Auf ein Neues in der BOL: Der TSV Klein-Auheim (Stefan Schwab am Ball) und die HSG Preagberg um Philip Ickstadt werden um den Klassenerhalt kämpfen.
+
Auf ein Neues in der BOL: Der TSV Klein-Auheim (Stefan Schwab am Ball) und die HSG Preagberg um Philip Ickstadt werden um den Klassenerhalt kämpfen.

Handball

Bezirksoberliga der Männer: Das sind die Ambitionen der Teams

  • vonRobert Giese
    schließen

Vor einer spannenden Handball-Saison stehen die fünf heimischen Männer-Bezirksoberligisten, denn in der auf 15 Teams angewachsenen Liga und mit wohl drei Absteigern erwarten viele Trainer ein hartes Ringen im Tabellenkeller.

Region Hanau – Für den TSV Klein-Auheim, die HSG Preagberg und TGS Niederrodenbach II dürfte es daher in dieser Spielzeit vor allem um den Klassenerhalt gehen, während sich die SG Bruchköbel II im Vergleich zur Vorsaison verbessern will und folglich einen einstelligen Tabellenplatz anpeilt. Die HSG Maintal möchte derweil ganz oben mitmischen und peilt einen Platz unter den besten drei Vereinen der Liga an.

HSG Maintal

Nach Rang zwei in der Vorsaison will sich das Team von Torsten Weber erneut in der Spitzengruppe festsetzen: „Das muss einfach unser Anspruch sein“, stellt der HSG-Coach selbstbewusst klar. Weber erwartet wegen der andauernden Corona-Pandemie zwar eine „kunterbunte Saison, in der die Mannschaften mit dem breitesten Kader einen Vorteil haben können“, sieht seine Mannschaft trotz weniger Alternativen im Rückraum aber gut aufgestellt. „Wir haben schon früh nach dem Lockdowm individuell trainiert, im athletischen Bereich viel gemacht und stehen voll im Saft“, kann der Maintaler Trainer den Saisonbeginn kaum erwarten.

Starker Rückhalt: Stefan Vogel will das Tor der HSG Maintal in der neuen Saison vernageln.

Die HSG verfügt über einen kaum veränderten Kader, der sehr eingespielt ist. An ihrer 3:2:1-Deckung haben die Maintaler weiter gefeilt und sind im Angriff durch zusätzliche Optionen variabler geworden. „Auch unser Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torhütern“, so Weber, dessen Team auf der Torwartposition quantitativ wie qualitativ sehr gut aufgestellt ist, „hat sich im Vergleich zur Vorsaison deutlich verbessert.“ Wohin es für die Maintaler in dieser Spielzeit geht, könnte sich diesmal schon früh zeigen: Noch im Oktober trifft die HSG auf den TV Gelnhausen III und den TV Flieden, die Weber als schärfste Konkurrenten im Kampf um die vorderen Plätze ansieht.

SG Bruchköbel II

Ohne wurfgewaltige Rückraumspieler will die junge Bruchköbeler Mannschaft unter anderem auf Tempohandball setzen, um die Gegner zu überrennen. Im Positionsangriff setzt Thomas Grimm, der als Co-Trainer weiter den erkrankten Jörg Valentin vertritt, aber auch auf ein variables Spiel – und die individuelle Qualität von Aydin Günes, der lange für die erste Mannschaft in der Oberliga und 3. Liga auflief und nun den Rückraum der zweiten Mannschaft beleben soll. „Er führt unsere junge Mannschaft“, so Grimm über seinen Schlüsselspieler, der mit seiner großen Erfahrung seinen jungen Mitspielern weiterhelfen soll.

In den insgesamt durchwachsenen Testspielen habe sein Team zwar immer wieder gute Ansätze gezeigt, insgesamt fehle der Mannschaft aber noch die Kontinuität über 60 Minuten. Grimm hätte zudem gerne eine offensivere Abwehrvariante einstudiert, sah sich in seinem Bemühen darum aber von der Corona-Pandemie ausgebremst. Sorgen bereitet Grimm, aus dessen Mannschaft einige Spieler in den Oberliga-Kader gewechselt sind, das Fehlen eines gelernten Mittelmanns in seinen Reihen: „Wir haben zwar Spieler, die diese Rolle ausfüllen können, die sind aber auf anderen Positionen effektiver.“ Der SGB-Coach will in dieser Saison vor allem die Talente weiterentwickeln und am Ende auf einem besseren Platz landen als in der Vorsaison – das wäre nach Rang zehn in der abgelaufenen Spielzeit also ein einstelliger Tabellenplatz.

