsere nächsten Duelle.“

Rubriklistenbild: © Harald Sippel

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