HSG Preagberg

Mit der Integration einiger letztjähriger A-Jugendlicher hat HSG-Coach Pedro Valina sein Team verjüngt, insgesamt hat sich der Kader aber nicht großartig verändert und ist in der Breite nun besser besetzt. Neuzugang Tarik Ahmetspahic soll Preagberg künftig mehr Flexibilität und Durchsetzungsvermögen auf Rückraum Mitte geben, allgemein will die HSG erneut auf Tempo-Handball setzen – und auf Marco Simowsky im Tor, „der sicher zu den besten Torhütern der Liga zählt“, wie Valina betont.

Durch die Einschränkungen der Corona-Pandemie sei die Saisonvorbereitung insgesamt eher schwierig gewesen, „aber damit hatten ja alle Teams zu kämpfen, und meine Jungs haben gut mitgezogen, davor muss ich schon den Hut ziehen“, meinte der nicht unzufriedene HSG-Coach. Valina stellt sich erneut auf eine Saison ein, in der seine Mannschaft um den Klassenerhalt kämpft – und den will der Preagberger Trainer gerne so früh wie möglich feiern. „Es wäre gut, wenn wir schnell reinkommen in diese Liga, in der viele Teams qualitativ eng zusammenliegen“, so Valina, deshalb will Preagberg auch gleich Punkte holen. Für die HSG könnte sich schon früh zeigen, wo die Reise in dieser Spielzeit hingeht: Sowohl im Heimspiel gegen Dietzenbach beim Saisonauftakt als auch eine Woche später im Derby in Klein-Auheim könnte Preagberg bereits fleißig punkten – oder leer ausgehen und damit schon früh unter Druck stehen.

TSV Klein-Auheim

Nur wenige Veränderungen gibt es beim TSV Klein-Auheim, der mit einem relativ schmalen Kader, dafür aber mit einem sehr gut eingespielten Team in die neue Spielzeit geht. Während der Saisonvorbereitung hat die Mannschaft von Peter Corell vor allem an der Deckung gefeilt und will künftig auch mit einer 5:1-Abwehr verteidigen, um sich flexibler auf die gegnerischen Teams einstellen zu können. Vom Verletzungspech blieb der TSV bisher verschont, laut Corell hätte es bisher „nur die üblichen kleineren Blessuren, aber nichts Ernstes“ gegeben.

Der Klein-Auheimer Trainer bereitet sich auf eine erneut schwierige Saison vor: „Für uns wird es mehr denn je um den Klassenerhalt gehen, für viele andere Trainer sind wir vermutlich der Abstiegskandidat Nummer eins.“ Mit den Auftritten seiner Mannschaft in den Testspielen war Corell ganz zufrieden, wollte den Ergebnissen aber keine zu große Bedeutung beimessen. Angesichts von drei starken Aufsteigern und mehr Absteigern als üblich, setzen die Klein-Auheimer auf ihre Außenseiterrolle und trauen sich dabei die ein oder andere Überraschung zu – das dürfte auch nötig sein, denn in der Vorsaison gelangen dem TSV bis zum Saisonabbruch nur zwei Siege.

TGS Niederrodenbach II

Eine Bezirksoberliga-Saison ohne ein Team aus Niederrodenbach ist fast undenkbar, und deshalb vertritt in dieser Spielzeit die zweite Mannschaft die TGS in dieser Liga, nachdem die erste Garnitur der Niederrodenbacher künftig in der Landesliga Süd aufläuft. Mit Chefcoach Etienne Schweizer, der von Michael Heiden als Co-Trainer unterstützt wird, hat die TGS ein neues Trainerduo an der Seitenlinie, das aber auf bewährte Tugenden setzen wird. „Da unsere Rückraum-Shooter häufiger wegen Verletzungen kürzertreten müssen“, so Schweizer unter anderem mit Blick auf den wurfgewaltigen, aber von Verletzungsproblemen geplagten Timo Bach, „werden wir voraussichtlich wieder mit viel Tempo spielen.“

Schweizer, der selbst aktiv in der ersten Mannschaft der Niederrodenbacher spielt, kann dabei auf einen großen Kader zurückgreifen und dürfte Ausfälle generell recht gut kompensieren können. Für die Niederrodenbacher spricht, dass sie zwar ein Neuling in der Liga sind, viele ihrer Spieler aber bereits jede Menge höherklassige Erfahrung mitbringen und ihre Qualität in den Testspielen vor Saisonbeginn schon gezeigt haben. „Ich denke, wir werden auch in der Bezirksoberliga gut zurechtkommen“, so Schweizer, der seinem Team daher mehr als den Klassenerhalt zutraut, „eventuell können wir sogar im Mittelfeld der Tabelle landen.“

Das könnte Sie auch interessieren